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Industrie und Handel

Die innerägyptische Handelsstraße war der Nil, privater Handel entwickelte sich zunächst in der Historie Ägyptens aber nur im bescheidenen Rahmen. Ein Außenhandel unter staatlicher Regie begann erst im Mittleren Reich und entfaltete sich mit der politischen Expansion im Neuen Reich. Exportiert wurden besonders Getreide, Kupfer und Gold als Rohmetall oder Fertigware.

Importiert wurden vor allem Holz (Libanon-Zedern) Gewürze und Weihrauch.
Der Hauptumschlagplatz war Byblos in Phönizien. Die Vormachtstellung im östlichen Mittelmeer beruhte auf der Kupferproduktion. Der Beginn der Eisenzeit bedeutete für Ägypten einen politischen Wendepunkt.

Abb. links: Wandmalerei (Detail) im Grab des Roy (TT 255). (Foto: Elvira Kronlob)


Die Ägypter waren auch auf industriellem Gebiet und im Handel ziemlich erfahren. Die Entdeckungen der unterschiedlichsten Gegenstände in den Gräbern beweisen, dass die Ägypter mit seltener Fähigkeit Gold, Silber und Kupfer bearbeiteten und Edelsteine mit hoher Präzision zu schleifen wussten.
Als Experten in der Schmuckherstellung (Ringe, Armbänder, Anhänger und Ohrgehänge) erreichten sie hierin den Höhepunkt ihrer Fähigkeiten während der 4., 12., 18. und 20. Dynastie. Mit beschränkt verfügbarem Material stellten die Ägypter wertvolle Stoffe her und auf gleiche Weise wurden Keramik, Glas und Glasuren gefertigt. Es gab auch Manufaktur.

Es gab keine Münzen als Kaufmittel; nachdem man sich über den Wert geeinigt hatte, wurde die Ware gegen die andere getauscht. Mit den Völkern Nubiens z.B. tauschte man landwirtschaftliche gegen industrielle Güter. Es waren Produkte wie Getreide und Zwiebeln, Waffen und Schmuck gegen Holz und Felle, Gold und Elfenbein.
Gewürze und Weihrauch kamen aus Arabien, während eine große Menge Zedernholz aus Phönizien geliefert wurde. Von der 18. Dynastie an knüpften die Ägypter fruchtbringende Beziehungen mit den Ländern am Euphrat und den Inseln des östlichen Mittelmeeres. Kupfer wurde zum Beispiel aus Zypern eingeführt. Die Bergwerke waren staatseigen Betriebe, Landwirtschaft und Handwerk unterstanden meist den Tempeln, der Staat setzte die Preise fest, regelte den Handel mit den Nachbarn, und während des Alten Reiches trieb der Pharao sogar höchstpersönlich die Steuern ein.

Handel

Die großen Handelstransaktionen mit ausländischen Staaten lagen in den Händen des Pharaos. Der Pharao schickte seine Beamten um Holz und Produkte für den Hof und die hohen Beamten einzukaufen. Die Priester besaßen Flotten, um Holz zum Bau von Tempeln und die für den Kult notwendigen Parfüms zu importieren. In Zeiten der Macht kaufte man diese Produkte nicht, sondern empfing sie als Tribut von Nubien oder den asiatischen Ländern.
Es war auch der Staat, der Expeditionen ans Rote Meer organisierte, wo man ägyptische Waren gegen wertvolle Produkte von Punt eintauschte. Seit dem Alten Reich führten die Ägypter Schifffahrten zum Lande Punt durch.

Darstellungen aus der Expedition nach Punt in der Regierungszeit der Königin Hatschepsut im Neuen Reich. Dieses denkwürdige Ereignisse hielten die Ägypter auf ihrem Totentempel in Deir el-Bahari fest. (Bild: Elvira Kronlob)


Es existierte natürlich auch Binnenhandel, der aber auf einem beschränkten Gebiet betrieben wurde. Männer von niedriger Abstammung, die sich am Handel bereicherten gab es nur sehr wenige. Es gibt jedoch aus dem Alten Reich Darstellungen von solchen Geschäften, die in den Städten und Dörfern betrieben wurden und bei denen man Tauschgeschäfte tätigte:
Die Händler sitzen vor ihren großen Körben, Kuchen, Schminke und Parfüms, Fische, Geschmeide und Schmuck, etc. Die Käufer (Männer und Frauen) tragen auf ihren Schultern einen Sack oder eine kleine Kiste mit den Produkten, die sie gegen die angebotene Ware tauschen wollen. Über den Personen steht der hieroglyphische Text, leider oft zerstört, der die Gespräche wiedergibt:
“Sieh, für dich der Kuchen, süß“
, sagt der Verkäufer und der Käufer, der schon eine Halskette anbietet, fügt eine Sandale dazu: "Hier für dich eine feste Sandale“. Etwas weiter ist es ein Armband, das der Käufer dem Gemüsehändler anbietet: “Hier für dich ein Armband, ausgezeichnet für deinen Arm.“ – “Laß sehen!" bittet der Händler und fügt hinzu, er das Armband wohl nicht dem Gemüse gleichwertig erachtet: “Gib ein Gleiches“. Ein anderer kommt mit einem Fächer und bietet dem selben Händler diesen Fächer an, indem er sagt er solle sich Luft zufächeln.
Solche Darstellungen sind selten und man kennt sie kaum mehr ab dem Mittleren Reich. Sie beweisen jedoch die Existenz eines kleinen lokalen Handels.

Geld

Es gab keine Münzen als Kaufmittel im ägyptisch-pharaonischen Ägypten. Als Maßstab für den Vergleich des Wertes verschiedener Waren diente eine bestimmte Menge von Kupfer, das "Deben"; erst ab dem Neuen Reich. Nachdem man sich über den Wert geeinigt hatte, wurde die Ware gegen die andere getauscht. Erst die Griechen führten dann das richtige Geld (als Münzen) in Ägypten ein.

Münzen aus der Römischen Zeit (30 vChr.–395 n.Chr.)

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