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3000 Jahre Historie > Amarna-Zeit

Amarna-Zeit

Die Zeit Echnatons um 1350 – 1330 v.Chr.
18. Dynastie, Neues Reich

Amenophis IV. (= Echnaton = »Verklärter des Aton«) gründete die neue Residenz Achet-Aton im Zentrum der damals bekannten Welt und ließ hier zu Ehren des einen Gottes Aton-Tempel errichten. In seiner neuen Hauptstadt, dem heutigen Tell el-Amarna, lebte er abgeschieden von der Außenwelt seinen religiösen Vorstellungen und vernachlässigte darüber seine staatsmännischen Pflichten. So verfiel schon bald die staatliche Ordnung, und die Amarna-Kultur ging mit ihrem Begründer Echnaton zugrunde. Von den Bauten aus Amarna ist so gut wie fast nichts erhalten geblieben. Die Mauern des Tempels wurden ebenso geschleift wie die des Königpalastes, und von ihrer Existenz weiß man heute nur durch ihre Ausgräber.

»Talatats« sind die wenigen Überreste, die erhalten sind in Form von Bruchstücken von Mauern der einstigen Stadt. Sowie Überreste des Palastes in Tell el Amarna.
Der Nährboden für die Atonreligion wurde schon von Amenophis III., der Vater von Echnaton, gesät – dafür gibt es zahlreiche Belege so auch den Vorläufer des »Großen Sonnenhymnus«.

Abb. links: Talatats


Indem Amenophis III. die religiöse Ideologie seines Hofes zunehmend auf den Sonnenkult hin ausrichtete, setzte er die Politik seines Vaters (Thutmosis IV.) fort. War aus dem Reichsgott Amun im Neuen Reich durch die Vereinigung mit dem Sonnengott Ägyptens höchste Gottheit Amun-Re entstanden, so erhielt das Bild der Sonne nun eine noch größere Bedeutung. Aton, die Sonnenscheibe, wurde jetzt als Gottheit verehrt. Amenophis III. nannte eines seiner Staatsschiffe »Strahlenglanz des Aton«, den gleichen Namen gab er seinem Palast in Theben.


Tell el-Amarna – Die Stadt Achet-Aton

Achet-Aton = »Horizont des Aton«

Aufbau und Untergang der Stadt: Der König Amenophis IV. wollte auf noch unberührtem Boden, seine, dem Aton geweihte Stadt bauen. Zu Beginn seines sechsten Regierungsjahres gründete er die neue Hauptstadt. Ohne Rücksicht auf andere Götter konnte hier Aton verehrt werden, an diesem neuen Ort hatten die Gläubigen nicht stets den mächtigen Tempel des Amun vor Augen. Die Stadt wurde in kürzester Zeit errichtet und besaß verschiedene Kultbauten für Aton. Es gab Tempel-Kapellen für die Königin Nofretete und Königinmutter Teje.

Eine eigene Priesterschaft hatten sie nicht, denn sie waren für die private Kultausübung bestimmt. Aber nicht nur Tempel für Aton wurden errichtet, sondern auch Palast-Anlagen für den König und die Königin. Ebenso einen neuen Reichsfriedhof in den Bergen an der Ostseite der Stadt.

Abb. rechts: Palast in Achetaton. (Zeichnung: Anja Semling)


Das Stadtzentrum: Königsstraße, großer Aton-Tempel, kleiner Aton-Tempel, großer Pfeilersaal, Palastareal, Brücke, Königsvilla, Magazine, Polizei, Militär, Büros und Werkstätten. Der König zeigte sich auf der Verbindungsbrücke zwischen Regierungspalast und Königsvilla in einem Erscheinungsfenster bei festlichen Anlässen dem Volke. Die Stadt Achet-Aton sollte eine Ewigkeit bestehen, doch kaum zwei Jahrzehnte nach der Gründung, wenige Jahre nach Echnatons Tod, wurde sie für immer aufgegeben. Der Aufbruch kam plötzlich und unerwartet, denn nachweislich wurde bis zum letzten Tag an Achetaton gebaut. Wüstensand deckte die Ruinen der Stadt für Jahrhunderte zu und Echnatons Residenz fiel dem Vergessen anheim.

