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Die Pharaonen > Echnaton > Das Ende

Das Ende Echnatons

Die Ära von Amarna neigte sich mit dem Tod Echnatons
dem Ende zu

Echnaton hatte vermutlich keine direkten männlichen Nachkommen, zumindest fehlen Hinweise auf solche in den erhaltenen zeitgenössischen Quellen. Ebenso unklar ist die unmittelbare Königsfolge nach Echnaton. Die Nachfolge scheint entweder von Semenchkare oder Königin Neferneferuaton-Anch(et)cheperure angetreten worden zu sein.

Wer diese Königin war ist umstritten – sie wurde aufgrund identischer Thronnamen lange Zeit mit Semenchkare gleichgesetzt. Untersuchungen jüngeren Datums sehen in ihr entweder Nofretete (Hauptgemahlin Echnatons), Kija (Nebengemahlin Echnatons) oder Prinzessin Meritaton (Tochter Nofretetes und Echnatons, und spätere Hauptgemahlin Echnatons). Ihr weibliches Geschlecht gilt mittlerweile aufgrund der grammatischen Struktur ihrer Königsnamen und -titel, als erwiesen. Die gleichzeitige Nennung des Namens "Neferneferuaton-Anch(et)cheperure" von der Königin und Meritaton auf rituellen Objekten wird als Argument für die Identität der beiden angeführt. (Quelle: »Das Goldene Jenseits«, Basel 2004, A. Wiese)

Abb. oben: Echnaton mit den Herrschaftsinsignien: Nemes mit Uräus, Krummstab und Geißel.
(Zeichnerische Rekonstruktion einer Statue, A. Semling)


Version nach Erik Hornung (Ägyptologe),
Thronnachfolge Mitregent Semenchkare?

Gegen das Ende der Regierung Echnatons muß der König das Scheitern seiner "Revolution" gefühlt haben; und schiebt seinen Mitregenten vor: Echnaton hat noch während seiner Regierungszeit einen Mitregenten ernannt, und zwar: Semenchkare, ein naher Verwandter der Familie. Etwa gleichzeitig muss Nofretete gestorben oder in Ungnade gefallen sein, da sie nicht mehr offiziell unter ihrem eigentlichen Namen genannt wird. Ihr Name wird auf einigen Denkmälern durch den der Prinzessin Meritaton ersetzt. Später hat Echnaton zwei seiner Töchter zu Königinnen erhoben.
Semenchkare läßt in Theben einen Totentempel errichten, der zugleich dem Amun geweiht ist; damit beginnt eine etwa 5-jährige Übergangszeit, in der Amun und Aton in Theben wie in Achet-Aton nebeneinander verehrt werden. Die radikale Verfolgung hatte die alten Götter des Landes nicht ausrotten können. Bald darauf sind Echnaton und Semenchkare gestorben. Ihr Nachfolger wird Tutanchaton, der vielleicht ein Bruder von Semenchkare und ebenfalls Schwiegersohn Echnatons ist. Für den jungen Tutanchamun, führt der »Gottesvater« Eje die Regentschaft.

Dieser Mann bestimmt nun in den folgenden Jahren die Politik, die auf eine allmähliche, nicht gewaltsame Restauration hinausläuft. Die Residenz bleibt für weitere zwei Jahre in Achet-Aton und wird dann nach Memphis verlegt. Theben wird nie wieder Hauptstadt, bleibt aber das religiöse Zentrum Ägyptens. Aton wird nicht mehr genannt, aber auch nicht verfolgt, sein Andenken verblaßt.

Abb. links: Amarna-Prinzessin, vielleicht Anchesenamun, die spätere Gemahlin von Tutanchamun. Sicherlich aber eine der Töchter Echnatons. (© Foto: Stefan Eggers)


Version nach H. Schlögl (Ägyptologe),
Thronnachfolge Meritaton und Semenchkare:

