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Das Land Kemet > Der Nil

Der Nil – Fluss der Götter

Die Ägypter glaubten, dass der Nil dem Ozean entspringe, der die Erde umfloss, dem "Nun", als dessen zweite Erscheinungsform Hapi galt. Womöglich nannten die Ägypter ihn auch deswegen Ium = Meer. Sie bezeichneten ihn auch als Iteru-aa = großer Fluß. Es gab einst noch die Bezeichnung: Wadj-wer = 'das große Grüne' und bezeichnet ein Gebiet und einen Abschnitt des Nils tief im Süden Ägyptens.

Hieroglyphen für die Bezeichnung
Nil-Überschwemmung, altägyptisch: hapi


Flußlandschaft am Nil

Abb. oben: Flußlandschaft am Nil. Ganz hinten die Wüste davor die Felder, ganz vorne Papyrusgewächse. (Fotografische Rekonstruktion)


Ägypten bestand aus zwei schmalen fruchtbaren Landstreifen, die sich auf beiden Seiten des Nils von Assuan im Süden bis zum Delta im Norden erstreckten. Gegen Osten und Westen schlossen sich Hunderte von Quadratmeilen Wüste an das Fruchtland an. Diese geographischen Verhältnisse bedingten für den Ägypter eine starke Abhängigkeit vom Fluss, gewährleisteten aber auch eine gute Verständigung durch das ganze Land und erleichterten dem Pharao die Ausübung seiner Macht. Ägypten stellt heute ein Quadrat von ca. 1.000 km Seitenlänge dar, das in seiner Nord-Südachse vom Nil durchflossen wird.

Die Quellen des Nils

Die Quellen des Nils waren durch das ganze Altertum, ja bis vor 100 Jahren vollkommen unbekannt. Der alte Ägypter glaubte auch, dass der Nil bei Elephantine (dem heutigen Assuan) quasi aus dem Boden entspringe, seinen Lauf nach Norden nehme, sich ins Meer stürze und unter dem tellerförmigen Land hindurchfließe, um am Südende wieder hervor zu kommen.



Bei Elephantine steht eines der ältesten Bauwerke Ägyptens. Dort findet sich auch ein Nilometer (s.u.), mit dem die Ägypter den Nil-Wasserstand ablesen konnten.

Tatsächlich entspringt der Nil mitunter im Hochland Äthiopiens – bei Khartum vereinigen sich die beiden Hauptzuflüsse des Nils: der Blaue Nil und der Weiße Nil.

Während die Wasser des Blauen Nil in einem weiten Bogen aus dem östlich gelegenen äthiopischen Hochland stammt, setzt der Weiße Nil fast gerade der Nord-Südrichtung des Unterlaufs fort. Kurz nach der Passage des ausgedehnten Sumpfgebiets des Sudd im Südsudan teilt sich der Nil flussaufwärts erneut. Vom Osten kommt der aus dem Viktoria-See stammende Viktoria-Nil und vereinigt sich am Albertsee mit dem aus dem Gebiet des Tanganjika-Sees stammenden Quellfluss.

( Karten-Grafik: Anja Semling )

Ȁgypten ist ein Geschenk
des Nils
« (Herodot)

Quelle und Copyright: Anja Semling

Die Länge dieses gewaltigen Nils beträgt 6.671 km und somit längster Strom Afrikas sowie zweit-längster Fluß weltweit.
Aufgrund der jährlichen Schneeschmelze im äthiopischen Hochland und den heftigen, lang anhaltenden Regenfällen im subtropischen Afrika während der Sommermonate, trat mit unfehlbarer Regelmäßigkeit die jährliche Nil-Überschwemmung ein. Mal mehr, mal weniger überschwemmten die Wassermassen das Land. Bei Niedrigwasser und bei Hochwasser hieß dies für den Ägypter, dass keine gute Ernte zu erwarten war. Ein "niedriger Nil" bezeichnete das Niedrigwasser, ein "hoher Nil" bezeichnete das Hochwasser und "großer Nil" hieß es wenn der Überflutungspegel optimal war.
Durch seine jährlich im Hochsommer einsetzende Überschwemmung des Landes, wurde der Nil den Ägyptern zum Geheimnis, Glück und Schrecken zugleich. Man stelle sich vor, dass Assuan, das nur 90 Meter über dem Meeresspiegel liegt, von einer "mächtigen" Flutwelle überspült wurde, eine Flutwelle, die sich bis Memphis hinzog, um dann endlich im Delta ins Meer zu fließen. Wobei dieser Ablauf relativ langsam vonstatten ging. Das Delta war in vorhistorischer Zeit nicht so ausgedehnt wie heute, doch hatte es bedeutend mehr Mündungsarme. Heute sind es nur noch zwei, der Arm von Damiette und der von La Rosette. Auch die Papyrusstauden und Lotospflanzen, die man auf den Fresken aus den Königsgräbern bewundern kann, sind leider vollkommen verschwunden.


