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Ach

»Lichtgeist« – Bezeichnung des Zustandes, in dem die seligen Verstorbenen fortleben. (Hornung)
Auch: Verklärter; Eine geistige Kraft von übernatürlichem Wesen. Ach wurde durch den Ibis mit Haube dargestellt, die gleiche Hieroglyphe bildete auch die Wurzel des Verbs "nützlich, wirksam, ruhmreich sein". Ach gehörte zu einer von mehreren Komponenten (wie: Ba, Ka, Name, Schatten, Leib) des Menschen im alten Ägypten.

Achtheit

Göttersystem, das in der Stadt Hermopolis ("Stadt der Acht") entstanden sein soll. Diese Achtheit setzt sich aus vier Ur-Götterpaaren zusammen:

  • Nun und Naunet: das Urgewässer.
  • Huh und Hauhet: der unendliche, zeitlose und formlose Raum
    vor der Weltschöpfung.
  • Kuk und Kauket: die triste, präexistentielle Urfinsternis, umgeben
    vom leeren Nichts der Unendlichkeit.
  • Amun und Amaunet: Personifikation des Unsichtbaren, verborgenen Lufthauchs, der das Urgewässer bewegte, und damit die Welterschaffung auslöste.

Aegyptica

Fachausdruck für Hinterlassenschaften aus der Pharaonenzeit. Sei es ein zerbrochener Krug oder ein prächtiger Sarkophag – beides sind Aegyptica.

Amduat

Die Schrift des verborgenen Raumes – "Das was in der Unterwelt ist"
Das sogenannte Amduat ist der älteste illustrierte Text, der die Jenseitsreise (Nachtfahrt) des Sonnengottes Re durch die zwölf Stunden der Nacht beschreibt.
Entstanden ist das theologische Kompendium um 1500 v.Chr. zur Zeit des Neuen Reiches. Übersetzt heißt Amduat soviel wie: "Das, was in der Unterwelt ist". Dieses Amduat, wurde aber von den Ägyptern »Die Schrift des verborgenen Raumes« genannt. Es zielte darauf ab diesen "Verborgenen Raum" des Jenseits' in einer bis dahin nicht gekannten Detailgenauigkeit sowie Systematik zu beschreiben.

Amentet

Das altägyptische Wort für Westen ist Amentet, was meint das Land westlich des Nils. Verkörpert in einer Göttin, die auch Amentet heißt.

Ammit

Dämon in der Unterwelt »Verschlingerin der Herzen«. Der Name Ammit bedeutet »die Fresserin«
Dargestellt wurde Ammit als Mischwesen: Löwentorso, Kopf eines Krokodils, Hinterteil eines Nilpferdes. Auf den Totenpapyri in der Szene beim Wiegen des Herzens beim Totengericht wurde sie abgebildet.


In der Nähe der Waage, die Anubis bedient, hält sie sich auf, wo das Herz des Verstorbenen gegen eine Feder aufgewogen wird. Ist das Herz schwerer als die Feder der Maat, verschlingt Ammit das Herz des Verstorbenen – und somit war dieser endgültig vernichtet.

Anch

Symbol für (ewiges) Leben. Symbolisiert die grundlegende Lebensenergie. Darstellung: Henkelkreuz.

Das Anch-Symbol steht für die ewige Existenz der Götter und besitzt die Eigenschaften von Luft und Wasser, der Ursprung allen Lebens. Das Zeichen schlechthin für Leben – vielfach verwendet bei den Ägyptern als Schutzsymbol für langes Leben.

Warum das Anch-Zeichen jedoch ausgerechnet aus einer Art Schlinge und einem angedeuteten Kreuz besteht, ist den Wissenschaftlern bis heute ein Rätsel.

B

Ba

Im Jenseits- und Totenglauben der alten Ägypter kommt das Ba eines Verstorbenen der griechischen (und damit unserer) Vorstellung von der 'Seele' eines Menschen am nächsten. Vor allem ist Ba Träger der unsterblichen Substanz des Toten.

Ba ist ein Seelenwesen, ähnlich dem Ach in Vogelgestalt, auch mit Menschenkopf dargestellt.
Ba ist neben Ka und Ach, eines der drei geistigen Prinzipien des Menschen. Es stand dem Ba im Jenseits frei zu kommen und zu gehen wann immer es ihm beliebte. Der Wohnort des Ba war sein Grab wo die Mumie des Verstorbenen ruhte. Ba besuchte auch das Land der Lebenden.


Benben-Stein (-Hügel)

Pfeilersymbol im Sonnenheiligtum von Heliopolis, das Vorbild für die Obelisken – aus dem Wortstamm »emporsteigen«, »leuchten«.
Für die Altägypter symbolisierte der Obelisk Benben den heiligen Stein des Sonnengottes in Heliopolis. Viele wurden eigens für Amun-Re aufgestellt, und ihre Inschriften unverändert entweder Anrufungen an den Gott, oder Siegesinschriften des Königs, der den Obelisken errichtet hatte.

C

Cachette

Versteck. Auch: Mumiendepot. Es gibt eine Vielzahl an Mumiendepots, die man als sogenannte Cachette (französisch) bezeichnet. Zum Beispiel das berühmte Versteck bei Deir el-Bahari, DB 320 oder auch das bekannte Versteck in KV 35, das Grab des Amenophis' II. Es gibt aber noch eine weitere Anzahl an Mumiendepots.