Da Echnaton, der mit großer Wahrscheinlichkeit eines natürlichen Todes starb, womöglich keinen männlichen Nachfolger hatte und demnach seine Gemahlinnen Nofretete und Kija keine Söhne zur Welt gebracht hatten, begann ein Machtkampf zwischen Kija (Zweitfrau des Echnaton) und Meritaton (älteste Tochter des Echnaton); wenn man davon ausgeht, dass Nofretete aus anderen Gründen als der der Mitregentschaft aus der Öffentlichkeit verschwand (Tod oder in Ungnade gefallen). Die machtbewußte Kija kontaktierte den Hethiterkönig Suppiluliuma mit der Überbringung einer Botschaft, die einen seiner Söhne fordert.
In dem Schreiben, das man aus hethitischer Quelle kennt steht u.a. wie folgt: »Mein Gemahl Nipchururia (= Thronname Echnatons) ist tot, und ich habe keinen Sohn. Aber man sagt mir, dass du viele Söhne hast. Wenn du mir einen deiner Söhne schickst, könnte er mein Gemahl werden. Ich bin nicht geneigt einen Diener von mir zu nehmen und ihn zu meinem Gatten zu machen.«

König Suppiluliuma ging auf den Wunsch ein und sandte seinen Sohn Zannanza nach Ägypten. Zwischenzeitlich aber änderten sich die innenpolitischen Machtverhältnisse am Königshofe und Meritaton hatte die Macht ergriffen, wohl mit der Hilfe ihres Großvaters Eje. Sie ließ den Hethiterprinzen Zannanza auf dem Weg nach Ägypten ermorden und beseitigte auch ihre Gegenspielerin Kija.

Abb. rechts: Meritaton.
Quarzit. Original im Ägyptischen Museum, Berlin.
(© Bild / Illustration: Anja Semling)


Der Mord am Prinzen Zannanza hatte außerpolitische Folgen und Ägypten wurde kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Hethiterreich ausgelieftert sowie auch Mitanni darunter litt. Im Laufe der Jahre wurde die Lage Ägyptens immer bedrohlicher. Die Hethiter marschierten mit großen Heeren auf. Schlussendlich verlor Ägypten die Vorherrschaft in Asien.
Meritaton heiratete den jungen Semenchkare, der vermutlich aus einer königlichen Seitenlinie stammte und machte ihn zum König. Meritaton verstarb womöglich noch vor Semenchkare. Semenchkare, der den Thronnamen Anchcheperure ("Lebendige Erscheinungen, ein Re“) annahm, sollte nur wenige Jahre regieren bis schließlich Tutanchamun den Thron bestieg und die Hauptstadt Ägyptens nach Memphis verlegte. Theben wurde wieder das geistige Zentrum, aber niemals mehr Hauptstadt.
Hier spielte Meritaton, die älteste Tochter Echnatons sowie auch Gemahlin Echnatons, eine gewichtige Rolle. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat auch sie einige Zeit das Land Ägypten, allein oder später mit Gemahl (Semenchkare) regiert – und womöglich den Namen Neferneferuaton-Anch(et)cheperure getragen, welcher nach ihrem Tode Semenchkare annahm.

Erwiesen ist, dass es oben genanntes Schreiben an den Hethiterkönig Suppiluliuma tatsächlich gibt. Es ist aber nicht bewiesen von welcher 'Königin' – Nofretete?, Meritaton?, Kija?, Anchesenpaaton? – dies Schreiben verfasst wurde.

Sicher ist aber, dass es kurz nach Echnatons oder kurz nach Tutanchamuns Tod erfolgte. Wahrscheinlicher ist, dass das Schreiben nach Echnatons Tod erfolgte, da sich seine offizielle Thronnachfolge über ein halbes Jahr hinzog, bei Tutachnamun die Nachfolge aber gleich, von Eje, angetreten wurde.

Abb. links: wahrscheinlich Kija, eine Gemahlin Echnatons. (© Foto: Stefan Eggers)


Version nach J. Fletcher (Ägyptologin), Mitregentin Nofretete:

Joann Fletcher unterstützt die Theorie, dass Nofretete etwa drei Jahre vor Echnatons Tod offiziell die Mitregentin Echnatons war, und nach dessen Ableben, zurück nach Theben mit ihrer Familie kehrte. Die Stadt Achet-Aton wurde aufgegeben und verlassen. In Theben versöhnte sie sich mit den Amunpriestern und ein friedliches Miteinander war scheinbar möglich. Nofretete ist in Theben gestorben und soll laut Fletcher auch im Tal der Könige (in KV35) bei Theben, begraben liegen.

Was blieb?
Kunstschätze, "Briefe" aus der Amarnazeit und Ruinen der Stadt.

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