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Die Pharaonen > Insignien

Insignien

Atef-Krone. Quelle: Stefan Eggers

Blaue Krone. Quelle: Frank Theis

Nemes-Kopftuch. Quelle: Elke Bassler

Doppelkrone. Quelle: Elke Bassler

Kappe mit Straußenfedern, Uräus und Sonnenscheibe. Quelle: Stefan Eggers

Die Insignien – Kennzeichen herrscherlicher Macht – der Könige und auch die der Götter im alten Ägypten, waren sehr vielfältig und sagen etwas über deren Träger aus, insbesondere bei den Göttern. Der Kopfputz bildet wohl den eindrucksvollsten Schmuck des Königsornats.

Die Kronen der Könige sind nicht lediglich aufwändiger Schmuck sondern auch Machtträger, indem die Kräfte sowie Eigenschaften, die sie darstellen, in ihnen selbst gegenwärtig sind. Desweiteren trugen die Könige und Götter verschiedene Zepter. Zum Königsornat zählen außer den Insignien (Kronen, Zepter, Bart, etc) auch die Kleidung, die ebenfalls machtgeladen sein konnte, wie beispielsweise der sogenannte Schurz sowie wertvollen Schmuck und Amulette.

Abb. links: Modell Doppelkrone
(Museum Colombischlössle, Freiburg.
Foto: A. Semling)


Auf dem Kopf trug der Pharao die Krone – nur sein und der Götter Schmuck. Die bekanntesten sind: die Rote Krone, die Weiße Krone und beide Kronen verschmolzen zur Doppelkrone, sie ergeben das absolute Königssymbol. Zahlreiche Abwandlungen und Kombinationen sowie Eigentümlichkeiten entstanden aus diesen Kronen.

Einfache oder doppelte Straußenfedern, Sonnenscheiben, Widder- oder Stiergehörn, Uräus-Schlangen, Skarabäen sowie Flügel, waren einige der Eigentümlichkeiten weiterer Kronen. Vorbehalten waren diese Kronen selbstverständlich nur den Göttern und Königen. Vorwiegend zu besonderen Kulthandlungen wurden die Kronen getragen. Ein Diademhüter verwaltete den Kopfschmuck des Pharaos.

Abb. oben: Pharao Ramses III. mit der Doppelkrone. Darstellung im Grab des Cha-em-waset, sein Sohn. 19. Dynastie, Neues Reich. (Foto: Elvira Kronlob)


Die Kronen genossen sogar einen eigenen Kult. Hymnen und Gebete, die sich an sie wandten, offenbaren die Macht die man den Kronen zusprach. Diese Hymnen waren mit Kultzeremonien verbunden.

Uräus und Nechbet gelten als Schutzsymbole, die auch an Kronen zu finden sind. – Der Uräus, dargestellt als Kobraschlange, war das Symbol für die Macht des Gottes und schützte ihn gegen seine Feinde. Ursprünglich, im Alten Reich, nur am Kopftuch getragen, nicht an der Krone.

Uräus. Foto: Anja Semling. British Museum, London.

Der Uräus (links) ist dann sehr häufig an Kronen zu finden, vielfach sogar als mehrere Komponenten.Die Erscheinungsform der Göttin Uadjet, die Schutzgöttin von Unterägypten, ist die Uräus-Schlange. Der Gegenpart des Uräus war Nechbet, dargestellt als Geier, welcher das heilige Tier von Oberägypten symbolisierte.

Zepter, Herrschaftsstäbe

Im Alten Ägypten gab es zahlreiche Insignien des Königtums und der göttlichen Macht, die man mit Zepter bezeichnen kann. Die Götter stützten sich auf das sogenannte Was-Zepter, einen Stab, der unten in einer kleinen Gabelung endete und oben in einen stilisierten Windhundkopf auslief, der an das Tier des Seth erinnert. Dieses Zepter war das Zeichen des Gaues von Theben, das den Namen Waset trug. Das magische Zepter der Göttinnen war der Papyrusstengel. Krummstab und Geißel trug der Pharao als Zeichen von Macht und Würde. Diese Insignien waren nach einer Vorstellung der alten Ägypter machtbeladen. Beides Symbole der frühen Viehherden und des Ackerbaus, die die Autorität des Königs über sein Volk repräsentieren und waren so stets die zentralen Insignien des Königtums.
Der Krummstab (Hirtenstab, heqa), ein Zepter mit gebogenem Ende, ist ursprünglich der Stab der Schafhirten des Ostdeltas, mit dem sie ein Schaf an den Beinen aus der Herde holten.