Das berühmte Herrscherpaar Echnaton und Nofretete

Echnaton

= »Verklärter des Aton«
Nefer-cheperu-Re Uaenre (Thronname)
Nachfolger von Amenophis III.
Vater: Amenophis III.
Mutter: Teje, »Große Königsgemahlin« v. Amenophis III.
Epoche / Dynastie: Neues Reich, 18. Dynastie
Regierungszeit: 17 Jahre, 1351 – 1334 v.Chr.

(Foto: Fritz Deluxe / Pixelio.de)


Königsgemahlinnen: Nofretete und Kija
Kinder: sechs mit Nofretete: Meritaton, Maketaton, Neferneferuatontascherit, Neferneferure, Setepenre, Anchesenpaaton
weitere Kinder: Baketaton aus der Ehe mit Kija(?), Tutanchamun(?)
geehelichte Töchter: Meritaton, Maketaton, Anchesenpaaton
Todesursache: unbekannt
Mumie: bisher nicht zweifelsfrei entdeckt

Echnaton hat Aton als neuen Reichsgott eingesetzt und residiert in seiner neuen Hauptstadt Achet-Aton, die als neue Hauptstadt aus dem Wüstensand gestampft wurde.
Das Geburtsjahr des Amenophis IV. ist nicht bekannt. Es ist ebenso unklar ob Amenophis IV. mit seinem Vater Amenophis III. eine Mitregentschaft führte bis er selbst zum König tituliert wurde. Sicher ist aber, dass er einige Lehrjahre in Heliopolis, dem geistigen Zentrum zu Ehren des Sonnengottes Re, verbrachte. Seine Krönung fand in Theben statt; dort verbrachte Amenophis IV. auch die ersten Jahre seiner Regierung. Wäre seine Bruder Thutmosis nicht verfrüht gestorben, hätte Amenophis IV. die Herrschaft über ganz Ägypten wohl nicht so unerwartet erhalten. Während seines zweiten Regierungsjahres trat Amenophis IV. zum ersten Mal an die Öffentlichkeit mit seiner Vorliebe für Aton anstelle Amun. Er führte das Atonsymbol ein und erklärte somit wirklich den Krieg – nicht nur Amun, sondern vor allem den Amunpriestern und ihrer unvorstellbar großen Macht.

Er ließ alle Tempel im Land schließen, führte einen aufgezwungenen Monotheismus ein und zog während des vierten Regierungsjahres aus Theben fort, um eine neue Stadt zu gründen: Achetaton, das heutige Tell el-Amarna, auf halbem Weg zwischen Luxor und Karnak. Aton konnte in seinen Tempel einziehen und die königliche Familie in den Palast. Während des sechsten Regierungsjahres führte Amenophis IV. die neuen Bezeichnungen ein. Von nun an hieß er Echnaton, und seit dem gab es öffentlich keine Amun-Verehrung mehr. Benannt und vom Volk gekannt war er allerdings unter dem Thronnamen Nefercheperure Uaenre (= »Vollkommen sind die Erscheinungen des Re, Einizger des Re«).

Der Atonglaube blieb die Privatreligion von Echnaton. Eine solche Revolution, wie er sie entfesselte, konnte nicht ungestraft bleiben. Und während seiner Regierung hat das Land – sowohl politisch als auch wirtschaftlich – gelitten. Außerhalb seiner riesigen Residenz wurden die alten Götter aber heimlich weiter verehrt. Es gab unter Echnaton, der Prophet Atons, auch kein Jenseits mehr, an das die Religion zuvor gebunden war. Die Seelen der Toten zeigten sich ab nun im Diesseits und weilten mit den Lebenden solange das Licht der Sonne den Tag erhellte.