Chepri

Chepri stellt die aufgehende Sonne dar – eine von vielen Erscheinungsform des Re. Die Sonne sahen die Ägypter in Gestalt des Sonnengottes Re, der Verkörperung der Sonnenscheibe. Mit ihm regierten Chepri, der Skarabäus, als Gott der Morgensonne (ebenso Atum als Gott der Abendsonne und Re-Harachte als Gott der Mittagssonne). Der Skarabäus auf dem Kopf ist ein Symbol der Urzeugung, hier bezogen auf die Fähigkeit der Sonne, sich am Ende der Nacht selbst zu erneuern. Weit verbreitet waren Siegel, Schmuckstücke und Amulette in Skarabäenform.

D

Djed (-Pfeiler)

Der Djed ist ein Fetisch aus prähistorischer Zeit. Auch Schutzamulett.

In seiner stilisiertesten Form ist der Djed das Rückgrat des Gottes Osiris, das den Triumph über seinen Mörder Seth symbolisiert. Er kam in Fruchtbarkeits-Ritualen zum Einsatz, wenn der Djed-Pfeiler vom Pharao und seinen Priestern zeremoniell aufgestellt wurde.

In der Hieroglyphenschrift bedeutet das Zeichen eines stilisierten Djed-Pfeilers: Dauer, Beständigkeit


Diorit

Schwarz-weiß kristallkörniges Tiefengestein. Die Ägypter bauten das Gestein in Assuan ab und verwendeten Diorit für die Herstellung von Statuen sowie von Gefäßen.

Doppelkrone

Machtinsignie des Königs. Kombination von zwei Königskronen: Krone von Unter- und Oberägypten. Altägyptisch: Sechemtj (= "die beiden Mächtigen").
Beide Kronen verschmolzen zur Doppelkrone; sie ergeben das absolute Königssymbol. Diese kombinierte Krone symbolisiert die absolute Herrschaft des Königs über Ober- und Unterägypten (= "Beide Länder")


Dreckapotheke

Im alten Ägypten gab es auch eine sogenannte Dreckapotheke, in der Mittel wie Kot von Tieren oder Kindern, Schlachtblut, Mäuseschwänze, Vogelschnäbel oder auch Ziegenknochen Anwendung fanden. Einige dieser Mittel sind durchaus wirksam und finden noch heute in mancher naturheilkundlichen Apotheke Verwendung.

Duat

Die altägyptische Bezeichnung für das Jenseits bzw. die Unterwelt. Auch genannt: "Dat".

Dynastie

Dynastie ist in der ägyptischen Geschichte der Oberbegriff für eine bestimmte Abfolge von Pharaonen, die durch historische Ereignisse miteinander verknüpft sind; nur in zweiter Linie ist Dynastie als sogenanntes "Herrscherhaus" zu sehen.

E

Ehrengold

Belohnung für Personen (Männer und auch Frauen) im Dienste des Pharaos. Seit dem Alten Reich ist in Ägypten die Sitte bezeugt, an verdiente Beamte Gold zur Belohnung zu überreichen. Das Ehrengold wurde in Form von verschiedenen Schmuckstücken den Auszuzeichnenden vom Pharao übergeben, so zum Beispiel: goldene Halskragen oder goldene Armreifen.

Epagomenen

Die "hinzukommenden" Tage. Bezeichnung von fünf Tagen, die im ägyptischen Kalender außerhalb der 30-tägigen Monate stehen. Ägyptisch werden die Epagomenen als die "auf dem Jahre" benannt. Im Alten Reich werden diese 5 Tage am Anfang des Jahres aufgeführt, während sie im Neuen Reich am Ende des Jahres stehen.
Sie wurden als "Geburtstage" des Osiris, Isis, Seth, Nephthys und Horus bezeichnet. In der Ptolemäer-Zeit wurde versucht einen sechsten Epagomentag alle vier Jahre einzuführen und diesen Ptolemaios Euergetes III. und seiner Frau Berenike zu widmen, was sich aber jedoch nicht durchgesetzt hat.

F

Fayence

Beliebtes Material zur Herstellung von diversen Schmuckstücken, Amuletten, Gefäßen, u.v.m. Fayence besteht aus kalkhaltigem Wüstensand, Kupferverbindungen als Farbgeber sowie Natron, einem Bindemittel und Wasser als Zusätzen.

Diese Masse wurde geknetet, zu Perlen geformt, getrocknet und vermutlich schon zu früher Zeit in einem Bett aus Calcitpulver, Salzpflanzenaschen und Kupferverbindungen im Ofen gebrannt. Ein Halm, um den die Perle geformt war und der im Feuer verglühte, ersparte die schwierige Prozedur des Durchbohrens.
(Abb. links: Amulett "Schlange" aus Fayence)


Fellache

Fellache (arabisch) heißt nichts weiter als Ackerbauer. Die Fellachen gelten als die Nachkommen der alten Ägypter. Die Fellachen brachten eine der frühesten und kompliziertesten Kulturen hervor, schufen mit unendlichen Mühen und ausgeklügelten Bewässerungsmethoden den Lebensunterhalt für ihr Nil-Land, und sie erbringen auch heute noch den höchsten Hecktarertrag der Welt. Ihr Ansehen im Land ist dennoch gering; wie ihr Lebensstandard auch.

Federkrone

Ihre wesentlichen Elemente sind zwei aufrechtstehende Straußenfedern. Sie können sich über Widder- oder Kuhhörnern erheben, zwischen den Kielen kann sich die Darstellung einer Sonnenscheibe befinden. Diese vielleicht eher als Kultmaske anzusehender Krone wurde außer dem König von verschiedenen ägyptischen Gottheiten getragen.


