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Große Königliche Gemahlinnen

Stets gab es im Alten Ägypten starke Königinnen. Vor allem im Alten Reich spielten sie eine wichtige und bedeutende Rolle. Sie waren neben den Pharaonen gleichwertige Trägerinnen der Legitimität des Herrscherhauses, die häufig Dynastiewechsel überbrückten. Die Königinnen nahmen am politischen Geschehen teil und waren für die Erziehung der Königskinder verantwortlich.

Copyright Foto: Jon Bodsworth

Auf zahlreichen Darstellungen begleitet die Königin ihren Gemahl. Sie trug den Titel »Große Königliche Gemahlin«, d.h. sie ist zur offiziellen Königin erhoben.
Mancher Pharao leistete sich noch Neben-Gemahlinnen, die aber weniger von Bedeutung waren als die offizielle Königin. Ab dem Neuen Reich, gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass diese fähigen Monarchinnen Einfluss auf die Staats-Angelegenheiten nahmen.

Abb. links: Königin Teje. 18. Dynastie.
Ägyptisches Museum, Louvre.
(Foto: Jon Bodsworth)


Königin im Alten Ägypten bedeutete für jene entweder Regentin (Königin mit Herrscherbefugnis/"Herrscherin") oder »Große Königsgemahlin« (= Hauptfrau des Königs; altägyptisch: hemet-nesut weret) zu repräsentieren.

hmt nsw

Hieroglyphen:
hemet-nesut (hmt-nswt) = Königsgemahlin


Die ägyptische Sprache kennt demnach mindestens zwei Begriffe für die sogenannte »Königin«: einen für die tatsächliche Regentin und einen ganz anders lautenden für die königliche Gemahlin – die bei uns ebenfalls Königin heißt – obwohl sie keine Machtbefugnisse hatte. Im Ägyptischen gibt es keine Femininform für einen weiblichen König; das unserem Königin entsprechende altägyptische Wort bezeichnet ausschließlich die Königsgemahlin.
Der Name der Königin wurde in einer Kartusche geschrieben, während den Königen zwei Namenskartuschen vorbehalten waren.

Die Königsmutter nannte sich auf altägyptisch mut-nesut (Mutter des Königs) und hatte auch den Status einer Königin. Desweiteren gab es die Titel: Königsschwester (altägyptisch: senet-nesut) und Königstochter (altägyptisch: sat-nesut).

Ebenso wie der König als Sohn des Sonnengottes Re und lebendes Abbild des Horus (Sohn des Osiris) galt, wurde die Königin seit altersher mit Hathor identifiziert, die in der ägyptischen Mytologie die Tochter des Ra, Gemahlin des Gottes Horus sowie Mutter des Sonnenkindes ist (aber auch als Mutter und Amme des Ra auftreten kann). Die Königin Teje wurde zum Beispiel sehr stark mit Hathor identifiziert.

Königinnen in chronologischer Reihenfolge

Tetischeri
Ahhotep
Ahmes-Nefertari
Hatschepsut
Teje
Neferneferuaton-Nofretete
Anchesenamun
Nefertari
Meritamun
Kleopatra VII.

Weitere Königinnen

Hotep-Neith, Merit-Neith, Hetep-heres,
Nefru-Sobek, Tausret

Copyright: Stefan Eggers

Tetischeri (Teti)
Große Königliche Gemahlin von Senachtenre Tao I.


Epoche, Dynastie: Anfang Neues Reich, 17. / Anfang 18. Dynastie.
Herkunft: Ägypten, stammt von bürgerlichen Eltern ab.
Kinder: mindestens zwei: Ahhotep und Seqenenre Tao II.

Tetischere stand ganz am Anfang einer Reihe von eindrucksvollen Frauengestalten im alten Ägypten. Sie hatte die Geschicke des Landes in einer ganz entscheidenden Phase (Hyksos-Befreiung) mitgeleitet und mitbestimmt. Zunächst an der Seite ihres Gemahls Tao I. als Große Königsgemahlin und als Königinmutter von Ahhotep und Tao II., sowie schließlich als Beraterin ihres Enkels Ahmose, dem die Befreiung Ägyptens von den Hyksos endgültig gelang. Sie überlebte ihren Gatten Tao I., ihren Sohn Tao II. und den ersten ihrer Enkel auf dem Thron, Kamose, und erlebte sogar noch die ersten Thronjahre ihres weiteren Enkels Ahmose. Dieser Ahmose errichtete seiner Großmutter Tetischere ein Grab und auch eine kleine Kapelle auf heiligem Boden in Abydos, nahe dem »Grab des Osiris«.