Der Geißel (auch Fliegenwedel, Flagelum), hat an einem Holzstiel drei Platten, die wohl Klappergeräusche von sich gaben, um damit böse Geister zu vertreiben. In den offiziellen Darstellungen hielt der König den Krummstab und Geißel an seine Brust.

Dies waren die Symbole des Osiris, die dieser Gott von der ursprünglichen Gottheit von Busiris, Anedjty, übernommen hatte. Anedjty, der »Schützer«, wurde in den ursprünglichen Gauzeichen wie ein Hirte dargestellt, der einen Hirtenstab und eine Peitsche, bzw. Geißel, hielt.

Abb. rechts: Geißel und Krummstab


Weitere Zepter

Der König verfügte auch noch über andere Attribute seiner Macht. So trug er zum Beispiel das Cherep-Zepter, das wohl ursprünglich eine Keule mit zylindrischem Kopf darstellte, die bereits als Waffe der Kämpfer auf dem Messer vom Gebel el-Arak am Ende der prädynastischen Zeit belegt ist.

Daneben gibt es noch das sog. Sechem-Zepter, dessen Herkunft und Bedeutung unbekannt sind und den in einfacher Form auch die Vornehmen des Landes tragen durften. Im Götterkult verwendeten Priester den Stab beim Überweisen von Opfern.

Abb. links: Das obere Teil eines Was-Zepters, ein stilisierter Tierkopf. Ein Symbol der königlichen Macht.
British Museum, London. (Foto: Anja Semling)

Bart


Eine der Insignien des Königs war auch der künstliche Bart, den er schlauchförmig geflochten und recht lang angesetzt an seinem Kinn durch eine Schnur hinter den Ohren festgehalten, trug. Als Mumie und ins Jenseits eingekehrt war der Königsbart am unteren Ende gebogen so wie bei den Götterbärten.

Abb. rechts: Statuenkopf mit Bart und Nemes.


Nemes

Tuch aus einem rechteckigen Stoffstreifen, das der König anstelle der Krone tragen konnte. Seit dem AR belegt. Das Tuch bedeckte die Stirn, lag über dem Kopf an und fiel über die Ohren über zwei Stoffstreifen herab. Der Stoffteil, der über den Hinterkopf herabfiel wurde im Nacken zu einem Wulst zusammengedreht/-gebunden.

Das Tuch konnte alleine oder mit Krone vom König getragen werden. In Darstellungen ist das Nemes oft blau-gold (gelb) gestreift. – Die Totenmaske des Tutanchamun trägt solch ein Nemes, aber in Gold und Lapislazuli für den Gebrauch im Jenseits.

Abb. links: Pharao Thutmosis III. mit dem sogenannten Nemes-Kopftuch und Bart.
(Fotos oben rechts und links: S. Eggers)

Kopfschmuck / Kronen

Atef-Kronen



Atefkrone



Atefkrone

Die Atef-Krone ist in ihrer einfachsten Art eine Zusammenstellung von einer konisch zulaufenden "Mütze" (gleicht der oberägypt. Krone), welche ursprünglich aus Rohrhalmen geflochten war, und rechts und links davon je eine Straußenfeder. Die Atef-Krone ist in zahlreichen Varianten zu finden und wird bevorzugt von Osiris, dem Herrscher des Jenseits, getragen. Zuerst von Osiris getragen, später dann auch vom Pharao.

Im Neuen Reich wurden zusätzlich noch Widder- und/oder Stierhörner an die Atef-Krone angebracht sowie Sonnenscheiben und Uräen. Bei Krönungs-Zeremonien trägt der Pharao solch' rituellen Kopfschmuck. Eine weitere Variante ist eine farbig gestreifte Atef-Krone, vielfach auf Wandmalereien dargestellt.

Eine sehr kunstvoll zusammengestellte Atef-Krone ist die sog. hemhemet-Krone; der Name geht womöglich auf den Begriff "Kriegsgeschrei" zurück. Die Krone trägt alle möglichen machtgeladenen Zeichen: Uräen, Federn, Sonnenscheiben, Widdergehörn und in der Mitte drei schlanke Papyrusbündel. Diese üppige Krone taucht erstmals in der Zeit Echnatons auf.