Feluke

Traditionelles ägyptisches Schiff mit Dreieck-Segel. Zweimastiges geräumiges Boot mit besonders großen Segeln. Die Feluke wird noch in Ägypten gesegelt. Auch als Kriegs- und Piratenschiffe früher in Form von kleinen galeerenartigen Schiffen verwendet

G

Gedenkskarabäus

Bezeichnung für relativ große Skarabäen auf deren Basisflächen ein hieroglypischer Text mit wichtigen Ereignissen eingraviert ist.

Geierhaube

Der König hatte eine "Große Königsgemahlin" an seiner Seite. Königinnen trugen oft die Geierhaube auf dem Haupt, deren Standardinsignie und königliches Abzeichen. Der Geier als ein in Attribut der thebanischen Göttin Mut, der Gemahlin des Reichsgottes Amun im Neuen Reich. Die Geierhaube war ursprünglich der Kopfschmuck der oberägyptischen Göttin Nechbet.

Abb. links: die Göttin Hathor trägt die Geierhaube mit Kuhgehörn und Sonnenscheibe.


Geißel

Herrschaftinsignie des Königs. Bezeichnung auch für "Fliegenwedel".
Abzeichen des Königs zusammen mit dem Krummstab, an einem Holzstiel drei Platten, die wohl Klappergeräusche von sich gaben, um damit böse Geister zu vertreiben. Die Geißel trug der Pharao als Zeichen von Macht und Würde.

Grabkegel

Aus gebranntem Ton, konisch zulaufende Zapfen. Diese haben eine (vorwiegend) runde oder auch quadratische Basis; darauf ist eine Inschrift versehen, die Name und Titel des Toten trägt – manchmal auch eine Opferformel. Vorzugsweise in Theben, aber auch an anderen Orten, fand man diese Grabkegel vor Gräbern der 11. bis 26. Dynastie.

Offensichtlich waren diese zu Mehreren in die Eingangswand des Grabes eingemauert, so dass die Basen in der Wandfläche steckten. So bildeten die Grabkegel eine Art Fries. Deshalb auch manchmal die Bezeichnung Friesziegel.

H

Herodot

Der erste Tourist, der Ägypten bereiste war der Grieche Herodot von Halikarnassos. Er hinterließ eine Schilderung von Land und Leuten und wurde Jahrhunderte später von Cicero (Autor) als »Vater der Geschichte« benannt.

Hermes Trismegistos

Hermes Trismegistos entspricht dem Prinzip des altägyptischen Gott Thot (= Gott der Weisheit, Schriftkunst, Wissenschaften).

Herz

Für die alten Ägypter war das Herz der Sitz des Verstandes, des Willens und der Gefühle. Das Herz eines Verstorbenen wurde im Jenseits von den Göttern gewogen auf einer Waage, beim sogenannten "Totengericht". In der einen Waagschale liegt das Herz des Verstorbenen.


In der anderen Waagschale liegt eine Feder, das Symbol der Maat. Beides wird gegeneinander abgeglichen. Ist das Herz schwerer als die Feder der Maat, wird die Seele des Verstorbenen von dem Dämon Ammit, genannt die »Große Fresserin« vernichtet. (Altägyptisch heißt Herz: ib)

Hethiter

Indogermanische Volksgruppe, die im 2. Jahrhundert v.Chr. in Ostkleinasien eindrang und um 1600/1470 (Altes Reich) und 1400–1200 (Neues Reich) einen Großstaat bildete; Untergang um 1200 v.Chr.; bedeutende Kultur.

Hoherpriester

Auch: Hohepriester. Die Leiter der Priesterschaft eines Tempels werden für gewöhnlich als Hoherpriester bezeichnet, die den Titel "Prophet" bzw. "Erster Prophet" führten.

I

Imhotep

Wesir und Oberbaumeister des Königs Djosers im Alten Reich, 3. Dynastie. Später Schutzpatron der Baumeister; Schreiber und Ärzte. Imhotep wird die Erfindung des monumentalen Steinbaus zugeschrieben. Die gesamte Grabanlage Djosers, deren Mittelpunkt die Stufenpyramide bildet, war von einer 10 Meter hohen Mauer umschlossen. Die Grabanlage war ein gewaltiger Tempelkomplex und ist somit der älteste monumentale Steinbau der Menschheitsgeschichte.


Isfet

Chaos, Sünde, Unrecht. Meint das Gegenteil von Maat = Gerechtigkeit, Harmonie, Weltenordnung. Eine der höchsten Pflichten des Pharao war, die von den Göttern etablierte Maat zu erhalten. Wer gegen die Maat verstieß, beging Isfet.

J

Jugendlocke

Die Locke an der rechten Schläfe getragen galt als Jugendzeichen im Alten Reich. Im Neuen Reich war sie das Zeichen der Prinzen und des Sem-Priesters als des Darstellers des Thronfolgers im Königsritual.

K

Ka

Lebenskraft. Eine Art geistiges Ebenbild; in Ergänzung zu Ba (= Seelenkraft). "Der Ka ist ein Strom von belebender Energie, die der Tod nur vorübergehend unterbrechen kann." (Hornung / Ägyptologe)
Der Ka war nach altägyptischer Vorstellung die Lebenskraft, die jeder bei seiner Geburt erhielt und die den Tod des Individuums als eine Art Doppelgänger des Toten überdauerte. Wen sein Ka nicht verließ, der war nicht wirklich tot. Die Hieroglyphe für Ka sind zwei angewinkelte erhobene Arme.