Der Fluß wird im Osten von einer Wüste begleitet, die im Norden ein kalksteinhaltiges, im Süden dagegen ein gneishaltiges Gebirge durchzieht, das nur von wenigen Tälern quer durchschnitten wird. Diese Täler, die zum Roten Meer führen, haben stets eine wichtige Rolle gespielt, sei es als Eingangspforte der östlichen Nomaden, oder aber als Ausgangspunkt von Expeditionen nach dem südlichen Abessinien.
Das westliche Ufer ist ebenfalls von einem Gebirgszug begleitet, der stellenweise bis zu 200 Meter steil abfällt, um dann in das Plateau der libyschen Wüste überzugehen. In vorhistorischer Zeit waren diese Gegenden noch Steppe. An den Katarakten überqueren Granitzüge das Niltal und haben so den Fluss gezwungen, sich hindurchzuschneiden. Diese natürlichen Grenzen bilden für den Schiffsverkehr gewaltige Hindernisse und schon vom Alten Reich wissen wir, dass versucht worden ist, den Katarakt von Assuan durch Kanäle schiffbar zu machen.

Foto: Carmen Wolfram

Abb. oben: Der Nil heute mit seinem fruchtbaren Uferstreifen, dahinter die steinige Felslandschaft. (Foto: Carmen Wolfram)

Herodot über die Nilquellen

Herodot ist ein griechischer Reisender gewesender, der um 500 v.Chr. Ägypten bereiste.

Das mag nun sein, wie es ist und wie's von Anbeginn gewesen. Des Nils Quellen aber hat keiner zu kennen vorgegeben, weder von den Ägyptern noch von den Libyern noch den Hellenen, mit denen ich darauf zu sprechen kam, ausgenommen in Ägypten zu Sais der Schreiber von dem heiligem Schatz der Athene. Doch der schien mir jedenfalls zu spaßen mit seiner Behauptung, er kenne sie genau. Er sagte aber so: Es seien da zwei Berge mit spitz zulaufenden Gipfeln, die lägen zwischen der Stadt Syene in der Thebais und Elephantine, und diese Berge hießen der eine Krofi, der andere Mofi. Die Quellen des Nils seien unergründlich und strömten aus der Mitte zwischen diesen Bergen hervor, und die eine Hälfte des Wassers laufe nach Ägypten zu gehen und gen Norden, die andre Hälfte aber nach Aithiopien und Süden. Dass die Quellen aber unergründlich sind, an diese Probe, sagte er, sei Psammetichos, der König von Ägypten, gegangen. Denn er habe ein Seil geflochten viele tausend Klafter lang und habe es dort hinuntergelassen und sei nicht auf den Grund gekommen. Besagter Schreiber hat damit – sollte, was er erzählt, wirklich vorgefallen sein – erwiesen, so wie ich es deute, dass es dort manche Strudel gibt von großer Stärke und eine Gegenströmung, weil das Wasser sich an den Bergen bricht, und so kann das herabgelassene Lot nicht an den Boden kommen.
Sonst konnt ich von keinem Menschen etwas erfahren. Jedoch hab ich soweit hinauf, als es ging, noch das Folgende in Erfahrung gebracht, und dabei bin ich bis zur Stadt Elephantine Augenzeuge, von da an aber habe ich meine Erkundung nur noch aus Erzählungen. Geht man von der Stadt Elephantine weiter hinauf, so steigt das Gelände an. [...]


Abb. links: Feluke – modernes Segelboot im heutigen Ägypten.
Abb. rechts: Modellboot aus dem Alten Ägypten.