Ahhotep
Große Königliche Gemahlin von Seqenenre Tao II.

Epoche: Anfang Neues Reich
Dynastie: 17. / Anf. 18. Dynastie.
Mutter: Königin Tetischere
Vater: Senachtenre Tao I.
Geschwister: Seqenenre Tao II.
Kinder: Königin Ahmose-Nefertari, König Ahmose, Prinz Ahmes Sapaiir u. Prinzessin Ahmose-Hentempet


Ahhotep war mit ihrem Bruder Tao II Seqenenre "verheiratet" worden. Nach dem Tod von Königin Tetischeri, ihrer Mutter war Ahhotep, die Mutter von Ahmose die treibende Karft ihres Sohnes, der maßgeblich an der "3. Reichseinigung" – Anfang 18. Dynastie – beteilgt war. Die politische Bedeutung zeigt sich auch in einer Inschrift: In der nubischen Festung Buhen hat Ahmose nach deren Wiedereroberung einen Tempel erbauen lassen, in dessen steinerne Toreinfassung die Namenskartusche, der in ein Oval eingeschlossene Königsname, der Königinmutter Ahhotep neben der ihres Sohnes eingegraben ist. Solche Doppelkartuschen kommen aber sonst nur bei Mitregentschaften vor, so dass wohl der Schluß erlaubt ist, Ahhotep sei zumindest eine zeitlang Mitregentin Ahmoses gewesen. Vielleicht hat sie nach dem plötzlichen Tod ihres ältesten Sohnes Kamose die Regentschaft für ihren in noch kindlichem Alter auf den Thron gelangten jüngsten Sohn Ahmose übernommen. Dann würden sich die in der Ahmose-Inschrift geschilderten Ereignisse in dieser Zeit abgespielt und die siegreichen Feldzüge des Ahmose gegen die Hyksos vorbereitet haben. Damit erklären sich auch die Waffengeschenke Ahmoses an seine Mutter. Als Ahhotep starb ließ Ahmose sie prunkvoll in Theben / Dra Abu el-Naga beisetzen. Ihr Sarg sowie ihre Mumie wurden im Depot DB 320 gefunden, mit zahlreichen Grab-Beigaben wie z.B. Waffen und eine Halskette mit goldenen Fliegen (eine Auszeichnung für Tapferkeit im Krieg).

In Karnak ließ Ahmose eine Stele aufstellen,
deren Text ein Preislied auf die Königsmutter Ah-hotep enthält:

»Preiset die Herrin des Landes,
die Herrscherin der Ufer Phönikiens,
deren Name erhöht ist über die Bergländer,
die entscheidet über das Volk, …
die über alles Bescheid weiß,
die Ägypten zusammenhält.
Sie hat Ägyptens Fürsten geeint
und ihren Zuammenhalt gefestigt;
sie hat seine Flüchtlinge heimgeführt
und seine Rebellen gebändigt.
Sie hat Oberägypten zur Ruhe kommen lassen
und seine Aufständischen vertrieben,
sie die Königsgemahlin Ah-hotep, sie lebe.«

hmt nsw

Ahmes Nefertari
Große Königliche Gemahlin von Ahmose.


Epoche, Dynastie: Neues Reich, 18. Dynastie.