Kanopen

Behälter in denen die Eingeweide nebst Innereien des Toten, gefüllt wurden. Immer vier Kanopengefäße wurden mit ins Grab gegeben. Diese Gefäße waren aus Ton, Quarzit, Alabaster, Stein oder Metall. Diese Vasen, die in einen einzigen Behälter neben den Toten gestellt wurden, hatten auf ihren Deckeln vier verschiedene Köpfe aufmontiert, die die vier Grabgeister darstellten:
ein menschlicher, der eines Schakals, eines Raubvogels und der eines Pavians.

Kartusche

In eine sogenannte Kartusche schrieben die Ägypter Königsnamen. Sowohl von Männern wie auch von Frauen (den Königinnen), für letztere aber nur eine Kartusche im Gegensatz zum König, der stets zwei hatte.

Abb. oben links: Eigennamen von Sethos I.: "men-maat-re" (altägyptisch). – Abb. oben rechts: Kartusche mit dem Thronnamen von Sethos I.: "setsch-meri-en-ptah" (altägyptisch).

Aus dem kreisförmigen Symbol für »alles was die Sonne umkreist« hat sich die Kartuschen-Hieroglyphe entwickelt. Eine "Schnurschleife mit Knoten" und daraus ergibt sich die stilisierte Umrandung für die beiden männlichen Königsnamen: 1.) Thronnamen – für die beiden Landeshälften, und 2.) Geburtsnamen mit der Titulatur »Sohn des Re«.
Der Wechsel von der Kreisform zum Oval ermöglichte die Aufnahme einer größeren Anzahl an Hieroglyphen, um die Pharaonen-Namen wiederzugeben.

Der Begriff Kartusche leitet sich von dem französischen Wort cartouche ab. Während der napoleonischen Ägypten-Expedition (um 1798) war den Soldaten die Ähnlichkeit dieses Kartuschen-Symbols mit dem Profil von Patronenhülsen aufgefallen.

Kemet

Kemet nannten die Alten Ägypter das Niltal, was soviel heißt wie »Das Schwarze« wegen der dunklen Farbe des vom Fluss angeschwemmten Schlammes. Im Gegensatz zur roten Erde der umliegenden Wüste (Chaset).
Die Ägypter selbst bezeichneten sich als remetju kemi, »Menschen der schwarzen (Erde)«. Kemet meint Ober- und Unterägypten, also beide Länder.

Kenotaph

Scheingrab. Auf Griechisch bedeutet Kenotaphion "leeres Grab".
Da das Grab nicht nur Ruhestätte des Leichnams und Ort seines kultischen Dienstes war, sondern auch als Verehrungsstätte nichtkörperlicher Erscheinungen des Toten galt, ergab sich die Möglichkeit, ein Kenotaph mit Kultstätten außer dem wirklichen Grab zu besitzen.

Kopten

Früheste Christen. Der Name »Kopten« geht über das arabische »al.qipt«, auf das griechische »Aigyptioi« zurück, ist daher gleichbedeutend mit »Ägypter«. Kopte«weist heute auf den ägyptischen Christen hin.

L

Lapislazuli

Dunkelblauer Halbedelstein (dunkelblau mit gelben Eisenpyritadern). Der Stein kam wahrscheinlich auf weiten Handelsstrecken aus Afghanistan (Hauptquelle: Hindukusch-Gebirge) über Mesopotamien nach Ägypten. Lapislazuli wurde seit frühester Zeit zu Schmuck verarbeitet.

Lotos

Symbol für die Wiedergeburt. Nach einer verbreiteten Vorstellung entstieg einer Lotosblüte, die sich über dem Urozean auftat, der junge Sonnengott. – Lotosblumen waren beliebter Blumenschmuck, Lotosstengel und -blüten häufiges Ziermotiv und Vorbild einer Säulenart (Lotossäule). Wegen ihrer Eigenschaft, sich morgens zu öffnen und abends wieder zu schließen, ein beliebtes Symbol für die Wiedergeburt.

M

Maat ( Ma'at )

Kosmische Ordnung, Wahrheit, Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit.
Maat war keine menschliche Tugend in unserem Sinne, sondern eine Eigenschaft der Welt, die von den Göttern eingebaut wurde in dem Augenblick der Schöpfung.

Mundöffnung

Belebung der Mumie. Unter der Mundöffnung versteht man ein Ritual, das ursprünglich offenbar der letzten Fertigstellung und Belebung von Statuen galt, wobei der Ausdruck "Mundöffnung" (im Ritual auch verbunden mit "Augenöffnung") auf die Öffnung des nahrungsaufnehmenden Organs als ein Kennzeichen des Lebendigseins hinweist.

N

Naos

Dieses Wort bezeichnet das steinerne Tabernakel (= Schrein), das die Statue des Gottes enthielt. Dieser frei stehende verschließbare Schrein befindet sich im Sanktuar (= Allerheilgstes) im Götter-Tempel. Dieser Raum war sozusagen die Behausung des Gottes. Im Naos befand sich ein tragbares Bildnis des jeweiligen Gottes.

Narmer

Erster Reichseiniger Ägyptens. Gründet das Reich zu beiden Seiten des Nils vor ca. 3000 v.Chr., Prädynastische Zeit, 0. Dynastie.
Die Verschmelzung der Königreiche Ober- und Unterägypten war ein langwieriger Prozeß. Schon vor der endgültigen Reichseinigung gab es Herrscher, die für kürzere oder längere Zeit das Land regierten. An deren letzter Stelle steht der Herrscher Narmer. Wichtigste Residenz des Königs war Hierakonpolis (Nechen). Die berühmte Palette des Narmer, feiert den Sieg dieses Fürsten über Unterägypten um das Jahr 3000 v. Chr. Mit Narmer schloß die Reihe der vorgeschichtlichen Könige.

