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Nahrung

Bier, Wein, Milch, Wasser, Fleisch, Fisch, Gemüse, Früchte, Brot , u.v.m.

Die alten Ägypter aßen ohne Zweifel mindestens zwei Mahlzeiten am Tag, womöglich sogar drei. Man weiß nur nicht welche als Wichtigste angesehen wurde. Alle Speisen wurden mit den Fingern gegessen. Man stellte aber Wasserschalen zum Reinigen der Finger auf den Tisch.
Brot und Bier waren die Grundnahrungsmittel des Volkes. Es gab verschiedene Getreidesorten: den Weizen, das Korn und den Emmer. Der Weizen, der der Herstellung von Brot diente und die Gerste, die zur Herstellung von Bier benutzt wurde. Der Getreideanbau war einer der größten Reichtümer der alten Ägypter.

Die Armen begnügten sich mit dieser pflanzlichen Nahrung, die sie mit Datteln, Feigen oder Trauben anreicherten. Nur manchmal wurde eine Gans oder Ente auf dem Holzkohleherd gebraten. Stengel von Lotosblumen und Papyrusstengel wurden auch von den Bewohnern der Sümpfe gegessen.

Abb. links: reich gedeckte Platte die Opfergaben in Form von Nahrungsmittel für die Götter trägt: Brote, Geflügel, Gemüse, Obst (hier Trauben, Granatäpfel). Eine Fruchtbarkeitsgottheit Iunet, hält das Tablett.
Ausschnitt, Tempel des Ramses in Abydos.
(Foto: Christoph Schmid)


Wohlhabende Leute gaben sich nicht mit so einer einfachen Kost zufrieden. Auf den königlichen Tischen wurden mehrere Arten von Geflügel serviert: Gänse, Enten, Tauben, Wachteln. Verzehrt wurde genauso Fleisch, vor allem vom Rind. Die Fische des Nils wurden nicht überall geschätzt. Entweder wurden sie gekocht oder getrocknet und gesalzen gegessen.

Es gab verschiedene Gemüsesorten sowie frische und getrocknete Früchte. Ebenso eine Art Honig. Die Dum Palme (Kokospalme) und die Dattelpalme wurden wegen ihrer Früchte gepflanzt. Die alten Ägypter pflegten Obstgärten, wo z.B. Olivenbäume, Zitronenbäume und Granat-Apfelbäume sowie Mandelbäume gezüchtet wurden. Obstbäume wuchsen auch wild. Gemüsesorten wurden auch angebaut, dazu zählen zu den ältesten bekannten Sorten: Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, aber auch Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen. Salate gab es genau so reichlich wie Gurken, Wassermelonen und Melonen.

Die Alten Ägypter hatten eine sehr lange Speisenliste, im Folgenden einige wesentliche Nahrungsmittel:

  • Zwiebeln, Lauch, Knoblauch
  • Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen
  • Ägyptische Gurken (eine Art Melone)
  • Salate, Lattich
  • Melonen
  • Brote in vielerlei Sorten und Gebäck
  • Gänse, Enten, Tauben, Küken, Wachteln
  • Feigen, Datteln, Dumpalmenfrucht
  • Zahlreiche Früchte wie: Zitronen, Granatapfel (Abb. unten)
  • Fischsorten wie: Barsche, Barben, Welse
  • Fleisch: Schwein, Rind, Schaf, Ziege, Wild
  • Milchprodukte
  • Trauben
  • Milch, Wein, Bier
  • Gewürze wie: Kümmel, Koriander
  • Honig

Foto und Copyright: Anja Semling


Abb. links: Granatapfel. Solche Früchte wurden den Toten auch gerne mit ins Grab gegeben. Man hat vertrocknete Früchte in Grablegen gefunden.
(Foto: A. Semling)

Abb. oben: Verschiedene Nahrungsmittel dargestellt als Opfergaben. Körbe mit Feigen und Trauben, Brote, Rinderschenkel, Geflügel. Ausschnitt aus einer Wandmalerei, Grab des Nebamun. Neues Reich. – British Museum, London. Foto: Anja Semling


Getränke

Die alten Ägypter konsumierten viel Milch (altägyptisch: irtet), besonders von der Kuh, aber auch von der Ziege und vom Schaf. Beliebte Getränke waren Wein (altägyptisch: irep) und vor allem Bier (altägyptisch: henqet).

Bier war das verbreitetste Getränk in Ägypten, sozusagen Nationalgetränk. Es wurde auf Basis von Gerste oder von Weizen und Datteln zur Zuckerung hergestellt und machte eine Fermentation durch. Lange lagern konnte man es aber nicht.
Der Wein, der seit sehr langer Zeit in Ägypten bekannt war, wurde von der ganzen Bevölkerung getrunken. Den wohlhabenden Leuten war er im Alten Reich allerdings vorbehalten. Es gab zahlreiche unterschiedliche Weinsorten. Im Alten Reich kannten die Ägypter mehrere Sorten Wein, darunter Rotwein, Weißwein und Schwarzwein.


Die Kultivierung der Rebe verbreitete sich im Neuen Reich in ganz Ägypten. Eine enorme Menge an Wein wurde produziert, die man in sorgfältig verschlossenen Vorratsgefäßen aufbewahrte. Manche Gefäße wurden etikettiert. Wein wurde reichlich getrunken, nicht nur bei Festen, sondern jeden Tag, von den Feld- und anderen Arbeitern, die sie ihn in einer kleinen Flasche bei sich trugen, aus der sie während ihrer Arbeit tranken.