Ahmes Nefertari, die Hauptgemahlin von König Ahmose und die Mutter von Amenophis I. war eine der wichtigsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, deren Ruhm weit über ihren Tod hinausging. Als erste Königin hatte sie das priesterliche Amt der »Gottesgemahlin des Amun« inne, und nach dem Tod ihres Mannes bestieg sie den Tod als Regentin, weil ihr Sohn noch zu klein für die Regierungsgeschäfte war. Aufgrund ihrer zahlreichen Beiträge zur Entwicklung thebanischer Grabstätten und Tempel und aus Dank für ihre Verdienste um die Neugestaltung der ägyptischen Religion wurde Ahmes Nefertari seit dem Beginn des ersten Jahrtausends v.Chr. in der Gegend von Theben sehr verehrt, vor allem in dem Handwerkerdorf Deir el-Medine. Ihre Grabstätte liegt vermutlich in den Hügeln von Dra Abu el-Naga. Ahmes Nefertari wurde nach ihrem Tod von ihrem Sohn Amenophis I., mutmaßlich in seinem eigenen Grab, bestattet. Auf jeden Fall teilte sie seinen Totentempel mit ihm.
Der Sarg der Königin hat die Form einer Mumie und auf dem Sargdeckel ist die Verstorbene mit über der Brust verschränkten Armen abgebildet. Außerdem trägt der Sarg die doppelte Federkrone auf dem Kopfteil. Ägyptologen sagen über diese außergewöhnliche Herrscherin: "eine der fähigsten, geachtetsten und geliebtesten Frauen ihrer Zeit", "willensstarke Frau".

hmt nsw

Hatschepsut Maatkare
Große Königliche Gemahlin von Thutmosis II.


Hatschepsut war die erste Königin, die mit dem Königtum zugleich die Würde des Gottes übernahm und die Doppelkrone der Pharaonen trug, mit der sie ihre Herrschaft über die »beiden Länder« zum Ausdruck brachte.

Epoche: Neues Reich,
Dynastie: 18. Dynastie.
Eigenname: Hatschepsut Chnemet-Amun
was soviel heißt wie: Herrliches Haupt, welche Amun umfängt.
Thronname: Maat-Ka-Re
Herkunft: Ägypten.
Genealogie: von königlichem Geblüt.
Regierungsdauer: 22 Jahre.
Todesursache: natürlich
Mumie: identifiziert, 2007 in Kairo.

Abb. oben: Statue der Königin Hatschepsut.
Aus Deir el-Bahari, Theben-West, 18. Dynastie, roter Granit, Höhe 75 cm.
Standort: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin.
Copyright: bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB. Foto: Anja Semling


Nach ihrer Krönung herrschte Hatschepsut in der Zeit 1489–1468 v. Chr., 18. Dynastie im Neuen Reich über ganz Ägypten.

Zwischen zweier der mächtigsten Pharaonen (Thutmosis I. und Thutmosis III.) hat eine großartige Frau mehr als zwanzig Jahre lang über Ägypten geherrscht: die Königin Hatschepsut. Sie war intelligent, ehrgeizig und entwickelte schon früh das Bewußtsein eines Pharaos. Vor 3500 Jahren regierte sie das mächtige Weltreich am Nil und schuf Bauwerke, die noch heute ihren Ruhm verkünden: z.B. den einzigartigen Terrassentempel in Deir el-Bahari, oder den höchsten aller heute noch in Ägypten stehenden Obelisken.
Sie war die Tochter des Pharaos Thutmosis I. und Ahmose (Ahmose: wahrscheinlich von königlicher Abstammung). Sie hatte Geschwister und Halbgeschwister. Ihre Mutter, Ahmose-Königsschwester, hat ihr Schönheit und Gesundheit, vor allem aber Willensstärke, Klugheit und Energie und die Gabe, Menschen für sich einzunehmen mitgegeben. Dazu kamen vom Vater Organisationstalent und politischer Weitblick und gewiß auch eine Portion Ehrgeiz und Selbstbewußtsein. Diese Mischung war zur politischen Größe prädestiniert.

Als "Große Königliche Gemahlin" von Thutmosis' II., der relativ früh verstarb und nur eine kurze Regierungszeit hatte, zeugte sie zwei Töchter. Die Witwe des Pharaos, von dem sie auch einen Stiefsohn, Thutmosis III., hatte, übernahm zunächst die Regentschaft für den unmündigen dritten Thutmosis, der zugleich ihr Neffe war. Zwei Jahre später aber ließ sich Hatschepsut als »weiblicher Horus« und »Tochter des Re« feierlich zum Pharao krönen. Die junge Pharaonin trug bei den Königsfeierlichkeiten den traditionellen Schurz, der Oberkörper blieb frei, Hals und Schulter wurden von einem kostbaren, breiten Geschmeide geschmückt.

