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3000 Jahre Historie > Altes Reich

Das Alte Reich

Die erste große Epoche des ägyptischen Reiches (um 2750–2130)
Umfasst die 3. bis 6. Dynastie.

Nach der sogenannten Thinitenzeit (dynastische Frühzeit) beginnt mit der 3. Dynastie das Alte Reich. Mit ihm beginnt auch die erste Blütezeit der ägyptischen Hochkultur. Das Alte Reich, das ungefähr um 2.750 v. Chr. beginnt und das auch unter dem Namen »Imperium von Memphis« bekannt ist, wird von vielen als die großartigste Epoche der ganzen ägyptischen Zivilisation angesehen. Die Hauptstadt wird von Abydos nach Memphis in Unterägypten verlegt. Während dieser frühen Periode der ägyptischen Geschichte werden die ersten zivilen und religiösen Gesetze, die Kunstregeln und die Schrift festgelegt.

Der erste große Pharao ist Djoser, der die dritte Dynastie gründet. Diesem König ist auch der erste monumentale Steinbau in Ägypten zu verdanken.

Abb. links: Stufenmastaba von Pharao Djoser; 3. Dynastie. (Foto: Peter Funk)


Er war es, der den ersten Minister ernannte, der ihn in der Verwaltung des Reiches unterstützen sollte. Der Verwaltungsapparat hatte sich in der Zwischenzeit gewaltig erweitert und kompliziert. Djoser unternahm außerdem verschiedene Kriegszüge über den ersten Katarakt hinaus nach Nubien und Sinai.
Die darauffolgende vierte Dynastie beginnt mit dem König Snofru. Er ist es auch, der eine neue Bauweise der Pyramiden einführt, die von jetzt an mit einer vollkommen glatten Oberfläche gebaut werden.

Dies wird allerdings, was die architektonische Verherrlichung anbelangt, von drei anderen Pharaonen, der gleichen Dynastie – Cheops (Abb. rechts), Chephren und Mykerinos – den Erbauern des berühmten Grabkomplexes in Gizeh, noch übertroffen.

Abb. rechts: Kleine Statuette von Pharao Cheops; die einzige die es von diesem Pharao bislang als Fundstück gibt. Ägyptisches Museum Kairo. (Foto: Jon Bodsworth)


Die fünfte Dynastie beginnt in Heliopolis. Ihre ersten drei Pharaonen sollen aus der Vereinigung der Frauen eines Priesters Ra's mit dem Gott selbst geboren worden sein. Von dieser Zeit an nennen sich alle Pharaonen »Söhne des Re« (altägyptisch: Sa-Ra).

Aus der letzten Dynastie des Alten Reiches erscheint Pepi II. als die wichtigste Persönlichkeit. Er besteigt mit sechs Jahren den Thron und regiert das Altes Reich sehr lange. Das Ende der sechsten Dynastie bringt auch das Ende der Zentralmacht mit sich.

Abb. links: Sitzstatue von Pharao Chephren. Ägyptisches Museum Kairo. (Foto: Jon Bodsworth)


Damit beginnt die erste Zwischenperiode (7.–11.Dynastie), eine bewegte und dunkle Epoche, während der Ägypten über einen langen Zeitraum hinweg von Anarchismus und sozialen Umwälzungen erschüttert wird. Sie umfasst eine Zeitspanne, die ungefähr im Jahre 2160 v. Chr. mit der 7. Dynastie beginnt und bis ca. 1990 v. Chr. mit Beginn der 12. Dynastie endet.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, endete das Alte Reich ziemlich abrupt infolge einer klimatischen Veränderung vor ca. 4.200 Jahren (um das Jahr 2.250 v.Chr.). Es fielen 20% weniger Niederschläge, die jährlichen Nil-Überschwemmungen blieben aus und Sandstürme verdunkelten das Land. Das Volk litt jahrzehntelang an dieser Katastrophe: Hungersnöte und Unruhen hielten an.

Klimakatastrophe im Alten Ägypten
Trockenheit ließ Dynastie zusammenbrechen [?]

Vor 4200 Jahren brach in Ägypten das Staatssystem zusammen. Die Könige herrschten oft nur Tage oder Wochen, die Bevölkerung hungerte. "Man begann sogar, seine eigenen Kinder zu essen" heißt es in einer Grabinschrift aus dieser Zeit.
Diese Wirren, in der Ägyptologie als "Erste Zwischenzeit" bekannt, führt Fekri Hassan, Archäologe am University College in London, auf eine Mini-Eiszeit verbunden mit einer großen Hungersnot zurück. Er konnte nachweisen, dass um 2200 vor Christus etwa 20 Prozent weniger Niederschlag fielen.
Dazu hat er Daten verwendet, die andere Wissenschaftler an Tropfsteinen und Eisbergen gesammelt haben. Deren Schichtung und Form geben Aufschluss über die Entwicklung des Klimas in den vergangenen Jahrtausenden. Und es zeigte sich, dass die damalige Mini-Eiszeit von extremer Trockenheit begleitet war. Sogar ein vom Nil gespeister See führte zum ersten und einzigen Mal in seiner Geschichte kein Wasser. Fekri Hassan ist überzeugt, dass diese Klimakatastrophe die Staatskrise vor 4200 Jahren auslöste.

(Quelle: BBC News, 2001, Klima und Wetter)

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