Nofretete wohnte nach dem Bruch mit Echnaton, in ihrem eigenen Palast bis wahrscheinlich zu ihrem Tod, der bis heute im Dunkel liegt. Es liegt allerdings auch die Vermutung nahe, dass Nofretete unter anderem Namen offiziell, ab einer gewissen Zeit, in Erscheinung trat. Die Königinmutter Teje starb während der Blütezeit Echnatons.

Das 17. Regierungsjahr Echnatons sollte sein letztes gewesen sein. Woran er starb und ob er umgebracht wurde oder eines natürlichen Todes gestorben ist, ist ungewiss. Spekulation: angesichts seiner "schwachen Gesundheit" ist letzteres wohl wahrscheinlicher.
Echnaton hatte während seiner Regierungszeit, bei seiner Stadt Achet-Aton mehrere Gräber für sich und seine Familie fertigen lassen. In den umliegenden Felsen ließ er eine ganze Reihe selbständiger Nebengräber anlegen. Unter den ins Auge gefaßten Grabbesitzern werden seine Mutter Teje, die große königliche Gemahlin Nofretete und seine Töchter zu nennen. Das Grab, worin Echnaton seine Ruhe als erstes finden sollte, wird heute offiziell als Grab Nr. 26 bezeichnet. Vermutlich ließ Tutanchamun seinen Vater aus religiösen Gründen nach Westtheben ins Tal der Könige (Grab 55) verlegen.

Sein Nachfolger hieß Semenchkare, eine noch nicht eindeutig identifizierte Person aus der Amarna-Familie, regierte kaum ein Jahr oder zwei/drei und ihm folgte Tutanchamun, der später durch sein Grab für uns so berühmt wurde. Semenchkare heiratete offensichtlich die zweite Tochter Meritaton von Echnaton und es wird heutzutage auch darüber gemutmaßt ob dieses Thronfolgepaar umgebracht wurde. Beide regierten sehr kurz und beide verschwanden zur gleichen Zeit aus der Öffentlichkeit.

Nofretete

= »die Schöne, die da kommt«
kam zwischen 1370 und 1365 v.Chr. zur Welt

Abb. links: die berühmte Büste der Nofretete.
18. Dynastie, um 1340 v.Chr., Kalkstein bemalt,
Höhe 50 cm.
Standort: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin.
Copyright: bpk / Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, SMB. Foto: Anja Semling


Epoche / Dynastie: Neues Reich, 18. Dynastie
Herkunft (unklar): Ägypten (oder Mitanni) – wohl eher Ägypten
Eltern (unklar): Eje (hoher Regierungsbeamte) und Tjj (Amme am Hofe) oder Tochter des Mitanni-Königs Tuschratta aus Mitanni
Geschwister: Mutbenret (Schwester)
Gemahl: Echnaton.
Kinder: sechs Mädchen mit Echnaton: Meritaton, Maketaton, Neferneferuaton-tascherit, Neferneferure, Setepenre, Anchesenpaaton (=Anchensenamun).
Todesursache: unbekannt
Mumie: bisher nicht entdeckt


Nofretete – wahrscheinlich die Tochter des hohen Regierungsbeamten Eje ( der Bruder von Teje, ihrer zukünftigen Schwiegermutter) aus nichtköniglichen Verhältnissen, heiratete Amenophis IV. als sie gerade mal zwischen 12 und 14 Jahren alt war. Ihr Gemahl Amenophis IV. war ca. zwölf Jahre alt. Nofretete hatte mit Amenophis zusammen sechs Mädchen: Meritaton, Maketaton, Neferneferuatontascherit, Neferneferure, Setepenre, Anchesenpaaton.
Zur Herkunft Nofretetes ist zu sagen, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit aus Ägypten stammt. Es ist zwar so gut wie nichts über ihre Eltern bekannt, aber man weiß von ihrer Schwester Mutbenret, die am Königshofe einen hohen Rang einnahm. Was man von der Heiratspolitik der altorientalischen Herrscher weiß, ist, dass ein königlicher Vater nicht zwei Töchter nach Ägypten gegeben und nur eine davon verheiratet hätte.

