search engine by freefind

Die Pharaonen > Ramses II.

Ramses II.

Ramses II. User-maat-Re Setep-en-Re
19. Dynastie, Neues Reich

User-maat-Re Setep-en-Re heißt in der Übersetzung: Stark ist Maat des Re, auserwählt von Re – der Thronname von ihm. Ramses II., auch genannt »Ramses der Große« – der berühmteste Pharao heutzutage, nebst Tutanchamun, Cheops, Thutmosis III. oder gar Echnaton.

Abb links: Ramses II., Oberteil einer überlebensgroßen Statue.
British Museum, London. Foto: Anja Semling


Ramses II. – auch genannt »Ramses der Große« – war einer der bedeutendsten Pharaonen im altägyptischen Reich doch er war bestimmt nicht der »größte« Pharao aller Zeiten, wie fälschlicherweise oft angenommen wird. Sicherlich hatte er eine sehr lange Regierungszeit und war auch von seiner Physiogonomie recht groß, führte Kriege, schloss den 1. Friedensvertrag in der Geschichte, und baute in ganz Ägypten Denkmäler. Aber auch der größte Pharao der 18. Dynastie, Thutmosis III., hatte ähnliche Qualitäten aufzuweisen und auch andere Pharaonen, wie z.B. Amenophis III., Cheops oder gar ein Echnaton haben ihren einzigartigen Platz in der langen Pharaonenreihe.

Ramses II. bedeckte ganz Ägypten mit seinen Riesenstandbildern und diese Gigantonomie hatte sich ins Bewußtsein späterer Generationen vorgedrängt, was ihn dann so berühmt machte. Kein Pharao baute offensichtlich soviel wie Ramses II. Unter seiner Regentschaft entstanden u.a. Abu Simbel, Memphis (Aufbau), Tanis, Pi-Ramesse, Bubastis. Karnak und Luxor wurden von ihm erweitert und vergrößert.

Abb. links: Ramses II. (Foto: Peter Funk)


Ramses: eigentlich Ra-mes-su, bedeutet:
Re ist es, der ihn geboren hat

Ramses II., Sohn Sethos' I., machte Ägypten wiederum zu einer Weltmacht. Er beendete den Kampf gegen die Hethiter in Syrien-Palästina durch einen Friedensvertrag – der erste in der Geschichte – und durch eine königliche Heirat, mit einer hethitischen Prinzessin. Der Kronprinz war Mitte Zwanzig, als er um 1279 v.Chr. seinem Vater auf den Thron folgte. Neben einer Schar von Konkubinen besaß er mehrere Hauptfrauen, zwei legitime Gemahlinnen waren Isis-Nefert und Nefertari (»Die Schönste von allen«), seine Haupt- und Lieblingsfrau.

Kartusche Ramses II.
Kartusche mit dem Eigennamen Ramses' II.: Ramses-Meri-Amun
bedeutet: Re ist es, der ihn geboren hat, geliebt von Amun


Ramses II. lebte, dachte und baute in wahrhaft gigantischen Dimensionen. Er war ein Pharao der Superlative, ein Liebling der Götter, die ihm alles, was den Menschen seiner Zeit erstrebenswert schien, im Übermaß schenkten: reichen Kindersegen, ein langes Leben, Ruhm als Kriegsherr und glänzende Erfolge in Perioden des Friedens. Zahlreiche Tempel und Denkmäler künden noch heute von seiner Macht und Größe – wobei Größe durchaus auch wörtlich zu verstehen ist: Ramses war extrem lang für seine Zeit – etwa 1,72 Meter (andere Quellen meinen sogar 1,82 Meter).
Die Regierung Ramses' II. war für Ägypten eine große Zeit des Wohlstandes, und nach dem Frieden mit den Hethitern herrschten auch Ruhe und Frieden. Nach einer sehr langen Regierungszeit von 67 Jahren starb Ramses der Große im Alter von knapp über 90 Jahren und wurde in seinem Grab (heute: KV 7) in West-Theben im "Tal der Könige" (Wadi Biban el-Muluk) beigesetzt. Sein Nachfolger war sein Sohn Merenptah.

Das Grab KV 7 im Tal der Könige

  • Nummer und Lage des Grabes: KV 7, Wadi Biban el-Muluk (Tal der Könige).
  • Entdeckung: seit der Antike offen.
  • Königsmumie: in der Antike nach KV 17 verlegt; entdeckt in DB 320 (Mumiendepot / Deir el-Bahari).
  • Ausgräber: H. Salt; C.R. Lepsius; H. Burton; C. Leblanc; (K. Weeks)

Das Grab, schon immer schwer zugänglich, auch infolge von Überschwemmungen später stark beschädigt, war eines der größten (über 820 qm) und großartigsten im Tal der Könige. Bestehend aus Eingang, Korridore, Nischen, Treppen, Säulenhallen, Vorkammer, Nebenräumen und Grabkammer (180 qm) welche mit Szenen aus dem Buch der Tore, dem Amduat und dem Buch der Himmelskuh dekoriert war.