Hatschepsut ließ einen einmaligen Totentempel in einem Talkessel vor schroff aufragenden Felswänden auf der Westseite Thebens errichten, der dem Gott Amun-Re geweiht war. Ihr Grab ließ die Pharaonin im Tal der Könige 96 Meter tief in den Felsen hauen.

hmt nsw

Teje

Große Königliche Gemahlin von
Amenophis III.
Epoche: Neues Reich,
Dynastie: 18. Dynastie.
Kinder: min. sechs mit Amenophis III. (Thutmosis, Amenophis IV., Satamun, Isis, Henut-tau-nebu, Nebet-Ah)
Herkunft: Ägypten

Abb. oben: Portraitkopf der Königin Teje. 18. Dynastie, Eibenholz, Höhe 5 cm.
Standort: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin.
Copyright: bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB. Foto: Anja Semling


Königin Teje gehört zu den am besten dokumentierten Königinnen des alten Ägypten. Teje die Tochter eines hohen Provinzbeamten aus Achmim namens Juja, der den Titel »Priester- und Rindervorsteher des Min« und »Herr von Achmim« trug. Die Mutter Tuja war »Sängerin des Amun« und »Oberste Harimsdame des Min«.
Tejes Herkunft ist nicht bürgerlich, wie oftmals angenommen wird, sondern sie stammt von einem edlen Fürstengeschlecht ab. Diese Familie hatte schon sehr enge Verbindung zur Familie Thutmosis IV.
Teje gewann nach ihrer frühen Heirat mit Amenophis III. rasch an Macht und genoss an Einfluss. Während ihrer gesamten Regierungszeit wurde ihr Name immer zugleich mit dem des Königs genannt.

Auch auf Gedenkskarabäen steht ihr Name gleich hinter dem des Königs. Es heißt darauf nach der Titulatur des Königs: »Die große Königsgemahlin Teje, sie lebe! Der Name ihres Vaters ist Juja und der Name ihrer Mutter ist Tuja. Sie ist die Gemahlin des starken Königs, dessen südliche Grenze bis Krj, dessen nördliche bis Naharina reicht.«

Königin Teje spielte eine aktive Rolle in der Politik und korrespondierte selbständig mit ausländischen Würdenträgern, die ihren weisen Rat zu schätzen wussten. Briefe, die sie von Tuschratta erhielt, dem König von Mitanni, belegen, dass sie die Politik der Regierung ihres Gatten verstand. Sie war das perfekte Gegengewicht zu Amenophis und zahlreiche Figuren von Göttinnen trugen ihre Gesichtszüge. Sie wurde beispielsweise oft mit den Attributen der Göttin Hathor porträtiert.
Sie zeugte mit Amenophis III. mindestens sechs Kinder, zwei Söhne und mindestens vier Töchter. Einer ihrer Söhne war Echnaton / Amenophis IV., dem sie während seiner anfänglichen Regierungszeit noch beratend zur Seite stand. Teje überlebte ihren Gatten Amenophis III. um einige Jahre und wurde vermutlich zunächst bei dem ehemaligen Achetaton (Tell el-Amarna) in einem für sie vorbereiteten Grab beigesetzt und später während Tutanchamuns Herrschaft ins "Tal der Könige" gebracht.

Nefer-neferu-aton Nofretete

Große Königliche Gemahlin von Echnaton
Nofretete = Die Schöne, die da kommt
Geboren zw.1370 und 1365 v.Chr.

Epoche: Neues Reich
Dynastie: 18. Dynastie.
Herkunft: wahrscheinlich Ägypten.
Eltern: wahrscheinlich Eje (hoher Regierungsbeamter) und Tjj (Amme).
Kinder: sechs mit Echnaton: Meritaton, Maketaton, Neferneferuatontascherit, Neferneferure, Setepenre, Anchesenpaaton.
Geschwister: Mutbenret (Schwester).
Todesursache: ihr eigentlicher Tod gibt bis heute Rätsel auf. Mumie: bisher (nachweislich) nicht entdeckt.