Durch ihre außergewöhnliche Schönheit und Anziehungskraft sowie Unterstützerin in Sachen "Atonreligion" band Nofretete – den Ästheten – Echnaton so stark an sich, dass sie bald zur einzigen Bezugsperson für ihn wurde. Dieses innige Verhältnis wurde irgendwann aber gestört. Etwa in der Mitte ihrer 14-jährigen Regierungszeit. Man weiß nicht genau weshalb, es gibt mehrere Gründe: Tod der zweiten Tochter Maketaton?; politische Intrigen konservativer Priester?; Nofretete starb an einer Krankheit (vielleicht Seuche in Amarna).
Eine weitere Theorie bezgl. des "Verschwindens" der Nofretete besagt genau das Gegenteil: nämlich ihr nur scheinbares Zurückziehen war in Wirklichkeit ihre erhöhte Statusänderung zur Königin als ebenbürtige Mitregentin von Echnaton. Das Verschwinden einer weiteren königlichen Gemahlin von Echnaton wird der zweiten Frau Kija zugesprochen.
Nicholas Reeves und Joann Fletcher (Ägyptologen) sind davon überzeugt, dass Nofretete nach Echnaton den Thron bestieg. Sie könnte die immernoch mysteriöse Person "Semenchkare" gewesen sein, die diesen neuen Namen angenommen hatte, und die nachweislich nach Echnaton Ägypten regierte – nach der Theorie von manchen Wissenschaftlern aber auch mit Echnaton regierte.

Hier eine Abfolge in der Entwicklung der Namen von Königin Nofretete, der Koregentin Echnatons. Die folgende Auflistung zeigt das Fortschreiten dieser Entwicklung wobei die Bindeglieder kursiv gesetzt sind:

  • Königin Nofretete wird Königin Neferneferuaton-Nofretete
  • Königin Neferneferuaton-Nofretete wird Mitregentin Anchcheperure + Epitheton Neferneferuaton + Epitheton (in zwei Kartuschen)
  • Mitregentin Anchcheperure + Epitheton Neferneferuaton + Epitheton (in zwei Kartuschen) wird Mitregentin, dann Herrscher Anchcheperure Semenchkare (in zwei Kartuschen)


Thronnachfolge

Echnaton hatte vermutlich keine direkten männlichen Nachkommen (nicht gesichert; Tutanchamun könnte sein Sohn sein). Zumindest fehlen Hinweise auf solche in den erhaltenen zeitgenössischen Quellen. Ebenso unklar ist die unmittelbare Königsfolge nach Echnaton. Die Nachfolge scheint entweder von Semenchkare oder Königin Neferneferuaton-Anch(et)cheperure angetreten worden zu sein. Wer diese Königin war ist umstritten – sie wurde aufgrund identischer Thronnamen lange Zeit mit Semenchkare gleichgesetzt.

Amarna-Kunst

Der religiöse Umbruch Amenophis' IV. bewirkte die Entstehung eines Darstellungsstils, der heute allgemein unter den Namen »Amarnakunst« bekannt ist.