Die Mumie von Ramses II.

Angeblich hatte Ramses eine "Adlernase" (die Krümmung kann aber auch bei der Mumifizierung – Entfernung des Gehirns – entstanden sein) und ein langes, schmales Gesicht mit ausgeprägtem Kinn, das sich markant hervorhob. Das alles war nicht typisch für frühere Pharaonen. Er glich wohl mehr den Menschen aus dem Mittelmeerraum. Obwohl die Statuen meist idealisierte Persönlichkeiten zeigen, treffen diese Äußerlichkeiten zu, wenn man diese mit der königlichen Mumie vergleicht.

Ramses' Mumie ist nun mehr als 3000 Jahre alt, aber noch hervorragend erhalten, auch Dank eines Restaurationsprogramms.

Abb. links: mumifizierter Ramses II. (Bildquelle: "Die Welt am Nil" von Adolf Erman, 1937)


Man geht davon aus, dass Ramses in Pi-Ramesse verstarb und der Leichnam auch dort mumifiziert wurde. Nach 70 Tagen – die Zeit, die benötigt wird um den Körper zu mumifizieren – reiste Ramses' Leichnam gen Süden auf dem Nil nach Theben. Man bahrte ihn im Ramesseum für die letzten Riten auf und überführte ihn anschließend in sein Grab, in dem das Begräbnis stattfand.

Ramses II. in Kürze

  • Herkunft: Ägypten.
  • Epoche: Neues Reich, 19. Dynastie.
  • Geboren: um 1300 v.Chr. im östlichen Nildelta.
  • Gestorben: um 1213 mit ca. 92 Jahren, in seinem 67. Regierungsjahr.
  • Thronfolge: um 1279, Nachfolger von Sethos I.
  • Eltern: Sethos I., der Vater; (Mut-)Tuja, die Mutter.
  • Geschwister: Tia, eine Schwester.
  • Gemahlinnen, legitim: mind. acht Königs-Gemahlinnen: Nefertari, Isis-Nefert, und weitere: eigene Töchter, hethitische Prinzessinnen.
  • Todesursache: infolge hohes Alter und Krankheit.
  • Grabstätte: im "Tal der Könige", KV 7.
  • Mumie: gefunden (in DB 320), aufbewahrt heute im Ägyptischen Museum in Kairo.
  • Sein königlicher Nachfolger: Merenptah, Sohn von Isis-Nefert und 13. Sohn von Ramses II, bestieg mit etwa 55 Jahren den Horusthron.


Ramses' Ursprung liegt in einer Soldatenfamilie während der Regierungszeit Haremhabs, letzter Pharao der glorreichen18. Dynastie. Auf ihn folgte Ramses I., dieser war kein leiblicher Nachkomme von ihm, sondern ein Wesir namens Paramessu, welcher die 19. Dynastie begründete und von Haremhab dazu bestimmt wurde. Ramses I. war auch ein hoher Offizier und übte die militärische Macht in ganz Ägypten aus. Sein Sohn Sethos wurde dann sein Nachfolger auf ägyptischem Horusthron.

Aufgrund eines Berichtes aus dem Tempel von Sethos' in Abydos weiß man, dass dieser Sethos I. seinen ältesten Sohn Ramses damals um die 14 Jahre alt, zum Mitregenten ernannte. Schon früh zog Ramses mit seinem Vater in den Krieg. Zu Beginn seiner Mitregentschaft besuchte Ramses ab und an Theben aufgrund des großen Amun-Festes. Dann begab er sich nach Norden, besuchte unterwegs den von seinem Vater errichteten Osiris-Tempel in Abydos und ließ sich später in Pi-Ramesse nieder. Diese neue Stadt sollte in den folgenden Jahrhunderten das Verwaltungszentrum des ägyptischen Reiches werden, während aber Theben das religiöse Zentrum blieb. Seine offizielle Thronfolge erfolgte kurz nach dem Tode seines Vaters, Ramses war etwa Mitte Zwanzig.

Von Sethos, seinem Vater hatte er auch einen Harem geschenkt bekommen; im Laufe der Jahre vervielfachten sich seine Kinder rasch. Er hinterließ dutzende von Söhnen und sehr viele Töchter, von denen er mehrere ehelichte. Durch sein hohes Sterbealter überlebte er vieler seiner Nachkömmlinge. Seine Familie war so groß, dass sie ein eigenes Geschlecht gründete, die Ramessiden. König Ramses war nicht nur sehr potent, sondern augenscheinlich auch äußerst süchtig nach Ruhm und Macht, was sich unschwer an seinen Bauwerken und dokumentierten Zeugnissen erkennen läßt.

