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Stein-Architektur > Tal der Könige > KV 62

King's Valley 62 & KV 63

  • Königsgrab von Tutanchamun
  • Nummer und Lage des Grabes: KV 62, Wadi Biban el-Muluk
  • Entdeckt: 4. November 1922 von Howard Carter
  • Königsmumie: 1922 in situ (am ursprünglichen Ort) gefunden; noch immer in King's Valley (KV 62)

Die Entdeckung des Grabes

In den Jahren 1905 und 1908 fand der Archäologe und Amerikaner Davis erste Fundstücke, die ein Hinweis zu dem Grab von Tutanchamun lieferten; dazu zählte auch ein blauer Fayence-Becher mit der Aufschrift des Thronnamens des Herrschers. Nach dem Tode von Davis, im Jahre 1914, war das Hauptteil des Grabungsortes zwar schon gründlich erforscht aber der begabte englische Zeichner sowie Archäologe Howard Carter erkannte, dass der Talboden unter einer Dutzende Meter dicken Schicht aus Gesteinsbrocken begraben war. Nachdem Carter im Jahre 1915 aus dem Grab des Amenhotep III. viele Fundstücke entdeckte hatte wurde auch wieder das Interesse seines Geldgebers Carnarvon geweckt, und Carter sollte dort weitermachen wo Davis aufgehört hatte zu graben.
Im Jahre 1917 begann Carter mit der ersten einer Serie von Kurzgrabungen im Tal der Könige. Von 1919 bis 1921 untersuchte er einen weiteren Sektor des Tals. Die Ergebnisse waren eher spärlich, allerdings fand er am westlichen Ende des Tales Siegelabdrücke mit dem Namen Tutanchamuns, dessen Grab man bis dahin immernoch nicht entdeckt hatte.

Abb. oben: grafische Aufsicht. Das Grab des Tutanchamun bestand aus: Vorkammer gefüllt mit Gebrauchsgegenständen, die mittlere Kammer als Sargkammer (Grabkammer) mit den goldenen Schreinen und den Särgen der Mumie sowie einer Schatzkammer mit dem großen Kanopenschrein.

  • Vorkammer: enthielt vier königliche Wagen, drei rituelle Liegen, die beiden lebensgroßen Wächterstatuen und eine Vielzahl anderer Dinge.
  • Sargkammer: die vier vergoldeten Schreine und der gestirnte Leinenbaldachin, die einen Quarzitsarkophag, zwei vergoldete Holzsärge und einen Innensarg aus purem Gold, in dem die Mumie des Königs lag, umschlossen, füllten die Sargkammer fast ganz aus.
  • Schatzkammer: enthielt die Kanopen, einen Anubis-Schrein, als Nebenbestattungen die beiden totgeborenen, mumifizierten Föten Tutanchamuns, Begräbnisskulpturen und Modelle.
Bild

Als Carter (Abb. links) schließlich nach langem Suchen eine unberührte Stelle freilegte, fanden Arbeiter am 4. November 1922 eine Stufe, die letztendlich ins Grab des Tutanchamun führte.


Was die Arbeiter entdeckt hatten schien zunächst bescheiden. Man stieß aber dann auf eine vermauerte Türöffnung, auf deren Verputzschicht eine Reihe von Siegelabdrücken zu erkennen war. Weiter unten auf der Tür identifizierte Carter die Schriftzeichen für Neb-Cheperu-Re, der Thronname von Tutanchamun. Lord Carnarvon traf am 23. November 1922 wieder in Ägypten ein, und er und Carter machten sich auf, das Grab erneut freizulegen. Sie mußten feststellen, dass das Grab in der Antike schon einmal beraubt worden war, wobei die Grabräuber nur kleinere Gegenstände entwenden konnten. Als Carter dann endlich die Kammer öffnete und mit Licht erhellte, erblickte er Goldschätze und Grabbeigaben.
In nur vier Felskammern mit knapp 80 Quadratmetern Grundfläche stapelten sich – mehr, aber auch minder geordnet – Tausende erlesener Kunstwerke. Vom winzigen Kleinod bis zum übermannshohen Schrein. Das Meiste, sieht man von den natürlichen Zerfallserscheinungen bestimmter organischer Materialien ab, war in erstaunlich gutem Zustand. Und alles zusammengetragen, um das Weiterleben des toten Königs vor allen erdenklichen Gefahren des Jenseits zu schützen, ihn zu den Göttern zu erheben und ihm zugleich so viel wie möglich von den Annehmlichkeiten des irdischen Daseins zu bewahren.

Das Äußere des Grabes war im Gegensatz zu seinem Inhalt aber sehr bescheiden, wahrscheinlich, weil es bei dem plötzlichen Tod des Pharao in aller Eile errichtet worden war. Ursprünglich war das Grab für Eje (Nachfolger von Tutanchamun) angefertigt, bis Tutanchamun dann so plötzlich verstarb, und sein eigenes großes Königsgrab für seine Bestattung offenbar noch nicht fertig war. Nach mehr als fünfjähriger Suche, hat es dann noch gut 10 Jahre – bis Ende 1932 – gedauert, ehe das Grab geleert, die Funde geordnet, schriftlich erfaßt, wo es not tat, restauriert und in das Kairoer Museum überführt worden waren.

