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3000 Jahre Historie > Neues Reich

Das Neue Reich

Die dritte und bedeutendste Epoche des ägyptischen Reiches (um 1540–1075)
Umfasst die 18. bis 20. Dynastie.

Das Neue Reich, das gegen 1540 v. Chr. beginnt, bringt den Triumph des ägyptischen Herrschertums über die ganze, bis dahin unbekannte Welt mit sich. Ahmose stellt die Landesgrenzen wieder her. Amun wird endgültig Reichsgott, Theben innerhalb kurzer Zeit zur religiösen und Memphis zur militärischen Hauptstadt. Die direkten Nachfolger Ahmoses, Thutmosis I. und II., widmen sich hauptsächlich Kriegs- und Eroberungszügen. Ganz anders hingegen die Königin Hatschepsut, die sich, nachdem sie bewußt den Neffen Thutmosis III. vom Thron zurückgehalten hat, zur Herrscherin Ägyptens erklärt.

Sie regiert 22 Jahre, trägt einen Königsbart und Männerkleider. Was den militärischen Bereich anbelangt, ist ihre Regierungszeit relativ ruhig, jedoch reich an schöpferischer Tätigkeit.

Abb. links: Hatschepsut. Ägyptisches Museum, Kairo.
(Foto: Jon Bodsworth)


Nach dem Tod von Hatschepsut besteigt endlich Thutmosis III. den Thron. Zuvor war er Mitregent von Hatschepsut. Seine 33 Kriegszüge nach Vorderasien sind berühmt geblieben. Das ägyptische Reich umfaßt nun auch die Inseln Kreta, Zypern und die Kykladen.

Abb. rechts: Thutmosis III. (Bild: Stefan Eggers)


Gegen Ende seiner Regierungszeit stößt Thutmosis III. bis zum 4. Katarakt vor; somit reicht Ägypten von Napata in Nubien bis zum Euphrat. Mit Thutmosis' Ende verliert Ägypten einer seiner bedeutendsten Herrscher.

Nach zwei weiteren Herrschern, Amenophis II. und Thutmosis IV., bestieg Amenophis III. den Horusthron Ägyptens. Ihm gelang eine einmalige Regierungszeit in einer einzigartigen Epoche. Er herrschte 38 Jahre lang über Ägypten. Seine Regierung profitierte von der Eroberungspolitik seiner Vorgänger.

Abb. links: Amenophis III. mit Nemes (Kopftuch), Königsbart und der Insignie Uadjet (Uräus-Schlange), Statue im The British Museum. (Foto: A. Semling)


Unter ihm flossen alle Reichtümer Afrikas und des Orients nach Ägypten, dessen Kultur seine höchste Blüte erlebte. Dieser große Fürst und Bauherr war kein Krieger, und die Pracht seiner Regierung konnte den beginnenden Verfall nicht verdecken. Amenophis III. war auch der heimliche Begründer des Sonnenkultes im damaligen Ägypten, welcher noch große Folgen für das ganze Land nach sich ziehen sollte. Verheiratet mit Königin Teje, die aktiv am politischen Geschehen teilnahm.

Etwa im Jahre 1353 v. Chr. besteigt der Ägypter Amenophis IV., den Thron. Er ging als "Ketzerkönig" (zu Unrecht) in die Geschichte ein. Aus Angst vor dem Amun-Klerus, der praktisch einen Staat im Staate geschaffen hatte, ersetzt der Pharao die Amun-Religion durch die von Aton, der Sonnenscheibe. Er lässt Tempel schließen und vertreibt die Priester. Er verläßt Theben und gründet eine neue Hauptstadt: Achet-Aton, das heutige Tell el-Amarna. An seiner Seite unterstützt ihn seine "Große Königsgemahlin" namens Nofretete. König Amenophis wechselt seinen Namen von Amenhotep in Achen-Aton (Echnaton).

Nach dem Scheitern seiner Religion geht die Krone zunächst an Semenchkare und dann an den ganz jungen Tutanchaton. Dieser kehrt bald nach Theben, später nach Memphis, zurück, gibt dem Amun-Kult wieder seine volle Bedeutung und wandelt den eigenen Namen in Tutanchamun um.

Abb. rechts: Totenmaske aus Gold aus dem Grab (KV62) von Tutanchamun im Tal der Königs.
Ägyptisches Museum Kairo. (Foto: P. Funk)


Theben bleibt religiöses und geistiges Zentrum, Memphis wird die politische Hauptstadt. Dieser König, der mit etwa 18 Jahren starb, geht durch die Entdeckung seines Grabes im Jahre 1922 durch Howard Carter in die Geschichte ein. – Während Ägypten nun immer mehr von politischen Unruhen heimgesucht wird, geht die Macht in die Hände des Militärs über.

Haremhab, Ramses I. (ein Berufssoldat), Sethos I., der die Eroberungspolitik im Orient wieder aufnimmt und endlich Ramses der Große (Ramses II.) der seine ganzen Kräfte dazu aufbringt, das Hethiterheer zu besiegen. In den 67 Jahren seiner Regierungszeit beliebt es dem Pharao, seine Macht in Kolossalbauten zu zeigen (Abu-Simbel, Karnak, Luxor). Nach seinem Tode folgt ihm sein Sohn, Merenptah, auf den Thron und mit ihm beginnt die langsame, aber unaufhörliche Dekadenz des Ägyptischen Reiches.

Abb. links: Pharao Sethos II., Stabträgerfigur.
Ägyptisches Museum, Louvre. (Foto: Anja Semling)


Die innere Anarchie und der Einfall indoeuropäischer Völkerschaften Ende des 2. Jahrtausends in Lybien, Asien und dem ganzen Mittelmeerraum zerbrechen das schon prekäre Gleichgewicht in seinem Inneren. Grabräubereien in der Nekropole von Theben (Theben-West) – wo das berühmte Tal der Könige liegt – nehmen erschreckende Ausmaße an, kaum ein Grab der Könige und hoher Würdenträger entgeht der Plünderung. Noch in der pharaonischen Zeit ließen Priester zahlreiche Königsmumien umbetten, in andere Königsgräber und Verstecke. Das berühmteste Mumienversteck ist DB 320 bei Deir el-Bahari, dutzende Königsmumien wurden dort im 19. Jahrhundert entdeckt, von Grabräubern.

Abb. oben: das berühmte Tal der Könige in Theben-West (gegenüber Luxor) auf der westlichen Seite des Nils; zentraler Bereich. Hier wurden die Könige des Neuen Reiches begraben. (Foto: Frank Theis)


Die dritte Zwischenperiode beginnt um 1.075 v. Chr. mit dem Erscheinen der 21. Dynastie, die als ihre Hauptstadt Tanis, im Norden des Landes, wählte. Die darauffolgende Dynastie sieht die Macht in Händen lybischer und später äthiopischer Könige. Die Hauptstadt wird nach Napata (Nubien, heute Sudan) verlegt. Hierauf folgt die saitisch-persische Periode.

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