Abb. oben: die berühmte Büste der Nofretete. 18. Dynastie, um 1340 v.Chr., Kalkstein bemalt, Höhe 50 cm.
Standort: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin.
Copyright: bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB. Foto: Anja Semling


Nofretete war wahrscheinlich zuerst mit Amenophis III. verheiratet bis dieser starb. Teje, die Königin-Mutter verheiratete dann Nofretete, diese war grade mal zwischen 12 und 14 Jahre alt, mit Amenophis IV. (später umbenannt zu Echnaton) als dieser ca. zwölf Jahre alt war. Nofretete hatte mit Amenophis zusammen sechs oder sieben Kinder: Meritaton, Maketaton, Neferneferu-aton-tascherit, Neferneferure, Setepenre, Anchesenpaaton (alle Mädchen) und wahrscheinlich ein Sohn namens Tutanchaton.
Zur Herkunft Nofretetes ist zu sagen, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit aus Ägypten stammt. Es ist zwar so gut wie nichts über ihre Eltern bekannt, aber man weiß von ihrer Schwester Mutbenret, die am Königshofe einen hohen Rang einnahm. Was man von der Heiratspolitik der altorientalischen Herrscher weiß, ist, dass ein königlicher Vater nicht zwei Töchter nach Ägypten gegeben und nur eine davon verheiratet hätte, am königlichen Hofe – in diesem Fall Nofretete.

Durch ihre Schönheit band Nofretete den Ästheten Echnaton so stark an sich, dass sie bald zur einzigen Bezugsperson für ihn wurde. Sie praktizierte mit Echnaton zusammen den Atonkult und man findet ihre dargestellte Person oft auf Reliefs und Wandmalereien zusammen mit Echnaton sowie der Sonnenscheibe (und deren Strahlen). Dieses innige Verhältnis zu Echnaton wurde irgendwann gestört. Etwa in der Mitte ihrer 14-jährigen Regierungszeit. Man weiß nicht genau weshalb, es gibt mehrere Gründe:
Tod der zweiten Tochter Maketaton; politische Intrigen konservativer Priester; Nofretete hatte eine Affäre mit dem Bildhauer Thutmosis; eine Krankheit von Echnaton (?) oder Nofretete starb an einer Krankheit (vielleicht Seuche in Amarna).

Eine weitere Theorie bezgl. des "Verschwindens" der Nofretete besagt genau das Gegenteil: nämlich ihr nur scheinbares Zurückziehen war in Wirklichkeit ihre erhöhte Statusänderung zur Königin als ebenbürtige Mitregentin von Echnaton. (Das Verschwinden einer weiteren königlichen Gemahlin von Echnaton wird der zweiten Frau "Kija" zugesprochen.) Nicholas Reeves und Joann Fletcher (Ägyptologen) sind davon überzeugt, dass Nofretete nach Echnaton den Thron bestieg. Sie könnte die immernoch mysteriöse Person "Semenchkare" gewesen sein, die diesen neuen Namen angenommen hatte, und die nachweislich nach Echnaton Ägypten regierte. Auch die engl. Ägyptologin C. El Mahdy kommt zu dem Schluss, dass Königin Nofretete einige Jahre die Mitregentin Echnatons war und mit besagtem Semenchkare gleichzusetzen ist.

hmt nsw

Anchesenamun
Große Königliche Gemahlin von Tutanchamun und später noch kurze Zeit von Eje


Epoche, Dynastie: Neues Reich, 18. Dynastie
Herkunft: Ägypten
Eltern: Echnaton und Nofretete

Anchesenpaaton, die dritte Tochter Echnatons war während seiner Herrschaft seine zweite Gemahlin. Nach Echnatons Tod und nachdem Tutanchaton den Thron sehr jung bestiegen hatte, verheiratete vermutlich Nofretete beide miteinander: Anchesenpaaton und Tutanchaton. Zurzeit der Rückkehr nach der Residenz in Memphis wurde der Name von Anchesenpaaton in »Anchesenamun« zugunsten des (alten) Reichsgottes Amun abgeändert.
Es gibt einen außergewöhnlichen Fall, der sich derzeit abgespielt hat und bei dem es sich vermutlich um Anchesenamun handelt: Nach dem Tod ihres Gatten Tutanchamun schrieb Anchesenamun an den Hethiterfürsten Suppiluliuma und bat ihn, ihr einen seiner Söhne als Gemahl zu schicken.