Während seiner Regierung feierte er viele Jubiläen, mehr als je ein ägyptischer König zuvor. Das Sedfest: Jubiläumsfest des Königs, zugleich ein Ritual der Machterneuerung; dieses Jubiläum wurde in der Regel im 30. Regierungsjahr begangen. Sein erstes Jubiläum seiner Herrschaft sollte noch nicht einmal den Ablauf der ersten Hälfte seiner Regierungszeit markieren – doch dies ahnte Ramses II. selbstverständlich nicht.

Ramses kniet vor Re-Harachte, Abu Simbel. (Foto: C.Wolfram)


Seine Gemahlinnen

Nachdem der Krieg gegen die Hethiter beendet war und der erste Friedensvertrag in der Geschichte der Menschheit geschlossen, verstärkte sich die Beziehung der beiden Länder auch noch durch soziale Kontakte, indem Ramses eine hethitische Prinzessin zur Gemahlin nahm. Die Tochter des Königs der Hethiter Chattuschil. In Ramses' 34. Regierungsjahr fand das große Fest statt, nachdem die Prinzessin nach langer Reise angekommen war. Danach lebte diese mit neuem ägyptischem Namen "Maathorneferu" im Harem des Königs, auch sie trug den Titel "Große Königliche Gemahlin".
Die Hauptgemahlin des Königs aber war Nefertari und stand im Harem neben der Mutter des Königs an erster Stelle: die erste Frau bei Hofe. Zwei berühmte Bauwerke geben Aufschluss über ihre Berühmtheit: der kleine Tempel in Abu Simbel und ihr Grabmal im Tal der Königinnen.

Über ihre Herkunft weiß man praktisch nichts und damit auch nicht worauf sich ihre (ererbte) Autorität gründete. Vielleicht stammte sie aus einer hohen Beamtenfamilie des Sethos I. und wurde für Ramses vermutlich auserwählt. Mehr Infos zu Königin Nefertari in extra Rubrik "Nefertari".

Abb. links: Statue von Nefertari, die Hauptgemahlin von Pharao Ramses II., Tempel der Nefertari bei Abu Simbel. (Foto: Dieter Schütz)


Als Ramses den Thron bestieg, war Nefertari bereits zur Großen Königlichen Gemahlin auserkoren und hatte den ersten Thronerben geboren: Amunherchopeschef. Damit war ihre bevorzugte Stellung unter den Gemahlinnen des Königs etabliert. Eine weitere Gemahlin hieß Isis-Nefert, die nach dem Tode Nefertaris ihre Nachfolgerin Große Königliche Gemahlin wurde. Außerdem hatte Ramses II. eine Vielzahl an Konkubinen. Ramses ehelichte auch seine eigenen Töchter. Bintanat, Tochter von Isis-Nefert war die Erste. Eine zeitlang hatte Ramses sogar mehrere Große Königliche Gemahlinnen: ab seinem 34. Regierungsjahr – Isis-Nefert war vermutlich im selben Jahr verstorben – machte er Bintanat sowie Meritamun (älteste Tochter von Nefertari) zu seinen Großen Königlichen Gemahlinnen.

Die ersten Söhne

folgende Namen einiger Söhne stammen aus Theben

  • .1. Sohn: Amunherchopeschef (Amunherwonemef) – war jahrelang Kronprinz, noch vor dem 20. Regierungsjahr (R.J.) Ramses'
  • .2. Sohn: Ramses – Kronprinz ab dem 30. R.J. Ramses'
  • .3. Sohn: vermutlich Preherwonemef
  • .4. Sohn: Chaemweset – Kronprinz ab dem 52. R.J. Ramses'
  • .5. Sohn: vermutlich Montherchopeschef
  • .6. Sohn: vermutlich Nebencharu
  • .7. Sohn: Meriamun
  • .8. Sohn: Amunemuia
  • .9. Sohn: Sethos
  • 10. Sohn: vermutlich Sotpenre
  • 11. Sohn: Merire
  • 12. Sohn: ?
  • 13. Sohn: Merenptah – später legitimer Nachfolger Ramses'
  • ...

Im Tal der Könige (West-Theben) in KV 5 (KV = Kings Valley) wurden etwa 50 Söhne des Ramses' zur ewigen Ruhe gebettet. Diese Grab ist das größte bisher entdeckte im Tal der Könige und zählt zu den aufsehenerregendsten Entdeckungen seit dem Grab von Tutanchamun.