Kronen der "Beiden Länder"

Symbole der Doppelmonarchie





Abb. ganz links: Rote Krone – altägyptisch: Deschret
Die unterägyptische Rote Krone des Deltas bestehend aus meist roter Kappe, hohem Hinterteil mit Spirale und der Uräus-Schlange an der Stirn; sie symbolisiert des Königs Herrschaft über Unterägypten.
Abb. links: Weiße Krone – altägyptisch: Hedjet
Die oberägyptische Weiße Krone dargestellt in hoher meist weißer Birnenform; sie symbolisiert des Königs Herrschaft über Oberägypten.
Beide Kronen gehören zu den ältesten Kronen.

Doppelkrone – altägyptisch: Sechemtj (= "die beiden Mächtigen")
Beide Kronen verschmolzen zur Doppelkrone, sie ergeben das absolute Königssymbol. Diese kombinierte Krone symbolisiert die absolute Herrschaft des Königs über Ober- und Unterägypten (= "Beide Länder")

Nemes-Kopftuch





Nemes-Kopftuch
Tuch aus einem rechteckigen Stoffstreifen, das der König anstelle der Krone tragen konnte. Seit dem AR belegt. Das Tuch bedeckte die Stirn, lag über dem Kopf an und fiel über die Ohren über zwei Stoffstreifen herab. Der Stoffteil, der über den Hinterkopf herabfiel wurde im Nacken zu einem Wulst zusammengedreht/-gebunden. In Darstellungen ist das Nemes oft blau-gold (gelb) gestreift.

Federkrone

Die Federkrone ist eine kunstvoll zusammengestellte Krone mit mehreren schützenden Uräen und Sonnenscheiben. Ihre wesentlichen Elemente sind zwei aufrechtstehende Straußenfedern. Sie können sich über Widder- oder Stierhörnern erheben, zwischen den Kielen kann sich die Darstellung einer Sonnenscheibe befinden. Diese vielleicht eher als Kultmaske anzusehende Krone wurde außer vom König von verschiedenen ägyptischen Gottheiten getragen.

Blaue Krone (Kriegskrone)





Abb. links: Die Blaue Krone – altägyptisch: cheperesch – wurde vom Pharao zu gewissen Anlässen und oft in der Schlacht getragen. Unter Blauer Krone versteht man einen Helm des Königs, dessen Oberfläche von gepunzten Ringen und Punkten (aus Metall?) bedeckt ist. In Reliefdarstellungen und Wandmalereien ist diese Krone selbst blau, ihr Dekor gelb (gold) wiedergegeben. Eine Abwandlung bildet die Blaue Kappe (Abb. ganz links), mit ähnlicher Funktion. Die Kappe hat ihr Vorbild in der blauen Kappe des Gottes Ptah.

Perücke und Prinzenlocke





Abb. links: eine Seitenlocke, nach dem Vorbild des Gottes Chons (Kind- und Mondgott), die die prinzlichen Nachfolger des Königs trugen. Die Locke an der rechten Schläfe getragen galt als Jugendzeichen im Alten Reich. Im Neuen Reich war sie das Zeichen der Prinzen und des Sem-Priesters als des Darstellers des Thronfolgers im Königsritual.
Abb. ganz links: Perücke mit Stirnband und Uräus. Wurde vom König bei unterschiedlichen Anlässen getragen


Perücke, die Ramses III. trägt.
(Fotos: Elvira Kronlob)

Prinzenlocke, die Chaemwaset, der Sohn von Ramses III. trägt

Kopfschmuck der Königin


Geierhaube der Königin, íhre Standardinsiginie.
Der König hatte eine "Große Königsgemahlin" an seiner Seite. Und diese Königinnen trugen die Geierhaube auf dem Haupt als königliches Abzeichen. Der Geier als ein in Attribut der thebanischen Göttin Mut, der Gemahlin des Reichsgottes Amun im Neuen Reich. Die Geierhaube war ursprünglich der Kopfschmuck der oberägyptischen Göttin Nechbet.

Abb. rechts: die Göttin Hathor trägt die Geierhaube mit Kuhgehörn und Sonnen-Scheibe. (Foto: Stefan Eggers)

Die Uräusschlangen mit Sonnenscheibe auf dem sogenannten Modius, symbolisieren die Landesgöttin Wadjet (von Unterägypten). Die Geierhaube konnte in Kombination mit einem Modius (oder Kalathos) noch weitere Elemente, wie Federn, Sonnenscheibe und Kuhgehörn tragen. Geier wie auch Schlangen galten als Personifikation der Mutterschaft. – Auch Göttinnen wie z.B. Isis oder Mut trugen die Geierhaube.

(Zeichnungen "Insignien": Anja Semling)

Die fünf Titel der Königstitulatur. Weiter ...

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