Anchesenamun wollte damit eine Heirat mit Eje umgehen. Suppiluliuma kam dem Gesuch der Witwe nach. Sein Sohn wurde jedoch auf dem Weg nach Ägypten ermordet. Anchesenamun wurde darauf hin mit Eje verheiratet. Es gibt einen Ring aus dessen Inschriften dies hervorgeht. Mit dem Tod Anchesenamuns sowie Ejes war die Zeit »Echnatons« endgültig zu Ende ...

Anmerkung: die Tatsache eine Botschaft, mit der Bitte um einen Sohn von dem Hethiterkönig Suppiluliuma, zwecks Heirat, könnte auch auf Kija, Nofretete oder Meritaton zutreffen.

hmt nsw

Nefertari (Merit-en-mut)
Große Königliche Gemahlin von Ramses II.


Epoche, Dynastie: Neues Reich, 19. Dynastie – zur Zeit Ramses II.
Herkunft: unbekannt.

Nefertaris Rang war eindeutig. Sie stand im Harem des Königs Ramses' des Großen an erster Stelle und war neben Tui, die als Königinmutter eine besondere Stellung einnahm, die erste Frau bei Hofe. Nur wenige Fakten, die über diese bedeutende Königin bekannt sind, lassen lediglich Rückschlüsse und Vermutungen zu betreffend ihrer so enormen Bedeutung im Leben des Ramses' II. Aber zweifellos war Neferatri die bedeutendste von allen Frauen im Harem. Zwei berühmte Bauwerke geben Aufschluss über ihre Berühmtheit: der kleine Tempel in Abu Simbel und ihr Grabmal im Tal der Königinnen.
Über ihre Herkunft weiß man praktisch nichts und damit auch nicht worauf sich ihre (ererbte) Autorität gründete. Vielleicht stammte sie aus einer hohen Beamtenfamilie des Sethos I. und wurde für Ramses vermutlich auserwählt. Als Ramses den Thron bestieg, war Nefertari bereits zur Großen Königlichen Gemahlin auserkoren und hatte den ersten Thronerben geboren: Amunherchopeschef.

Nefertari

Damit war ihre bevorzugte Stellung unter den Gemahlinnen des Königs etabliert. Bereits aus der frühen Regierungszeit Ramses' gibt es Darstellungen, die Nefertari zeigen, die dem König bei seinen offiziellen Pflichten zur Hand geht. Sie sollte diese Position bis an ihr Lebensende innehaben. Man wird wohl nie erfahren, ob Nefertari und Ramses wahre Liebe verband. Nefertari, die ihre Pflichten in der Ehe stets erfüllt hatte, erhielt aber von Ramses eine tiefe und aufrichtige Wertschätzung, worauf in ihrem Tempel und in ihrem Grab einiges darauf hinweist.


Nefertari nahm Anteil an den Staatsangelenheiten, ohne Probleme zu verursachen, sie mag die königliche Gesellschaft bei der Schlacht von Qadesch begleitet haben, sie ist an der Seite ihres Gatten in Tempelreliefs an vielen Orten in ganz Ägypten abgebildet und sie steht in vielen großen Skulpturen neben ihm, wenngleich sie auch wesentlich kleiner dargestellt ist als ihr Gemahl. Somit kann man davon ausgehen, dass Nefertari den konventionellen Standards stets entsprach.
Im heutigen Sinne war Ramses Nefertari sexuell nicht treu; Ramses hatte jederzeit Gelegenheit seinen "gut sortierten" Harem zu besuchen, und im Altertum dachte man auch nicht darüber nach, dass es wünschenswert sei, das königliche Ehebett mit nur einem Partner zu teilen. Doch zollte Ramses seiner Königin großen Respekt zu, auch weil sie sich ihren Pflichten so sehr hingab, und brachte ihr womöglich auch Liebe im eigentlichen Sinne entgegen.
Nefertaris Heiligtum wurde nördlich des Haupttempels - Abu Simbel - aus dem Felsen gehauen und ist der Göttin Hathor geweiht. Nefertaris Grab (Grab Nr. 66) befindet sich im Tal der Königinnen als eines der schönsten Gräber, doch leider heutzutage durch Feuchtigkeit und Erdverschiebungen am meisten bedroht.

hmt nsw

Meritamun
Große Königliche Gemahlin von Ramses II.