Der Nil war im Altertum der Ernährer des Landes

Sein schlammhaltiges Wasser, das Beimischungen von Tonerde, Kalk, Eisenoxyden, Mineralsalzen und Kohlenstoffen enthält, bedeckte das ausgetrocknete Land für drei bis vier Monate und ermöglichte Saat und Ernte. Die Breite des bewässerten Landstreifens wechselte zwischen ein paar hundert Metern und mehreren Kilometern je nach Lage der anstossenden Gebirgszüge. Um das Fruchtland voll auszunützen, sind heute wie im Altertum die Wohnungen der Menschen hauptsächlich in der Wüste. Die Häuser stehen in den Dörfern dicht gedrängt zusammen und weite Strecken des Landes scheinen unbesiedelt. Schon in den ersten Dynastien wurde die Höhe der Überschwemmung, die für die Fruchtbarkeit von ausschlaggebender Bedeutung war, registriert.
Durch Boten wurde das Herannahen der Flut gemeldet und das Eintreten der Wasser in die vorbereiteten Kanäle genau beobachtet. Eine zu geringe Wassermenge füllte die höher gelegenen Kanäle nicht, die Folge war Hungersnot. Eine zu große Flut riss die Dämme der Kanäle ein und ruinierte die Gebirgsabgrenzungen und Besitzverhältnisse. Anderseits wurde das Abfließen des Wassers nicht verhindert und der Boden deshalb nicht genügend durchtränkt. Neben den Bauern wurden daher Geometer gebraucht, welche die Felder einteilten und nach Absinken der Flut die Grenzen der Ufer neu festlegten und die Besitzverhältnisse wieder regelten.
Der schwarze Schlamm, der nach dem Verdunsten des Wassers auf dem Boden zurückblieb, gab dem alten Ägypten den Namen »das Schwarze Land« (Kemet), im Gegensatz zum »roten Land« der umgebenden Wüste.

Nilometer

Ein Nilometer diente zur Messung des Nilwasserstandes.
Ein Nilometer ist ein mit dem Nil in Verbindung stehender Korridorbau oder Brunnenschacht (Abbildung rechts), dessen Wände Meßskalen tragen, anhand derer die Höhe des Nilstandes abgelesen wurde.

Abb. rechts: Nilometer in Kom Ombo.
(Foto: Carmen Wolfram)


Der berühmteste Nilometer war der bei Elephantine, welcher über eine gewundene Treppe mit 90 Stufen zum Fluss hinabführte und an den Wänden mit Gradeinteilungen markiert war. Dann diente beispielsweise das heilige Becken des Dendera-Tempels als Nilometer, bestehend aus vier Wänden und in jeder Ecke eine Treppe hinabführend zum Beckenboden.
Anhand des Wasserstandpegels zu Beginn der Steigung des Wassers (Überschwemungszeit) konnte der Ägypter gut erkennen ob ein gutes oder schlechtes Erntejahr zu erwarten war, bzw. sich darauf vorbereiten und mögliche Gefahren abwenden bei Niedrigwasser oder auch bei Hochwasser. Niedrigwasser bedeutete eine trockene Zeit und es musste sparsam mit Wasser umgegangen werden. Hochwasser bedeutete, dass sich die Bewohner am Nil in höhere Gebiete zurückzogen.

Ab Ende Juli überflutete der Nil das Land

Die ägyptische Jahreszeit "Achet" begann. Nach dem Verdunsten des Wassers bleibt ein schwarzer Schlamm zurück, der allen notwendigen Dünger enthielt, um dem Boden die große Fruchtbarkeit zu verleihen, die gute Ernten ermöglichte. Angebaut wurden im alten Ägypten vor allem Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Spelz sowie Flachs.


Heutzutage findet dieses große Ereignis, die jährliche Nilüberschwemmung einst im Hochsommer, aufgrund des Assuan-Staudammes nicht mehr statt. Der Nil war es auch, der die Urbevölkerung Ägyptens zwang, den Kalender nach den regelmäßig eintretenden Überschwemmungen zu schaffen. Der altägyptische Kalender – schon um 2700 v.Chr. "erfunden", kennt drei Zeiten mit je vier Monaten:
Die Zeit der Überschwemmung, der Saat und der Ernte (Achet, Peret, Schemu). Das Jahr begann mit dem Erscheinen des Sothis-Sternes (altägyptisch: Soptet) am Horizont (ca. 19. Juli) und zählte 360 Tage. Die fünf fehlenden Tage wurden als Schalt- und Festtage angefügt. So war das ägyptische Jahr jeweils ein viertel Tag zu kurz und nach vier Jahren war es im Verhältnis zum Erscheinen des Sothissternes um einen Tag im Rückstand. Dieser Rückstand vergrößerte sich von Jahr zu Jahr und erst nach 1.460 Jahren traf der Jahresanfang mit dem Erscheinen des Sothissternes wieder überein. Wie die Ägypter im einzelnen diese Differenz einbezogen haben, ist noch nicht ganz klar. Jedenfalls ist es in Inschriften an Tempelwänden vermerkt worden, wenn der Jahresbeginn (um den 19. Juli) mit dem Aufsteigen des Sothissternes am Horizont übereinstimmte, was u.a. in der Regierung des Sesostris' III. der Fall war. Der heutigen Wissenschaft sind diese Angaben außerordentlich wertvoll für die absolute Datierung der einzelnen Dynastien.