Netscher

Gotteshieroglyphe. Bezeichnung für »Gott«.
Altägyptische Aussprache etwa: nátschîr.
Ägyptologische Aussprache: netscher = n(e)tj(e)r


Neunheit (Enneade)

Griechische Bezeichnung: Enneade.
Altägyptischer Ausdruck: pesedjet – »Gruppe von Neun«.
Nachdem die Priester von Heliopolis sich eine Kosmonogie ausgedacht hatten, in der die ursprüngliche solare Schöpfungstheorie (Himmel, Erde, Sonne) und die neue osirianische Theologie (vier Gottheiten: Osiris, Isis, Seth und Nephthys) in Einklang gebracht wurden, wollten sie die dadurch entstandenen neun Urgötter zu einer Gruppe zusammenfassen, die »Neunheit«. Diese Gruppe von neun Gottheiten bilden die »Neunheit« von Heliopolis und dürfte in Heliopolis geschaffen worden sein.

Diese »Gruppe von Neun« bestand aus Atum, dem Schöpfergott, der später mit dem Sonnengott Re gleichgesetzt wurde, seinen Kindern Schu (die Luft oder die Atmosphäre) und Tefnut (die Feuchtigkeit), die das erste Götterpaar bildeten, seinen Enkeln Geb (die Erde) und Nut (der Himmel) und deren Kindern Osiris, Isis, Seth und Nephthys, die zwei weitere Paare bildeten.
Die Bedeutung dieser neun Götter liegt darin, dass diese als einen geschlossenen Wirkungskreis, der die Welt beherrschenden Mächte darstellen.

Nilometer

Ein Nilometer diente zur Messung des Nilwasserstandes. Mit dem Nil in Verbindung stehender Korridorbau oder Brunnenschacht, dessen Wände Meßskalen tragen, anhand derer die Höhe des Nilstandes abgelesen wurde.

O

Opetfest

Als eines der wichtigsten Feste des Landes wurde das Opetfest alljährlich mit einer Dauer von 27 Tagen in Theben abgehalten. Höhepunkt war die Prozession der Kultbarke des Reichsgottes Amun-Re, von Karnak in den 2,5 Kilometer entfernten Tempel von Luxor.

Ostraka

(Ton-, Kalkstein-) Scherbe beschriftet. Eine der wichtigsten Quellen für Informationen über das Leben vor 3200 Jahren sind die sogenannten »Ostraka«. Der Fachbegriff lautet so und beschreibt schlichtweg eine Scherbe, bzw. ein Keramikbruch-Stück oder auch Felssplitter, die beschriftet sind. Diese Ostraka sind handschriftlich beschriftet mit antiken Texten jedweder Art. Da diese Ostraka im Gegensatz zum teueren Papyri, leicht erschwinglich waren, diente dem einfachen Ägypter Selbiges als Schreibuntergrund.

P

Papyrus / Papyri

Papyrus ist ein in der Antike verwendetes, aus der Papyrusstaude gewonnenes Schreibblatt. Zur Zeit der Pharaonen wuchsen Papyruspflanzen in großen Mengen wild überall an den Ufern des Nils, vor allem aber im Nildelta. Papyrus wurde auch in großen Mengen in andere Länder im Mittelmeerraum exportiert. Die Papyrusstaude ist eine immergrüne Pflanze eine Art Binsengras, die eine Höhe von 2 bis 5 Metern erreichen kann und von einem doldigen Schopf aus Blütenständen gekrönt wird.
Das Wort Papyrus kommt von dem ägyptischen Wort pa-per-aa, was soviel heißt wie: "der (Beschreibstoff) des Pharao". Auf das Monopol Papyrus herzustellen, verweist dieser Name "pa-per-aa".

"pa" bedeutet "das des ..." und "per-aa" heißt "großes Haus" (per=Haus/Palast, aa=groß) und daraus entstand der heutige Begriff "Pharao"

Abb. ganz links: Papyrus-Pflanze.
Abb. links: Papyri


Die Verwendung der Papyrus-Pflanze reichte von der Herstellung von leichten Nachen/Booten (aus zusammengebundenen Papyrusstengeln), Matten, Sandalen, Tauwerk, Schachteln, bis hin zur Verwendung in Blumensträußen und Girlanden. Die größte Bedeutung besaß die Papyrus-Pflanze aber als Rohstoff für Papyri als Schreibmaterial.

Portikus

Pfeilerreihe. Auch eine Art Säulenhalle. Zum Beispiel am Tempel der Hatschepsut bei Deir el-Bahari.

Prozessionsbarke

Dem sogenannten Sanktuar – ein wichtiger heiliger Raum im Tempel –, lag oft eine "Barkenkapelle" vor, in der die tragbare Barke des Gottes (Przessionsbarke) untergebracht war. Bei Festen im Neuen Reich kam so eine Barke zum Einsatz; die Barke wurde dann von Priestern getragen und auf der Barke befand sich das Kultbild des Gottes, sonst im Naos-Schrein.

Pylon

Monumentales Tempeltor, seit dem Mittleren Reich auf der Tempelachse liegend. Die Doppeltürme derartiger Pylone erinnern an die beiden »Horizontberge«, weshalb sich der König als Verkörperung des Re auf dem Dach zwischen ihnen zu zeigen pflegte. In einem einzigen Tempelkomplex konnten mehrere Pylone sein (z.B. Karnak), diese waren meist mit Reliefs verziert.