Abb. links: Kanopenschrein.
Ägyptisches Museum Kairo. (Foto: Stefan Eggers)


Im Inneren sticht der Sarkophag des Pharao zwischen all den reichen Grabbeigaben durch seine Schönheit hervor. Es wäre richtiger zu sagen »die Sarkophage«, da der Körper des Pharao auf drei Särge verteilt war:

Der erste aus vergoldetem Holz, der zweite aus vergoldetem Holz mit Glaspaste und der dritte aus Massiv-Gold. Der goldene Sarg des Tutanchamun ist eines der Meisterwerke der Goldschmiedekunst aller Zeiten. Er ist aus 200 kg Gold, 1,80 m hoch und mit Lapislazuli und Türkisen übersät. Auf dem Kopf der Mumie lag die herrliche goldene Totenmaske.

Abb. rechts: Totenmaske Tutanchamuns. (Foto: Peter Funk)


Der Leib des einbalsamierten Tutanchamun erwies sich zwar als weniger gut konserviert, als man es hätte erwarten können. Doch das Antlitz strahlte noch, wie Carter berichtet, die Schönheit des jungen Tutanchamun und eine friedvolle Ruhe aus.

Buch-Tipp

Auf den Spuren Tutanchamuns

  • Von Zahi Hawass
  • Verlag: Theiss
  • Erscheinungsdatum: 23. Januar 2015
  • Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
  • Sprache: Deutsch
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Der Grabschatz des Tutanchamun zählt zu den bedeutendsten Entdeckungen der Archäologie. Seit Howard Carter das Grab im Tal der Könige fand, ist die Faszination, die von den tausenden Grabbeigaben ausgeht, ungebrochen. Der Band zeigt opulent und kenntnisreich die ganze Schönheit und Bedeutung des Schatzes.

Grab KV 63 im Tal der Könige

Nach dem sensationellen Fund des Tutanchamun-Grabes KV 62 durch Howard Carter im Jahre 1922, gelang es einem Forscherteam erneut ein weiteres Grab im Tal der Könige zu orten.

Abb. links: KV 63 "Eingang"


Im Frühjahr 2005 fand eine Grabungsmission der US-Universität Memphis unter der Grabungsleitung von Dr. Otto Schaden, ein bislang unbekanntes Grab im Tal der Könige. Es liegt zwischen dem Grab des Tutanchamun (KV 62) und dem Grab des Amenmesse (KV 10). Dies Grab nannte die Wissenschaft in Folge: KV 63 (KV = Kings Valley). Im Februar 2006 konnte der Fund dann schließlich, nach vorausgegangenen weiteren Grabungsarbeiten im Herbst 2005, der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden; durch den ägyptischen SCA (Supreme Council of Antiquities). Auf das Grab aufmerksam wurde die Grabungsmission bei der Freilegung von Überresten von Grabarbeiterhütten vor dem Eingang von KV 10.

Eigentlich ist es eine Sekundärbestattung, so vermutet die Wissenschaft, und kein klassisches Königsgrab. Vermutlich stammt das Grab aus der 18. Dynastie. Es gehörte vielleicht zuerst einem Priester oder Angehörigen der Königsfamilie und wurde später als Mumienversteck benutzt.

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Die entdeckte Grabkammer die unterhalb eines etwa 5 Meter in die Tiefe führenden Schachtes und hinter einer (ehemals) 1,5 Meter hohen Scheintür liegt. Die Grabkammer ist 4 x 5 Meter groß und beherbergt wahrscheinlich eine Sekundärbestattung, bestehend aus sieben Holzsarkophagen und 28 großen Amphoren (Vorratskrüge).

Fotos: Grabungsmission KV63, genehmigt von Roxanne Wilson

Buch-Tipp

Das geheimnisvolle Grab 63 – Die neueste Entdeckung im Tal der Könige. Kunst und Archäologie von Susan Osgood.

Hrsg.: E. Dziobek, M. Höveler-Müller, C. E. Loeben

Zur Buchvorstellung
  • Mit Beiträgen von Marianne Eaton-Krauss, Michael Höveler-Müller, W. Raymond Johnson, Christian E. Loeben, Susan Osgood, u.a.
  • Verlag: VML – Verlag Marie Leidorf GmbH
  • Erscheinungsdatum: 2009
  • Seitenzahl: 240, 115 Abbildungen
  • Broschierte Ausgabe
  • ISBN: 9783867574532


    Grab KV 63 ist die erste neu entdeckte Anlage im Tal der Könige seit Howard Carter im Jahr 1922 auf das Grab Tutanchamuns [KV 62] stieß. Es ist eines von rund 20 Privatmonumenten inmitten von 26 Gräbern von Pharaonen und vier von königlichen Familienangehörigen. Im Rahmen des seit 1992 laufenden „Amenmesse-Projektes“ wurde 2005 im Umfeld von Grab KV 10 der Eingang zu KV 63 entdeckt.

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