Entwicklungen

Ramses hatte wahrlich ein langes in Wohlstand führendes Leben gelebt, nachdem er von seinem Vater ein relativ stabiles Königreich übernommen hatte. Etwa nach seinem 20. Regierungsjahr war er auf dem Höhepunkt seiner Macht. Amun war ihm gnädig gestimmt – Ägypten noch ein letztes Mal in seiner einzigartigen Herrlichkeit.

Abb. rechts: der Tempel von Abu Simbel, welcher unter Herrschaft von Ramses' II. erbaut wurde, ganz im Süden des Landes. Die Abbildung zeigt den Tempel um 1839, wie ihn frühe Archäologen vorfanden – mit Sand halbwegs bedeckt. Heute ist der Tempel frei vom Wüstensand. – Zeichnung im Original stammt von David Roberts.


Mit Pharao Ramses III. (20. Dynastie) neigte sich das glorreiche pharaonische Ägypten dann aber dem Ende zu, dessen "Abstieg" war unaufhaltsam. Die vielen Staatsbauten zur Zeit Ramses II. in allen Teilen des Landes, einschließlich Nubiens, setzten dem Land in finanzieller Hinsicht sehr zu. Ebenso die vielen Kriege während der Ramessiden-Zeit und schließlich die Anhäufung der Güter in den thebanischen Tempeln. Während dieser Zeit, da das politische Geschehen und Handeln ins Delta verlegt wurde, damit zum Priestertum ein Ausgleich stattfand, bildete sich dort eine neue Reichstriade: Amun, Re und Ptah, in der der Gott der alten Hauptstadt Memphis und der von Heliopolis sich mit Amun dem Vertreter der ägyptischen Götterwelt zusammenfanden.

Schlacht von Kadesch

Der König der Hethiter hatte gegen Ägypten die stärkste Koalition gebildet, die es je gegeben hatte. An der Spitze der vier Armeen des Amun, des Re, des Ptah und des Seth marschierte Ramses gegen Syrien. Zwei von den Hethitern geschickte Spione täuschten den König, indem sie ihn glauben ließen, die Feinde hätten sich nach Norden gegen Aleppo zurückgezogen.

Unvorsichtigerweise führte Ramses seinen Weg nach Kadesch fort, indem er die vier Armeen getrennt marschieren ließ. Nachdem er den Orontos überquert hatte, lagerte er vor der Stadt, um auf den Rest der Truppen zu warten.

Abb. links: Ramses auf einem Streitwagen. Rekonstruierte Malerei im British Museum, London. (Foto: Anja Semling)

Er wußte nicht, dass die Feinde sich hinter der Stadt versteckt hielten. Diese warteten ab, bis die Armee des Re vorbei marschiert war, um anzugreifen und schlugen die Ägypter in die Flucht, die zum Feldlager liefen, wo sich Ramses mit der Armee des Amun aufhielt.

Die Übertreibungen des Gedichts lassen vermuten, dass Ramses seine Männer sammelte, sie durch seinen Mut anspornte, die Angreifer zurückschlug und so eine Niederlage verhinderte, die durch die Ankunft der Armee des Ptah in einen Sieg verwandelt werden konnte. Die Bündnispartner sollen nach einigen Quellen 2500 Wagen (oder 1000 nach anderen Quellen, die wohl näher bei der Wahrheit liegen) auf einer Linie aufgereiht haben.

Die ägyptischen Verluste müssen schwer gewesen sein, und die Folge dieser Schlacht war der berühmte ägyptisch-hethitische Friedensvertrag. Diese Schlacht fand im 5. Regierungsjahr von Ramses statt, 1274 v.Chr.

Weiter zu Ramses' Bauwerken ...

Buch:
Who is who im alten Ägypten
Bunte Mischung an Kurzbiografien von unterschiedlichen Persönlichkeiten aus dem alten Ägypten
Zur Rezension
Gibt's bei Amazon

Buch:
Hatschepsut – Eine Frau als König von Ägypten
Zur Rezension
Gibt's bei Amazon

Am Anfang war Ägypten

Buch:
Am Anfang war Ägypten
Die Geschichte der pharaonischen Hochkultur von der Frühzeit bis zum Ende des Neuen Reiches
Zur Rezension
Gibt's bei Amazon

Buch:
Tutanchamun – Das legendäre Grab des Pharao
Zur Rezension
Gibt's bei Amazon

Buch – Roman:
Die Toten kehren wieder mit dem Wind
Im Fokus: Pharao Haremhab
Zur Rezension
Gibt's bei Amazon

Elefanten sind vom
Aussterben bedroht.
Helfen Sie mit einer Elefanten-Patenschaft ...

Impressum

Nach oben

Drucken

Home

Kemet

Historie

Volk

Reiseziele

Architektur

Pharaonen

Religion

Kultur

Verschiedenes

Copyright Mein Altägypten, Anja Semling