Pyramidion

Bezeichnet den obersten Teil (Abschluß) einer Pyramide und auch eines Obelisken.

Q

Qubbet el-Hawa

Der Name kommt von arabisch Qubba, „Kuppel“ und Hawa, „Wind“, ist ein Felsenberg in der Nähe von Assuan. Er ist etwa 130 Meter hoch und für eine Nekropole aus altägyptischer Zeit bekannt.

R

Ramose

Ramose war ein Wesir in der 18. Dynastie, Neues Reich. Während der Regierungszeit von Amenophis III. und Amenophis IV. (Echnaton). Ramose war der Wesir des Nordens Ägyptens und Vorsteher aller Priester von Ober- und Unterägypten. Sein Grabkomplex liegt in der Nekropole von Theben-West, im Tal des Adels, und hat die Bezeichnung "Theben Tomb 55" (TT 55). Ramoses Grab ist mit herrlichen Wandmalereien und Reliefs dekoriert. Der Wesir, der dem Pharao unterstand war an allen Regierungsgeschäften beteiligt. Er führte eine große Bürokratie kraft seines Amtes. Der Wesir arbeitete auch eng mit dem Schatzmeister zusammen.

Rote Krone

Herrschaftsinsignie. Oben flache rote Krone, welche die Herrschaft des Königs über Unterägypten symbolisiert. Als Zeichen der Herrschaft über Ober- und Unterägypten trug der König die Doppelkrone: Kombination von Weißer Krone und Roter Krone.

S

Sakkara

Nekropole. Hier finden sich die ältesten Gräber der geschichtlichen Zeit. Der Name »Sakkara« weist auf den Totengott »Sokar« hin – ein alter Schutzgott der Nekropole. Der Ort Sakkara liegt westlich des alten Memphis und südlich von Gizeh und enthält neben Abydos eine der ältesten Nekropolen.

Sanktuar

Sanktuar = Das Allerheiligste. Das Sanktuar war meist der Raum – sogenannter Altarraum für den "Herrn/Herrin" des Tempels – für die Aufstellung der Barke. Sie ruhte dort auf einem Steinsockel von dem sie zum Transport leicht heruntergehoben werden konnte.

Schaduf

Wasserschöpfgerät. Hydraulisches Schöpfinstrument, das seit der Antike zur Bewässerung benutzt wird – belegt seit der 18. Dynastie. Eine lange Stange wird als Hebel benutzt an deren einen Seite ein Gefäß befestigt ist und an der anderen z.B. Lehmklumpen als Gewicht.

Scheintür

Imaginäre Grenze zwischen Jenseits und Diesseits in Form einer Tür. Und somit Symbol für die Verbindung der Lebenden und der Toten.

Abb. links: Scheintür, 2400 v.Chr., 5. Dyn., Sakkara


Ägyptische Gräber waren vielfach in einen verschlossenen Bereich des Toten und in einen allgemeinen zugänglichen Bereich geteilt, in dem Angehörige und Freunde des Verstorbenen betend seiner gedenken konnten. Die sogenannte Scheintür – eine steinerne Nachbildung einer Tür – markiert oft die Grenze zwischen den beiden Grabteilen. Diese Tür ist in der Regel mit dem Namen (und den Titeln) des Toten sowie kurzen Gebeten und einigen Darstellungen geschmückt.

Sedfest

Jubiläumsfestt des Königs. Altägyptisch: heb-sed
Das Jubiläumsfest des Königs, zugleich ein Ritual der Machterneuerung; dieses Jubiläum wurde in der Regel im 30. Regierungsjahr begangen.

Semataui

Vereinigung Beider Länder.
Altägyptisch: sema taui
(sema = vereinigen; taui = beide Länder)

Die Darstellung des Begriffs Semataui ist das Emblem des vereinigten Ober- und Unterägypten.


Ikonographisch dargestellt wird der Begriff "Semataui" durch die beiden Emblempflanzen Ober- und Unterägyptens, den Lotos und den Papyrus, die entweder von Horus und Seth oder von zwei Hapi-Figuren um die Luftröhre/Arterie eines Tieres gewickelt werden. In der Hieroglyphenschrift bedeutet Luftröhre/Arterie »vereinigen«.

Schen (-Ring)

Sinnbild für Unendlichkeit. Ein rundes Symbol: in der Mitte vollflächig und darum eine Art Band, am Fuß ein niedriger Sockel, der verbunden ist mit dem umkreisenden Band.


Offensichtlich entwickelte sich aus diesem Schen-Zeichen die Kartuschenform, die aber viel länglicher geformt ist, damit die Namen der Könige darin Platz fanden. Vielfach war das Schen-Zeichen eingearbeitet in Schmuckstücke.

Serapeum

Grabstätte der heiligen Apisstiere von Memphis. Angelegt in der 18. Dynastie. Zunächst begann Amenophis III. damit, für die verstorbenen Tiere isolierte Gräber anzulegen. Eine Sitte, die seine Nachfolger bis Ramses II. weiterführten, so dass neun Apisstiere in dieser Weise begraben wurden. Ramses II. ließ dann durch seinen Sohn, den Hohenpriester von Memphis Chaemweset eine kleine Galerie errichten, in der nun die Apisstiere bis zu dem im 21. Jahr Psammetichs I. gestorbenen beigesetzt wurden – alles in allem 28 Stiere! Diese Stiere lagen in Holzsärgen. Seit Pharao Amasis setzte man die Stiere dann in großen Steinsarkophagen bei.

