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Horus

Horus. Quelle: Anja Semling

Gott des Königtums, des Himmels und der Sonne, Vertreter der Götter auf Erden


Hieroglyphen

Hieroglyphe für den Namen: Horus


Ikonographie

Ikonographie und Verkörperung

  • In der Osiris-Legende wird Horus als Sohn von Isis und Osiris angesehen.
  • Horus ist Mitglied der Triade von Abydos.
  • Hauptkultort: Edfu

Horus: Als einer der ältesten und wesentlichsten Götter Ägyptens hat sich Horus im Verlaufe der Geschichte in alle Götterlehren und Kulte eingewoben. Anfangs war er ein Himmelsgott in der Gestalt eines Falken und somit gleichzeitig Herrscher des Himmels-Luftraumes. Seine Augen waren Sonne und Mond und so ist er auch zum Sonnengott geworden, einer solaren Gottheit, und erschien als Re-Harachte (= »Re-Horus im Horizonte«) vorwiegend als lebendes Bild des Gottes Horus und damit seines irdischen Nachfolgers des Königs.

Horus wurde zum Königsgott von Hierakonpolis, der »Stadt des Falken« (altägyptisch: nechen), der Residenz der ersten Herrscher über ein vereinigtes Ägypten. Seitdem war der falkengestaltige Horus der Gott der herrschenden Pharaonen. Von Horus leiteten sie künftig Abstammung, Macht und Würde ab und waren die irdische Inkarnation des Gottes, sichtbar gemacht im sogenannten Horusnamen, dem ersten der königlichen Titulatur. Dieser göttliche Charakter sicherte dem König die Legitimität seiner Herrschaft.

Abb. links: Horus als Falkengottheit.


Dargestellt wird der Falkengott auf frühgeschichtlichen Stelen als stehender, stolzer Falke. Später auch als geflügelte Sonne oder in Menschengestalt mit Falkenkopf – Abbildung oben.

Der Ursprung dieses Gottes liegt im Dunkeln, und die mythischen Überlieferungen über ihn sind verworren. Es existierte eine große Zahl an Heiligtümern des Horus über ganz Ägypten verteilt, in denen der Gott oft besondere Beinamen trug. Es scheint, dass es ursprünglich einen Horus (altägyptisch: Heru) gab, dessen Symbol der Falke war (der außerdem noch bik genannt wurde). Dieser Horus war der Herr des Himmels, ein Titel, der durch die Texte des Alten Reiches bestätigt wird, die Horus mit dem »großen Gott« gleichsetzen, der Himmelsgottheit, par excellence. Es ist unklar, ob Horus durch den Falken symbolisiert wurde, weil er ursprünglich ein Himmelsgott war, oder ob er ursprünglich ein Falke war, und die Natur dieses hoch im Himmel fliegenden Vogels aus ihm den Herrn des Himmels gemacht hat.

Im heliopolitanischen Synkretismus wurde Horus mit Re zu Re-Harachte, »Horus des Horizonts«, verbunden, der seit der Thinitenzeit in Gestalt eines Mannes mit Falkenkopf auftrat. Dieser Horus scheint der Horus von Letopolis (2. unterägyptischer Gau) mit dem Beinamen Hor Chenti irti, »Horus, der den beiden Augen vorsteht«, gewesen zu sein, wobei die beiden Augen die Sonne und den Mond bezeichnen.

An der Seite dieses himmlischen Horus findet man seit der prädynastischen Zeit noch einen anderen Horus im Mythos, in dem einige Ägyptologen ein historisches Komplott sehen wollten, über das sich eine Legende gebildet habe. In Behedet (dem heutigen Damanhur, im 17. unterägyptischen Gau) gab es einen Horus mit dem Beinamen »der Alte« oder »der Große« (Haroeris), der mit einem anderen Horus von Chemmis (bei Buto) vereinigt wurde, der den Beinamen »der Junge« oder »das Kind« (Harpokrates) trug.

Abb. links: Horus mit der Doppelkrone. Malerei (Detail) im Grab 16, Tal der Könige, Ramses' I.
(Bild: Elke Bassler)


Die Pyramidentexte liefern die älteste Version der Legende des Gottes: Isis setzt sich in Gestalt eines Falken auf den Körper des toten Osiris und wird schwanger mit Horus, den sie gebiert und aufzieht, damit er seinen Vater räche. Der erwachsene Horus provoziert Seth. Dieser reißt ihm im Kampf ein Auge aus (Udjat), aber Horus bekommt sein Auge zurück und besiegt Seth, den er verstümmelt. Die Götterversammlung setzt schließlich Horus auf den Thron seines Vaters Osiris, während Seth dazu verurteilt wird, Osiris ewiglich zu tragen.

Plutarch fügte der Legende Elemente an, die zweifellos ziemlich weit zurückreichen. Er macht aus Horus den posthumen Sohn des Osiris, den Isis im Schilf der Sümpfe von Chemmis aufzieht, um ihn vor der Verfolgung durch Seth zu verstecken. Als Horus ein Mann geworden ist, verläßt er Chemmis und kommt nach Buto, um die Krone von Unterägypten zu empfangen, von wo aus er in den Krieg gegen die Anhänger des Seth zieht, unterstützt von seinen eigenen Anhängern, den Schemsu Hor (Horusdienern).
Nach einem Dokument der Spätzeit fungiert Thot (oder Geb) als Schiedsrichter bei dem Streit und teilt Ägypten zwischen den Kämpfern auf. Geb besinnt sich eines Besseren und spricht schließlich ganz Ägypten Horus zu.