Boot aus Papyrusbündel.
(Modell / Rekonstruktion)

Boot aus Holz.
(Modell / Rekonstruktion)


Durch die jährlichen Überschwemmungen des Flusses überhöhte sich langsam das schmale Land, das sich zwischen den beiden Gebirgszügen in Oberägypten hinzog, während sich der Fluss immer tiefer in sein Bett einfraß, so dass die Bauern schon immer gezwungen waren, höher gelegene Teile, die von der Überschwemmung nicht erreicht wurden, mit künstlichen Bewässerungsanlagen fruchtbar zu machen. Diese Anlagen sind heute noch in Betrieb.

Ein sog. Shadouf (= Bewässerungssystem) besteht aus einer gegabelten Stange, auf der in der Horizontalen eine sehr lange Stange ruht (Abbildung unten).

An dem Ende dieser Stange hängt ein irdener Krug, der an einer Schnur befestigt ist, während das andere kürzere Ende mit aus Lehm geformten Gegengewichten beschwert ist. Der an der Stange hängende Krug wird in das unter ihm liegende Wasserbecken oder Nil gesenkt, und durch niederdrücken des kürzeren beschwerten Endes hochgehoben, in der Gabel gedreht und in das höher gelegen Becken entleert.

Zeichnung: Anja Semling

Abb. oben: Shadouf

Der Nil – Verkehrsader des Landes
Lediglich Wege über Land gehörten noch zum Verkehrsnetz. Die Dämme dagegen waren die Straßen, auf welchen die beladenen Esel, das ägyptische Tragetier, die Früchte des Landes in die Stadt brachten. Aber auf dem Nil zu fahren war meist schneller. Boote konnten zerlegt werden und wieder zusammengefügt. Die kunstvoll aus vielen Papyrusbündeln zusammengefügten Schiffe dienten dem Binnenverkehr.

Abb. oben: Königliches Schiff aus Holz. Prunkvoll verziert und in der klassischen gebogenen Form. Zwei Standarten in der Mitte demonstrieren das Königstum. (Digitales Modell, Rekonstruktion: Elke Bassler)


Der Nil als Gottheit

Infolge seines geheimnisvollen Wesens wurde der Nil im Altertum als Gott angesehen. Er besaß zwar keinen Tempel und keinen regelrechten Kultus wie die anderen Götter, aber Hymnen wurden ihm gesungen, die deutlich den Dank an den Nahrungsbringer aussprechen. Natürlich waren die dem Nil zu Ehren begangenen Feste im ägyptischen Kalender von vorrangiger Bedeutung. Die Feierlichkeiten wurden abgehalten, wenn das Wasser – etwa um die Sommersonnenwende – zu steigen begann. Im gleichen Verhältnis, in dem der Fluss das Land überflutete, um dort seinen unschätzbar wertvollen Schlamm abzulagern, nahm auch die Freude der Festteilnehmer zu. Die Bauern aßen über mehrere Tage hinweg gemeinsam und betranken sich mit Bier, während sie auf das große Ereignis warteten, dass sich endlich die Tore der Tempel öffneten und die Priester für die Prozession herauskamen, bei der die Statue des Gottes am Ufer entlang getragen wurden und Hymnen an seine Macht angestimmt wurden. Ein sehr verbreiteter Hymnus lautete folgendermaßen:

Abb. oben: Der Gott Hapi, in dem die Ägypter den Nil verkörpert sahen, erscheint in männlich-weiblicher Gestalt – ein Symbol der üppigen Fruchtbarkeit.

Buchquelle "Hymne an den Nil" Unsterbliches Ägypten von Josef A. Omlin. Herausgegeben von Nestle, Peter, Cailler, Kohler. 1966

Hymne an den Nil

»Preis dir, o Nil, der herauskommt aus der Erde
und herbeikommt um Ägypten zu ernähren.
Mit verborgenem Wesen, eine Dunkelheit am Tage …
Der die Fluren bewässert …
Der die Wüste tränkt, die fern vom Wasser ist …
Der Nahrung bringt und reich an Speisen ist,
Der alles Gute schafft …
Der Kraut für die Herden schafft und jedem
Gotte Schlachtopfer gibt …
Der die Speicher füllt und die Scheunen weit macht,
Der den Armen etwas gibt.
Der Bäume wachsen lässt nach jedem Wunsch
und man hat keinen Mangel daran.
Man fängt an für dich auf der Harfe zu spielen
und man singt dir mit der Hand.
Flutet der Nil, so opfert man dir,
mit Weihrauch, Ochsen und Rindern und
Vögeln auf der Flamme,
Der du den Menschen von seinem Vieh leben lässt
und sein Vieh von der Flur.
Du grünst, du grünst o Nil, du grünst.«

(Hymne von dem Dichter Cheti, ca. 1900 v.Chr.,
Übersetzung von Erman)


Herrlicher Sonnenuntergang über West-Theben. (Foto: Jörn Krause / Pixelio.de)


Besonderheiten des Nils im alten Ägypten

  • Nil = Lebensquelle

  • Das ganze Leben in Ägypten hing von der Nilüberschwemmung ab.