Sistrum

Klapper- und Rassel-Instrument aus Metall, Holz oder Fayence. Über dem Griffteil stets zierend ein Kopf der Göttin der Musik, Hathor.

Bronze-Sistrum: Es gehört zur Gruppe der Bügel-Sistren. Durch den oberen Bügel frei bewegliche, am Ende umgebogene gesteckte Bronzestäbe, die beim Schütteln des Sistrums ein klapperndes Geräusch erzeugen.


Sonnenbarke (Sonnenschiff)

Bereits in Gräbern der 1. Dynastie fanden sich richtige große Schiffe, im Grab des Cheops sogar fünf Stück als Grabbeigaben. Mit diesen Schiffen sollte der verstorbene und ins Jenseits gelangte König den Sonnengott Re begleiten. Da solch ein Schiff ihm dies ermöglichte, nannte man es »Sonnenschiff«. Und in der Vorstellung der alten Ägypter war das Jenseits wie im Diesseits mit zahlreichen Wasserwegen durchzogen; deshalb wohl auch eine Barke als "Fahrzeug".

Skarabäus

Sinnbild für ewiges Leben und Wiedergeburt. Im alten Ägypten wurde der Skarabäus zum beliebtesten Amulett der Ägypter. Die Sonne wurde auch in der Verbildlichung des heiligen Skarabäus verehrt.


In zahllosen Darstellungen rollt dieser die Sonnenscheibe über den Himmel. Die Gestalt des Skarabäus steht für das tägliche Wunder der Selbsterneuerung der Sonne. Die alten Ägypter beobachteten: Junge Skarabäus-Käfer schlüpften direkt aus der Dungkugel, die der Skarabäus-Käfer vor sich herrollte, bevor dieser sie in der Erde vergrub. So erinnerte dieser natürliche Vorgang die Ägypter an die Sonne und ihren Untergang "in" der Erde und ihren Aufgang als Morgensonne. Also nannte man den Skarabäus-Gott "Chepri" – "von selbst entstanden" – und betrachtete ihn als Symbol der göttlichen Selbsterschaffung.

Der natürliche Skarabäus-Käfer
Das Verhalten des Tieres: Das Käferweibchen dreht eine Kugel aus Dung, die es dann in eine Erdhöhle rollt, um anschließend die Eier darin abzulegen. Danach stirbt das Weibchen. Die Jungen schlüpfen kurz darauf und ernähren sich so lange von der Dungkugel, bis sie groß genug sind, um sich an die Oberfläche zu graben. Das Bild des alten Käfers, der sich in die Erde begibt, um wenig später scheinbar verjüngt wieder zu erscheinen, ließ die Ägypter ihn als das Sinnbild für ewiges Leben verehren.

Sothis

Sothis (=Sirius) der hellste Fixstern.
Altägyptisch: Soptet. Griechisch: Sothis

Er geht von Tag zu Tag um vier Minuten eher auf, bzw. unter, und bleibt, weil Auf- und Untergang auch in die Tageshelle fallen, eine Zeitlang im Jahr unsichtbar. Wenn er dann zum ersten Male wieder kurz vor dem Sonnenaufgang erscheint, wird das zu einer auffallenden Erscheinung. In Ägypten fiel das in der geographischen Breite von Memphis auf den 19. Juli, wenn eben die Nilschwemme begann, und als »Herrin des Neuen Jahres« oder »Besiegerin des Nils« wurde die Sothis zum astronomischen Jahresbeginn.

Sphinx

Figur mit Löwenkörper und Menschenkopf. "Gemischte ägyptische Figur".
Die Sphinx ist eine Figur, die im Gegensatz zu den meisten anderen gemischten ägyptischen Figuren, die einen Tierkopf auf einem Menschenkörper tragen, einen Menschenkopf auf einem Löwenkörper trägt.
Einige ihrer Attribute, wie die Stärke, sind dem Löwen entlehnt, aber vor allem ist die Sphinx eine Darstellung des Königs, möglicherweise auch eine göttliche Gestalt.

Stele

Eine monolithische Steinsäule, oft aus Kalkstein (aber auch aus Holz), auf der sich die verschiedensten Inschriften befinden können: z.B. Erlaße, offizielle Mitteilungen, Bestattungsformeln oder Listen von Opfergaben. Manchmal sind es auch sogenannte Erinnerungsstelen, Votivgaben, die von den Gläubigen in den Tempeln deponiert wurden, entweder am Ende einer Pilgerfahrt oder als Dank an die Gottheit für die Erfüllung einer Bitte. – Es gab z.B.:

  • Grenzstelen
  • Grabstelen
  • Monumentalstelen
  • Kleine Stelen
  • Opferstelen
  • Erinnerungsstelen
  • "Hungersnot"-Stele
  • Israelstele

Abb. links: Gabstele. Im oberen Teil der Sonnengott Re-Harachte in seiner Barke.


Suppiluliuma

Hethitischer König von 1370 bis 1335 v.Chr. Sein Sohn heißt Mursilis II.

T

Tatenen

Tatenen (altägyptisch) = »herausragende Erde«. Eine sehr alte Gottheit. Anfangs der Gott der Stadt Memphis und Personifikation des Urhügels, der sich am Anfang der Welt aus dem Nun erhob. Später verschmilzt dieser Gott mit Ptah unter dem Namen Ptah-Tatenen.

Tempelopfer

Während Kulthandlungen wurden Lebensmittel, aber auch Tiere geopfert. Kulthandlungen fanden in den Tempeln statt. Geopfert wurden z.B.: Getränke, Brot, Kuchen, Gemüse, Blumen, Parfüms, Öle, Salben, Tiere.