Diese Kämpfe zwischen den Horus- und Sethanhängern sind auf den Innenmauern der Galerie dargestellt, die den Naos von Edfu umgibt. Man sieht darauf, die mit Harpunen bewaffneten Schemsu Hor auf Segelbooten, von denen aus sie die Anhänger des Seth angreifen, die in Gestalt von Nilpferden dargestellt sind.

Andere Texte schildern den Kampf zwischen Seth und Horus. Letzterem wird von seinem Gegener das Auge herausgerissen, aber es gelingt ihm, es wiederzubekommen und er entmannt Seth. Dieser Kampf soll sich in der Wüste von Ker-Aha östlich des heutigen Kairo abgespielt haben.

Abb. links: Horus mit Doppelkrone, Was-Zepter, Anch. Edfu-Tempel


Nach einigen Autoren war Horus von Behedet (Horus der Ältere), der in der Folge ein Kriegsgott wurde, der Begründer des Königtums des Deltas, das von den Sethanhängern aus dem Süden beherrscht wurde. In der Folge soll es Horus der Jüngere gewesen sein, der die Revolte gegen die Herrschaft der Sethanhänger geführt habe. Dieser Horus habe so Ägypten vereinigt und den Osiriskult über das ganze Niltal verbreitet.

Als Ägypten am Ende der prädynastischen Zeit von neuem in zwei Hälften zerfiel, blieb Horus die Reichsgottheit in Oberägypten, in Nechen (Hierakonpolis). In Oberägypten befand sich auch ein anderes Heiligtum des Horus, das von Edfu, das die Erinnerung an den Streit der Horusanhänger gegen Apophis, resp. Seth, bewahrt hat. […] In Edfu wurde im Verlauf des Winterfestes, der Sieg des Horus über Seth und seine Anhänger gefeiert.

Abb. oben: Edfu-Tempel, Pylon. (Foto: Carmen Wolfram)


Horus besitzt in der ägyptischen Mythologie verschiedene Namen und Eigenschaften, hier die wichtigsten:

Horus: Sohn von Osiris und Isis, häufig als Falke dargestellt, Schutzgott der Pharaonen.
Er erscheint in den Erzählungen von Isis und Osiris oft als Harsiesis (Horus, Sohn der Isis), um ihn von den über 20 anderen Göttern des Pantheons die auch alle Horus hießen zu unterscheiden. Er wird als Falke oder als Mensch mit Falkenkopf dargestellt. Er wurde auf der Insel Chemmis nahe von Buto geboren, als Osiris in die Unterwelt ging. Isis zog in heimlich auf. Es gelang ihm den von Seth verursachten Tod von Osiris zu rächen und dessen Thron einzunehmen. Ihm wurde in ganz Ägypten gehuldigt. Er war der Himmelsgott, seine Augen waren die Sonne und der Mond.

Harachte:  Alter Sonnengott, der später mit Re zu Re-Harachte verschmolz. Er ist ein Sonnengott. Sein Name bedeutet »Horus der Horizontische«. Der Sonnengott der sich am Morgen zwischen den östlichen Wüstenbergen am Horizont erhebt. Er wird freudig begrüßt und durch Opfer verehrt. Er wird als Falke dargestellt. Er verschmolz mit Re zu Re- Harachte.

Harpokrates: Horus als Kind. Bilder der Isis und des Harpokrates beeinflußten die christliche Ikonographie (Maria mit dem Jesuskind).

Harmachis: Harmachis ist gleich Har-em-achet und sein Name bedeutet: Horus am Horizont. Es ist aber auch der Name der Sphinx die auf den Totenfeld von Gizeh steht. Sie stellt aber ursprünglich den König Chephren da. Sie gilt aber auch seit den neuen Reich als Horus der Herr der Morgensonne.

Harmerti: Sein Name bedeutet Horus der beiden Augen. Er ist ein Lichtgott, der als Horus der Himmelsfalke mit beiden Augen, die Sonne und der Mond gilt. Er ist aber auch Stadtgott von Horbeit im Ostdelta. Dann ist er noch siegreicher Kampf- und Helfergott von Re, den er begleitet und ihm hilft Apophis zu besiegen.


Haroëris: Er wird auch Her-ur genannt. Sein Name bedeutet Älterer Horus. Er ist ein Falken- und Himmelsgott. Er ist Horus der in Korn Ombo als Sohn des Re verehrt wurde, im Gegensatz zum Horus im Osirismythos.

Harsiesis (Hor-Sa-Aset): Sein Name bedeutet: Horus, Sohn der Isis. Er ist ein Schutzgott. Er ist Horus den Isis von ihrem toten Gatten empfangen hat und den sie in den Sümpfen des Nildeltas verborgen hat und ihn vor allen Gefahren beim heran wachsen beschützt hat.

Hor-Hekenu: Sein Name bedeutet: Horus die Salbe. Auch er ist ein Schutzgott. Er ist die Personifikation der Salbe, die dem König überirdische Kräfte verleiht. Als Herr des Schutzes repräsentiert er den Sonnenbrand der mit seinem Gluthauch das Böse vertreibt. Er wurde als Horus in Bubastis verehrt. Er wird als Mensch mit Falkenkopf dargestellt. Im neuen Reich wurde er mit Nefertem gleichgesetzt.



Götter und Göttinnen im alten Ägypten

Amun
Anubis
Anuket
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Atum
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Bes
Chnum
Chons

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Hapi
Hathor
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Min
Month
Mut
Nechbet

Nefertem
Neith
Nephthys
Nun
Nut
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Ptah
Re
Serapis
Schu
Sachmet

Selket
Seschat
Seth
Sobek
Tefnut
Thot
Toeris
Upuaut
Wadjet
Wosret


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