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Stein-Architektur > Memnon-Kolosse

Memnons Kolosse

Zwei große Sitzstatuen von Amenophis III.

Diese beiden Sitzstatuen aus Sandstein, jeweils ca. 18 Meter hoch, gehörten zu König Amenophis' III. (18. Dyn., Neues Reich) gigantischen Totentempel, der leider schon seit langem verschwunden ist. Das ganze Areal liegt gegenüber von Luxor sowie einige hundert Meter gegenüber von Medinet-Habu (Tempelanlage), in Kom el-Hetan.
Damals war dieser Totentempel einer der größten und gewiss auch beeindruckendsten Sakralbauten. Die beiden Memnon-Kolosse standen vor einem der steinernen Pylone (Eingangstore) der Umfassungs-Mauer des Tempels.

Durch ihre Größe läßt sich erahnen welch' gewaltige Ausmaße dieser Tempel-Komplex einst gehabt haben muss.

Abb. links: die beiden Memnon-Kolosse / West-Theben. (Foto: Carmen Wolfram)


Die Hauptursache für das Verschwinden des Tempels war das Usurpieren der wertvollen Bausteine; desweiteren setzten dem Tempel Naturextreme wie beispielsweise Hochwasser oder Erdbeben zu, und all dies zusammengenommen führte schließlich zu seinem endgültigen Verschwinden in der Antike. Übriggeblieben – einschließlich Memnonkolosse – sind lediglich einige Säulensockel des Sonnenhofs und Reste von Königskolossen.

Majestätisch und unbeweglich sitzen die großen Memnonkolosse aber noch immer, mit den Händen auf den Knien, grübelnd über der Ebene zum Nil; Zeitzeugen von vor über 3000 Jahren. Mit ihrer Statuenhöhe werden sie nur von dem Sphinx übertroffen. Jeder der beiden Kolosse war seinerzeit aus einem einzigen gewaltigen Felsblock gearbeitet worden. Die Statuen sitzen auf Thronen aus Stein, in welche Hieroglyphen-Inschriften eingraviert sind; so z.B. die traditionelle Szene der sogenannten "Reichseinigung" Ägyptens.


Wie die beiden Sitzstatuen zu ihrem heutigen Namen kamen

Von der nördlichen Statue wurde erzählt, sie habe bei Sonnenaufgang "gesungen" nachdem sie bei einem Erdbeben im Jahr 27 v.Chr. heftigen Schaden erlitten hatte. Sie wurde etwa 200 Jahre danach repariert, zur Zeit römischer Herrschaft, und hörte auf zu "singen". In Wirklichkeit kamen diese erklingenden Töne von dem sich ausdehnenden Stein. Griechische Reisende setzten die Statue mit "Memnon" gleich, dem Sohn der Göttin der Morgenröte namens Aurora.

Der Nil überflutete in der Vergangenheit, noch bis zum Bau des riesigen Assuan-Staudamms, jährlich das gesamte Fruchtland. Und so wurde auch stets das Areal des Totentempels Amenophis' III. in der pharaonischen Zeit überflutet. Offensichtlich war aber das Allerheiligste auf einer Erhebung errichtet, so dass wenn die Fluten sich wieder zurückzogen, der mythologische Schöpfungsakt des Auftauchens des "Erdhügels" aus dem Urmeer in symbolischer Form zeigte.

Abb. oben: die beiden Memnon-Kolosse. Im Hintergrund die Gebirgskette, wo das Tal der Könige liegt; West-Theben. (Foto: Carmen Wolfram)

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