  • Die jährliche Nilüberschwemmung: Ab Ende Juli überflutet der Nil das Land. Nach dem Verdunsten des Wassers bleibt ein schwarzer Schlamm zurück, der allen notwendigen Dünger enthält, um dem Boden die große Fruchtbarkeit zu verleihen, die gute Ernten ermöglicht. Durch die jährliche Nilüberschwemmung konnten die alten Ägypter das Jahr einteilen und zwar in drei Jahreszeiten zu je vier Monaten: Zeit der Überschwemmung, der Saat und der Ernte. Daraus resultierte auch der Kalender, der heute noch in einer etwas abgewandelten Form gilt.

  • Dadurch, dass der Nil östlich und westlich von Wüsten umgeben war, lebten die alten Ägypter in einer starken Abhängigkeit zum Fluss. Nur im flußnahen Fruchtland gab es genug zu Essen und Trinken. Fazit: Der Nil war im Altertum der Ernährer des Landes.

  • Der Nil war die Verkehrsader des Landes. Mit ihm gelang eine Verständigung durch das ganze Land und erleichterte dem Pharao die Ausübung seiner Macht.

  • Auf dem Nil wurden Baumaterialien transportiert für die zahlreiche Bauvorhaben der Könige. Und es konnten längere Wegstrecken zurückgelegt werden.

  • Für die alten Ägypter war der mächtige Nil etwas "Geheimnisvolles" und wurde auch religiös verehrt. Ihm zu Ehren wurden auch Feste gefeiert und Lobeshymnen rezitiert.

  • Die Ägypter glaubten, dass der Nil dem Ur-Ozean entspringe, der die Erde umfloss, dem "Nun".


Abb. oben: die Nil-Überschwemmung wie sie vor dem Bau des Assuan-Staudammes vonstatten ging und somit sich auch in der pharaonischen Zeit alljährlich ereignet hatte. Hier im Bereich von Theben (Luxor), westlich des Nils. Gut zu erkennen sind die sogenannten Memnon-Kolosse, die beiden großen Statuen, die einst den gigantischen Totentempel von Pharao Amenophis III. bewachten. Dieser Tempel wurde selbst in der Pharaonenzeit teilweise überschwemmt – ein Vorgang der mythologischen Charakter hatte, nämlich das Auftauchen des sog. "Urhügels" aus den Fluten des Nun (Urozean) während des Weltschöpfungsaktes. Einst symbolisierte auch der Totentempel diesen Urhügel. – (Bildquelle: "Die Welt am Nil" von Adolf Erman, 1937)

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Kurzbeschreibung: Dies ist die faszinierende Geschichte des Nil, des längsten Flusses der Welt. Er war Zeuge bei der Geburt menschlicher Zivilisation, er brachte große Fluten hervor, aber auch langanhaltende Dürre. Er sah Städte entstehen und vergehen und hieß eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt in seinen Gewässern willkommen. Er ist der König der Flüsse, er begeistert die Menschen wie kein anderer Strom. Die außergewöhnliche Reise führt entlang des großen Flusses durch Wüstenlandschaften und Dschungelgebiete, über schneebedeckte Berge bis zu den Seen im Äthiopischen Hochland.

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Folge 2: Die große Flut
Die jährlich wiederkehrende große Flut bringt nicht nur Wasser, sondern auch eine unglaubliche Menge an fruchtbarer Vulkanerde - Grundlage für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Aber die Alten Ägypter dachten, die Götter schickten jährlich diese lebenswichtigen Gaben. Heute lässt sich das Rätsel lösen.

Folge 3: Auf der Suche nach der Quelle
Wir reisen mit legendären Forschern durch die Dschungel und Sumpfgebiete des tiefsten Afrika bis zu den Wasserspeichern im Äthiopischen Hochland und werden Zeugen bei der Suche des Ursprungs des Nils.

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Kemet ist eingeteilt in die zwei großen Landesteile: Oberägypten und Unterägypten; für die alten Ägypter waren dies: die "Beiden Länder", was in altägyptisch etwa folgendermaßen benannt wurde: "Taui". Weiter ...

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