Epoche, Dynastie: Neues Reich, 19. Dynastie – zur Zeit Ramses II.

Meritamun war eine Tochter des Ramses II., die nach dem Tode seiner Gemahlin "Nefertari" ihr auf den Thron folgte und deren Stellung als »Große königliche Gemahlin« einnahm. Meritamun übernahm von da an die Aufgaben der Königsgemahlin.
Im alten Ägypten war es das Vorrecht der Frauen, an Festzügen teilzunehmen, zu singen zu tanzen und Musikinstrumente zu spielen. Auf Umzügen zu Ehren der Götter sind Priesterinnen häufig mit ihren jeweiligen Gerätschaften dargestellt, aus deren Funktion hervorgeht, und es galt als ganz selbstverständlich, dass die Königin persönlich einige dieser liturgischen Zeremonien übernahm. Die Hieroglypheninschrift auf der Rückenstütze der Statue – Abb. links– lautet: »Spielerin des Sistrums der Mut und des Menat-Halsbandes [der Hathor], Tänzerin der Hathor«.

hmt nsw

Kleopatra VII.

Die letzte Königin aus dem Hause der Ptolemäer.
Epoche: Ptolemäerzeit
Herkunft: Ägypten, griechischer Abstammung
Todesursache: vermutlich Selbsttötung


Kleopatra wird 69 v.Chr. als Tochter des griechischen Herrschers Ptolemaios XII. in Ägypten geboren. Nach dessen Tod geht die Krone an Ptolemaios XIII., jüngerer Bruder Kleopatras, und an Kleopatra selbst; beide regieren zusammen. Stehen aber im Streit miteinander und Kleopatra wird vertrieben.

Sie kehrt heimlich nach Alexandira zurück als Cäsar in der Stadt eintrifft. Der Römer Julius Cäsar verliebte sich in sie und zeugte mit ihr einen Sohn: »Kaisarion«, geboren 47 v.Chr. in Dendera.
In den Wirren nach der Ermordung Cäsars wurde sie die Geliebte (und später Ehefrau) von Octavians Mitregent Antonius; beide gelten als das berühmteste Liebespaar der späten Antike. Drei Kinder gingen aus dieser Verbindung hervor. Octavian erklärte dem Paar den Krieg und gewann 31 v.Chr. die Seeschlacht bei Actium. Als die Verhandlungen mit dem Sieger scheiterten, nahm sich Kleopatra 30 v.Chr. das Leben. Ihr Sohn Kaisarion wurde hingerichtet; Ägypten römische Provinz.

Weitere Königinnen

Im Laufe der ägyptischen Geschichte hatten fast ausschließlich Männer auf dem Horusthron gesessen. Es hat aber auch Ausnahmen gegeben, von denen man aber nicht immer nachweisen kann ob es sich "nur" um Regentinnen oder um regulär gekrönte Herrscherinnen gehandelt hat. – In chronologischer Reihenfolge:

Hotep-Neith, ihr Name bedeutet: "[die Göttin] Neith ist zufrieden", war die Gattin des Pharaos Narmer (1. Reichseiniger, 0./1. Dynastie, um 3000 v.Chr.) der einer der ersten geschichtlich nachweisbaren Könige Ägyptens überhaupt war. Ihr Sohn: König Aha. Ihre Grabstätte: "Großes Grab von Negade".
Nach ihr folgt Merit-Neith, was soviel heißt wie: "Geliebt von [der Göttin] Neith". Ihr Gemahl hieß Djet (1. Dynastie) und ihre Grabstätte liegt in Abydos (Mittelägypten).