Abb. links: Torso einer weiblichen Person aus der Amarnazeit, vielleicht Nofretete.
Museum Louvre, Paris. (Foto: Jon Bodsworth)


Mit Echnaton kam urplötzlich, wie sein Atonkult, auch in der Kunst die volle "Wahrheit" zutage. Diese Kunst setzte an die bisherigen Förmlichkeiten eine übersteigerte Natürlichkeit an ihre Stelle. Wenn bisher der Gottkönig untadelig, fehlerfrei und idealisiert dargestellt worden war, so wagte es Echnaton, sich völlig unköniglich, entspannt bis gar lässig und in lebendiger Kommunikation mit seiner Umwelt abbilden zu lassen.
Im dritten oder vierten Regierungsjahr trat ein neuer, völlig ungewohnter Kunststil hervor. Diese Veränderung betraf in erster Linie das königliche Portrait, sodann die ganze Bildniswelt. Die bestehende Formenwelt wurde aufgelöst und durch eine andere ersetzt. Die Zeit Echnatons, nach der neuen Hauptstadt auch Amarna-Zeit genannt, nimmt in der ägyptischen Kunst eine Sonderstellung ein. Amenophis IV. hatte mit den religiösen Traditionen seines Landes gebrochen und verehrte allein die Sonne, als deren irdische Verkörperung er sich selbst sah. Sein Name besagt: »Der, auf den die Sonnenscheibe ihr Wohlgefallen richtet.«
Nofretete war die Gemahlin Echnatons: Sie ist bekannt durch die farbig gefaßte Portraitbüste in Berlin. Es gibt auch einen unvollendet gebliebenen Kopf, der eine spätere Variante bildet. Beide Arbeiten repräsentieren die vergeistigte Atmosphäre der Amarna-Zeit. Die Amarna-Kunst bleibt nicht ohne Auswirkung auf die folgenden Jahre unter Tutanchamun.


Aton-Kult

Der Sonnengott Aton sollte der höchste aller Götter sein.

Pharao Echnaton schaffte die Vielgötterei ab und zwang den Ägyptern den Glauben an nur einen Gott auf. Trotzdem war dies kein echter Monotheismus. denn: Der König rückte lediglich den Sonnengott Aton – den es auch vor der Reform schon gab – in den Vordergrund und schob die anderen Götter in den Hintergrund. Sie existierten jedoch neben Aton weiter. Das Ziel, das Echnaton verfolgte: Er führte Aton, die lebensspendende Sonnenscheibe, als Hauptgott ein, weil er den starken Jenseitsglauben verdrängen wollte. So versuchte er den Ägyptern beizubringen, dass das Leben im Diesseits stattfindet und nicht in der Totenwelt. Allerdings ist er mit diesem großen Gedanken gescheitert.
Die Atonheiligtümer wichen vom Schema anderer ägyptischer Tempel ab. Die Tempel des Aton waren so gebaut, dass es keine dämmerigen oder dunklen Räume gab, denn Aton sollte ja als Sonne des Tages überall in seinen Gotteshäusern Zutritt haben und gegenwärtig sein. So erübrigte sich auch ein eigenes Kultbild.

Aton-Tempel
Der große Tempel des Aton stand an einem zentralen Platz neben anderen Heiligtümern, die alle dem Aton geweiht waren. Dieser Tempel war für die Andacht der Bevölkerung des Reiches bestimmt. Im Gegensatz zu den traditionellen ägyptischen Tempeln, wo man vom Tageslicht in die tiefe Dunkelheit des Allerheiligsten schritt, ließ der Aton-Tempel mit seiner offenen Decke den Sonnenstrahlen bis zu dem mit Opfergaben beladenen Altar freien Lauf.



Die Sonne als Gott

Bedeutung der Sonne im Alten Ägypten – Die Ägypter verehrten den Sonnengott Re
Darstellungen der Sonne findet man in Ägypten überall: in den Gräbern, den Mastabas und Pyramiden, als ob der Verstorbene ihre Wärme und ihr Licht, die er so sehr benötigte, mit ins Jenseits nehmen wollte.

