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Das Land Kemet

Kemet – das Land Ägypten

Kemet = "das Schwarze (Fruchtland)" = Ägypten

Die alten Ägypter nannten ihr Land Kemet. Dieser Name bedeutet "das Schwarze", meint aber das Fruchtland. Das im Süden befindliche schmale und langgestreckte durch steinige Berg-ketten begrenzte Niltal – Oberägypten (Abb. links). Und das im Norden befindliche Delta, welches sich hinter dem heutigen Kairo breit fächernd in die Ebene erstreckt – Unterägypten. Diese sind die »Beiden Länder«, die Ägypten bilden.

Hieroglyphische Schreibweise für Kemet


Im Nordosten Afrikas gelegen, rund 3000 km von Deutschland entfernt, grenzt Ägypten im Westen an Libyen. Im Süden an den Sudan und im Osten an das Rote Meer und Israel. Ein Großteil des zwischen dem 24. und dem 36. Breitengrad liegenden Landes ist Wüste. Durch die Lage Ägyptens gehört es dem Komplex der Kulturen des Vorderen Orients an. Seine Lebensader ist nach wie vor der Nil, der mit einer Gesamtlänge von 6671 km das Land über 1000 km von Süden nach Norden durchfließt, um in das große fruchtbare Nildelta zu münden. Beiderseits des Nils liegen westlich die Libysche Wüste mit ihren großen Oasen und östlich die Arabische Wüste. Entlang des Nils leben heute rund 60 Millionen Menschen. Vermutlich lebten im Alten Reich – etwa 2900 bis 2200 v.Chr. – eine bis anderthalb Millionen Menschen.

Kemet (Kemi) nannten die Alten Ägypter das Niltal (also ein riesiges Gebiet), was soviel heißt wie »Das Schwarze Land« (od. das Schwarze Fruchtland) wegen der dunklen Farbe des vom Fluss angeschwemmten Schlammes. Im Gegensatz zur roten Erde der umliegenden Wüste (Chaset).
Die Ägypter selbst bezeichneten sich als remetju kemi, »Menschen der schwarzen (Erde)«. Im Gegensatz zu den chaestiu, den Nomaden der Wüste.

Gebirgszüge Theben-West im Süden Ägyptens. In dieser unwirtlichen Gegend liegt das berühmte Tal der Könige. Oberägypten.

Steiniges Ufer am Nil, dahinter ein Grünstreifen und Sanddünen. Oberägypten.
(Fotos: Sabine, Aachen)


Der Name »Ägypten« kommt aus dem Griechischen Aigyptos. Dieser Name ist seit der homerischen Zeit belegt. Das Wort stammt von dem babylonischen Ausdruck Hikuptah, dem Beinamen von Memphis. Der Begriff Hikuptah ist wiederum abgeleitet von der altägyptischen Bezeichnung: hut-ka-ptah = »das Schloss des Ka des Ptah«.
Der Name, der Ägypten von den benachbarten semitischen Volkern gegeben wurde, war »Misr«. Das Misraim der Hebräer, ein Name, den das moderne islamische Ägypten noch heute trägt.

Ägypten und seine Namen

Kemet

=

Schwarzes Fruchtland (Niltal)

Ta-meri

=

Geliebtes Land

Hut-Ka-Ptah

=

"Schloss"/Tempel des Ka des (Gottes) Ptah

Aigyptos

=

Ägypten

Misr

=

Ägypten

Taui

=

Beide Länder / Zwei Länder

chaset

=

Wüste, Fremdland, Hügelland

deschret

=

rotes/gelbes Land
(Gegenteil von schwarzes Land)


Über das Land:

Kemet gliedert sich schon in vorgeschichtlicher Zeit – vor 3000 v.Chr. – in zwei Landeshälften, die unterschiedlich geartet sind.
Da ist das oberägyptische Niltal, ca. 900 km lang, max. 30 km breit, von der Höhe ab Memphis bis tief runter in den Süden bis Assuan, das in der prädynastischen Zeit überwiegend von nomadisierenden Hirten bewohnt wird.
Landschaftlich auffallend ist das schmale, üppig grünende, lebenstrotzende Fruchtland mit seinen Bergketten im Osten und Westen entlang des Nils, mit der direkt angrenzenden, endlosen, gelben und eher lebensfeindlichen Wüste. Im Gegensatz dazu die unterägyptische Landschaft, das Delta – symbolisiert durch die Papyruspflanze, die dort in Mengen wuchs – , das von einer weiten Ebene mit zahlreichen Flußläufen und Sümpfen durchzogen, bestimmt wurde. In prädynastischer Zeit überwiegend von seßhaften Bauernstämmen besiedelt.

Es besteht also ein erheblicher Gegensatz zwischen den beiden Landeshälften, der auch auf die Menschen einen großen Einfluß ausgeübt hat. Die Landschaft beeinflußte nicht nur ihre Lebensweise sondern beeindruckte auch deren Sinne. Beide so grundverschiedene Lebensformen des Hirten- und Bauerntums sind an bestimmte landschaftliche Verhältnisse gebunden. Man bezeichnet (heute) diese Lebensfomen als die Badari-Kultur (ab 4000. v.Chr.), der die Negade-Kultur folgt. Am Ende der Negade-Zeit (um 3000 v.Chr), die an die geschichtliche Zeit heranführt und aus der die ägyptische Hochkultur hervorgeht, folgt die Zeit, die sich auf ganz Ägypten beschränkt und auch gegen Nubien absetzt – die Zeit des Königtums nach der 1. Reichseinigung folgt, und der Pharao blieb für immer der "Herr der beiden Länder" (altägyptisch: neb-taui) bis zum Ende des pharaonischen Ägypten.

Fruchtland (Foto: Carmen Wolfram)


Die wichtigste Vorbedingung zur Entstehung der altägyptischen Kultur ist der Nil. Er ist es, der dem regenlosen Land als Wasserspender auftritt und dafür sorgte, dass ein organisiertes Volk entstehen konnte. Durch die alljährlich mit großer Pünktlichkeit Mitte Juli in Unterägypten (in Assuan einen Monat früher) einsetzende Nilschwelle wird durch den Blauen Nil, kommend aus dem Tana-See und den Zuflüssen aus dem abessinischen Hochland, bewirkt. Der mitgeschwemmte schwarze und überaus fruchtbare Schlamm ermöglichte dem Volk die Bestellung der Felder und schließlich im April/Mai die Ernte.

Die Isolation des Niltals/Delta, das vom Rest der Welt durch weite Wüsten getrennt war, sorgte dafür, dass sich die ägyptische Kultur von der präthinitischen Zeit bis zum Ende des Mittleren Reiches in einem geschlossenen System entwickelte und so ihr markantes Profil bekam.

Symbole der Doppelmonarchie

Oberägypten:

Unterägypten:

Weiße Krone
»hedjet«

Rote Krone
»deschret«

Binse

Biene

Lotos

Papyrus

Landesgöttin
Nechbet
(Geier)

Landesgöttin
Uadjet
(Schlange)

Bildquelle: Peter Funk, Pharao Mentuhotep mit der Roten Krone

Der Nil – Fluss der Götter
Die Ägypter glaubten, dass der Nil dem Ozean entspringe, der die Erde umfloss, dem "Nun", als dessen zweite Erscheinungsform Hapi galt. Weiter ...

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Copyright Mein Altägypten, Anja Semling