Bedeutende Frauengestalten treten im Alten Reich (ca. 2600–2100), der ersten Hochblüte Ägyptens in den Vordergrund, darin sind sich die Ägyptologen jedenfalls einig. Über die Rolle dieser einzelnen Frauen sind sich die Ägyptologen allerdings nicht einig, da man über wenig erhaltene archäologische Befunde sowie Schriftquellen aus jenen ersten Jahrhunderten der ägypt. Geschichte verfügt.

Hetep-heres ist die bekannteste unter ihnen, Tochter des letzten Königs der dritten Dynastie, Huni. Sie brachte die Legitimität des Thrones an ihren Gemahl Snofru, den ersten der gewaltigen Pyramidenbauer der 4. Dyn. Ihr Sohn war Cheops, der seiner Mutter eine wertvolle Ausstattung mit ins Grab legen ließ: elegante, goldeingelegte Möbel und kostbare Schmuckstücke sowie kupfernes Waschgerät. (Heute im Ägyptischen Museum / Kairo zu bewundern)

Reine Männbersache scheint das Königtum des Mittleren Reiches gewesen zu sein. Man erfährt nur wenig über Königinnen. Einige sehr prunkvolle Gräber für Frauen aus der königlichen Familie sind erhalten. Auch spielten die Frauen bei der Erbfolge offenbar nicht diesselbe Rolle wie im Alten Reich oder Neuen Reich. (Die Legitimität erhielt der Nachfolger meist durch seine Mitregentschaft mit seinem Vorgänger.)
Auf den letzten König der 12. Dynastie, Amenemhet IV., folgt für 4 Regierungsjahre aber eine Königin, vielleicht seine Schwester, Nefru-Sobek (Sobek-Nofru), deren "Große Namen" (Titulatur) wie bei Hatschepsut in weiblicher Form überliefert sind. Hatschepsut war zwar die bedeutendste "Pharaonin" aber keineswegs die letzte. Von Nefru-Sobek sind einige Statuen erhalten und Fragmente aus dem Totentempel von Amenemhets III. sowie Skarabäen, Siegel und Perlen. Auch im Bericht über eine Nilschwemme erscheint ihr Name. Nefru-Sobeks Nachfolger war Sobchotep I., Begründer der 13. Dynastie.

Am Ende der 19. Dynastie regierte eine Frauengestalt namens
Tausret, die Große Königliche Gemahlin Sethos' II., – die eigentliche Macht hinter dem Thron. Sie führte dann für den Sohn Sethos', Siptah die Regentschaft, nahm die Königstitulatur an und regierte nach Siptahs frühem Tod noch mindestens zwei Jahre allein.
Siptah starb kurz vor dem Opet-Fest und so konnte sich Tausret anläßlich des Festes durch die Götter in der Thronfolge bestätigen lassen. Ihr Ende findet Tausret in der Auseinandersetzung um die Königsherrschaft mit Sethnacht, der in ihrem 8. Regierungsjahr die Macht ergreift. Man weiß nicht ob die Königin Tausret auch in dem für sie hergerichteten Grab bestattet wurde.
Der Sarg der Königin hat die Form einer Mumie und auf dem Sargdeckel ist die Verstorbene mit über der Brust verschränkten Armen abgebildet. Außerdem trägt der Sarg die doppelte Federkrone auf dem Kopfteil. Ägyptologen sagen über diese außergewöhnliche Herrscherin: "eine der fähigsten, geachtetsten und geliebtesten Frauen ihrer Zeit", "willensstarke Frau".


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Grab KV 63 ist die erste neu entdeckte Anlage im Tal der Könige seit Howard Carter im Jahr 1922 auf das Grab Tutanchamuns [KV 62] stieß. Es ist eines von rund 20 Privatmonumenten inmitten von 26 Gräbern von Pharaonen und vier von königlichen Familienangehörigen. Im Rahmen des seit 1992 laufenden „Amenmesse-Projektes“ wurde 2005 im Umfeld von Grab KV 10 der Eingang zu KV 63 entdeckt.

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Das Hatschepsut-Puzzle.
Die Pharaonin und ihr rätselhafter Flakon – hautnah.
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