Die Ägypter aßen in der Regel wohl alleine oder zu zweit, denn große Tische gab es nicht. Die Nahrungsmittel wurden auf kleine Tischchen aus Holz, Stein oder Metall in ovaler Form mit drei oder vier Füßen gestellt. Es konnten aber auch einfache Steinscheiben sein, die auf einem geschnitzten Fuß ruhten.

Es gab große Kochöfen und Kohlebecken sowie Vorratsgefäße zur Nahrungs-Aufbewahrung. Bei der Königsfamlie während den Festlichkeiten nahmen viele Menschen gleichzeitig ein üppiges Mahl zu sich.

Abb. links: mit Fisch-Motiven dekorierte tiefe Schale. Nun-Schale aus Fayence. Neues Museum, Berlin. (Foto: Anja Semling)


Speisen aus dem Diesseits für das Jenseits

Bei ihrem Tode wurden die Ägypter mit allem zu Grabe getragen, was sie für das Leben im Jenseits benötigten – einschließlich vollständiger Mahlzeiten.

Die Lebensmittel: Brot, Entenfleisch, Trockenfisch und Feigen, die man gut erhalten in Schüsseln und auf Rohrregalen in Gräbern bei Theben fand, bezeugen, dass die alten Ägypter einen abwechslungreichen, üppigen Speiseplan schätzten.

Abb. links: Tongefäß das zur Aufbewahrung von Lebensmittel diente. British Museum, London.
(Foto: Anja Semling)


Wer sich was leisten konnte, hing natürlich von der sozialen Klasse ab, doch gehörten neben Brot und Bier, das aus Weizen und Gerste gebraut wurde, verschiedene Gemüsesorten – Zwiebeln, Gurken, Bohnen, Linsen, Erbsen und Salat, um nur einige zu nennen – und Früchte wie Datteln und Wasser-Melonen zu den Grundnahrungsmitteln.
Während sich die ärmeren Bauern vermutlich mit den Erzeugnissen ihres Bodens begnügen mußten, standen bei den reicheren Ägyptern auch Fisch und Geflügel auf der Speisekarte. Die Wohlhabenden genossen, manchmal im Überfluß, Gaumenfreuden wie Wein, der nach Jahrgang und Weingut etikettiert war, und fetthaltiges Rind- und Schweinefleisch.
Ägyptische Köche verwendeten Öle, Bindemittel und Gewürze bei der Zubereitung von Suppen und Gerichten. Zum Würzen nahmen sie Knoblauch, Kümmel, Koriander, Petersilie und Bockshornklee. Mit Datteln, Feigen, dem Fruchtmark von Johannisbrot und anderen Früchten süßte man Kuchen und Gebäck; auch Honig wurde zum Süßen verwendet, allerdings nur in Häusern, in denen man ihn sich leisten konnte.

Abb. oben: Details aus Getreide-Ernte. Nach dem Abschneiden der Ähren, warfen Männer die Ähren in die Körbe und Netze, die zur Tenne gebracht wurden. Die Körbe waren sehr groß, zwei Mann trugen je einen an einem Stock befestigt, übers Feld.
Grab des Menna (TT 69), Scheich Abd el-Gurna. Neues Reich, 1. Hälfte 14. Jahrhundert v.Chr. Malerei auf Putz. (Foto: Elvira Kronlob)


Als Grundnahrungsmittel sowohl der Armen als auch der Reichen – der Menschen wie der Götter – waren Brot und Bier von grundlegender Bedeutung. In vordynastischen Ausgrabungs-Stätten kamen erhaltene Brotlaibe und Krüge mit Bierresten zutage. Sowie auch in späteren Gräbern.

Abb. unten: Vertrocknete Lebensmittel, die einst als Grabbeigaben dienten.
British Museum, London. (Foto: Anja Semling)

Brot- und Bierherstellung
Zur Mehlgewinnung wurde das Korn im Mörser mit einem Stößel zerstampft oder mit einer Rolle auf einem flachen Reibstein gemahlen.

Die für einen vielköpfigen Haushalt benötigte Teigmenge konnte anstatt mit den Händen auch mit den Füßen geknetet werden. Brotlaibe wurden in ovalen Öfen gebacken. Für Fladenbrote legte man den Teig auf die Außenwand des Ofens oder auf flache Herdstellen, wie es sie heute noch gibt. Gerste und Brotgetreide, die in irdenen Bottichen zu einem Brei vermischt wurden, vergoren zu dem Getränk, auf das weder die Lebenden noch die Toten verzichten wollten: Bier (altägyptisch: henqet).

Während Bier auch in einfachen Haushalten beinahe täglich zubereitet wurde, war Wein wegen der aufwändigen Herstellung ein teures Getränk, das vor allem den Reichen vorbehalten blieb. Die Königsgräber der Frühzeit besaßen eigene Lager für Weinkrüge. Grabmalereien zeigen Ägypter auch bei der Herstellung von Wein, z.B. das Ernten und Trotten der Trauben.

Abb. rechts: die Hieroglyphen für das Wort Wein (altägyptisch: irep).


Im Grab des Tutanchamun fand man viele Krüge Wein von verschiedenen Jahrgängen, ein Krug davon datiert sogar auf die Regierungszeit von Amenophis III. und der Krug war längst leer.

Da die unglasierten Krüge die Flüssigkeit über Jahre nicht halten konnten und diese einfach verdunstete, wurden von den Forschern viele Krüge gefunden, die zwar etikettiert waren, aber schlichtweg leer.

Abb. links: Tongefäße. British Museum, London (Foto: Anja Semling)

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