AtonSonnengott – Gott in Naturerscheinung
Die Sonne als sichtbare Naturerscheinung. Nur das Gestirn allein ohne jedes mytologische Beiwerk, wird zum einzigen Gott – im Gegensatz zum bisherigen Sonnengott Re mit seinen vielen menschlichen dargestellten Erscheinungs-Formen. Von Heliopolis ausgehend entstand um 1350 die Aton-Verehrung, die unter Echnaton zur allgültigen Aton-Religion in Gesamtägypten wurde. Dargestellt wird Aton stets als Sonnenscheibe, von der nach unten Strahlen ausgehen, die in geöffneten Händen enden und dort, wo sie auf Nasen treffen, das Zeichen für »Leben« spenden. Atons Hauptheiligtum stand in Amarna.

Re – der wichtigste Sonnengott
Der Sonnengott»Re« (oder auch der »Gott der Sonne«) galt den Ägyptern zu allen Zeiten als oberster und wichtigster Gott, denn durch das Wirken seiner Kraft ermöglichte er überhaupt erst das Leben auf der Erde und ließ es fortbestehen. »Der Gott, der aus sich selbst entstanden ist, ging auf«, als Sonne, er ist kein Symbol, sondern ein sichtbarer Begriff und war anfangs ein kosmischer Urgott. Später wurde er Sonnengott und stand als Atum an der Spitze der großen Neunheit. Seit Pharao Chephren, 4. Dynastie, nennen sich alle Könige »Sohn des Re«.

Abb. rechts: Re-Harachte. Totentempel der Hatschepsut, Deir el-Bahari. (Foto: C. Wolfram)


In einer Sonnenbarke fährt er täglich über den Himmel verwandelt als Chepri frühmorgens über den Mann »Re« in der Mittagszeit bis hin zum Greis Atum am Abend. Nachts fährt er in der Nachtbarke durch die Unterwelt bis zum Erscheinen am nächsten Morgen. So ist er auch Totengott. Dargestellt wird Re oft in Menschengestalt mit Falkenkopf und Sonnenscheibe als Re-Harachte, mit Menschenkopf und Bart als Re-Atum. Re zeigte sich in vielerlei Gestalt.

Sonnengesang

Vom Sonnengesang des Echnaton sind mehrere Versionen bekannt.
Hier eine nach einer Übersetzung des Ägyptologen Erman:


»Du gehst auf im östlichen Horizonte
und füllst jedes Land mit deiner Schönheit.
Du bist schön und gross und funkelst
und bist hoch über jedem Lande.
Deine Strahlen, die umarmen die Länder,
soweit du nur etwas geschaffen hast …

Die beiden Länder sind fröhlich und
erwachen und stehen auf ihren Füssen,
wenn du sie aufgerichtet hast.
Sie waschen ihren Leib und nehmen ihre Kleider.
Ihre Hände preisen deinen Aufgang …
Alles Vieh ist zufrieden mit seinem Kraute,
die Bäume und Kräuter grünen.
Die Vögel fliegen aus ihren Nestern
und ihre Flügel preisen deinen Ka.
Alles Wild springt auf den Füssen.
Alles was fliegt und was flattert,
das lebt, wenn du für sie aufgehst …
Du, der Luft gibt, um alles, was er gemacht hat,
am Leben zu erhalten …

Du hast die Erde nach deinem Wunsche geschaffen,
Du allein, mit Menschen, Herden und allem Wild,
alles was auf Erden ist und auf den Füssen geht
und alles was oben schwebt und mit
seinen Flügeln fliegt.
Die Länder von Syrien, Nubien
und das Land Ägypten – einen jeden
setz'st du an seine Stelle
und du machst, was sie brauchen.
Ein jeder hat seine Nahrung und seine Lebenszeit
wie berechnet …

Alle fernen Völker, du machst das,
wovon sie leben.
Du hast den Nil an den Himmel gesetzt,
dass er zu ihnen herabsteige und Wellen
schlage auf den Bergen wie ein Meer
um ihre Äcker in ihren Ortschaften zu benetzen.

Du bist in meinem Herzen,
doch niemand anders ist, der dich kennte,
als dein Sohn …
Den du deine Gedanken und deine Kraft
begreifen liessest.«

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