Triade

Zusammenfassung von Göttern zu "Götterfamilien". Der Begriff bedeutet "Dreiheit" und beschreibt die Zusammenfassung von Göttern zu Götterfamilien. Eine typische Triade stellt die kleinstmögliche Teilung des androgynen Urschöpfergottes in drei Personen dar, die meist aus einem Hauptgott mit Gemahlin und Sohn bestehen, zum Beipspiel:

  • die Triade von Theben besteht aus Amun, Mut und Chons,
  • die in Memphis aus Ptah, Sakhmet und Nefertem,
  • die in Abydos aus Osiris, Isis und Horus.

U

Udjat

Schutzamulett. Auch: Horusauge.
Das »Heilig-Auge« des Gottes Horus. Eines der bekanntesten Symbole des Alten Ägypten.


Die Bezeichnung Udjat-Auge leitet sich von dem altägyptischen "udja" ab. Und udja heißt soviel wie heil, unversehrt.
Nach der Legende verletzte Seth, der in Ägypten mit einer ganzen Reihe negativer Vorstellungen besetzte göttliche Kämpfer, das linke »Mondauge« des Horus, doch der Gott Thot stellte es wieder her. Seitdem gilt es als besonders wirksames Amulett, das häufig in Gräbern, an Särgen sowie auf den Siegeln anzutreffen ist, mit denen man die Schnittstellen an den Mumienleibern verschloß, durch die man die Eingeweide entfernt hatte. Vom Alten Reich bis in die Römische Zeit ist das Udjat-Auge die häufigste Amulettform. Das Amulett sollte die Lebenden wie auch die Verstorbenen vor allen möglichen Gefahren beschützen.

Uräus

Schlangensymbol. Die von den Königen oder von den Göttern an der Stirn getragene sogenannte »Uräus-Schlange« war ein Zeichen der Macht und schützte auch gegen die Feinde. Uräus bezeichnete eine Kobra, die sich aufbäumt. Uräus (griechisch) lautet auf altägyptisch etwa: Uaret = "die sich Aufbäumende".

Urhügel

Der sogenannte "Urhügel" spielt in den kosmogonischen Vorstellungen der alten Ägypter eine entscheidende Rolle. Der "Urozean" verkörperte in der Schöpfungsmythologie die chaotischen Urkräfte und daraus erhob sich das erste Land, der "Urhügel", empor. Darauf vollzog sich die eigentliche Schaffung der Welt durch die "Urgottheit".

Uschebti ("Schawabti")

Antworter oder Antwortgeber,
magische Dienerstatuette.
Figürchen, das man einem Toten mit ins Grab gab, damit es, falls er zur Arbeit gerufen würde, statt seiner antwortete und die Arbeit verrichtete. Manche Verstorbene hatten Uschebti-Figürchen für jeden einzelnen Tag des Jahres. Uschebtis variierten in der Größe und Farbe, und sie konnten reich beschriftet sein mit magischen Sprüchen oder einfach inschriftenlos.

Abb. links: Uschebti im British Museum. (Foto: Anja Semling)

V

Vordynastische Zeit

Auch: Prädynastische Zeit
Negade-Kulturen I., II., III., um 4000 bis 3000 v.Chr.
Die vordynastische Zeit bezeichnet die lange Zeitperiode vor der 0. Dynastie. (Die Negade-III.-Kultur fällt in die 0. Dynastie)

In der Archäologie umfaßt die vordynastische Zeit die ganze sogenannte eneolithische oder chalkolithische Periode, d.h. die Epoche, während das Kupfer als erstes Metall auftauchte, obwohl natürlich die neolithische Tradition der Steinbearbeitung weitergeführt wurde. So begann die vordynastische Zeit eigentlich mit der Badari-Kultur, aber man läßt sie im allgemeinen mit der Negade-I-Kultur beginnen, benutzt also den Ausdruck "vordynastische Zeit" (bzw. prädynastische Zeit) synonym zu "Negade-Zeit":

  • So entspricht die ältere vordynastische Zeit der Negade-I-Kultur,
  • die mittlere vordynastische Zeit dem größten Teil der Negade-II-Kultur,
  • die jüngere vordynastische Zeit der Periode Negade-III-Kultur, die kurz vor der 1. Dynastie liegt.

W

Was-Szepter

Insignie der Götter. Im alten Ägypten gab es zahlreiche Insignien des Königtums und der göttlichen Macht, die man mit »Szepter« bezeichnen kann. Die Götter stützten sich auf das Was-Szepter, einen Stab, der unten in einer kleinen Gabelung endete und oben in einen stilisierten Windhundkopf auslief, der an das Tier des Gottes Seth erinnert.

Weiße Krone

Herrschaftsinsignie. Große, lang gestreckte weiße Krone, die des Königs Herrschaft über Oberägypten symbolisiert.

Wesir

Höchster Verwaltungsbeamter im Staate Pharaos. Und somit höchste Kontrollinstanz, Oberster Richter, Innenminister, Wirtschaftsminister, Finanzminister, Polizeipräsident, Oberster Bauleiter. Der Wesir unterstand nur dem König. Bei ihm flossen die Fäden aller Bereiche der Reichsverwaltung zusammen. Der Wesir führte auch die Oberaufsicht über das Militär im administrativen Bereich, ohne im Kriegsfall eine aktive militärische Funktion auszuüben. Kurzum, der Wesir hatte einen vielfältigen Aufgabenbereich.

Z

Ziegelbau

Während die Tempel aus Stein, für die Ewigkeit gebaut wurden, errichteten die Ägypter ihre Wohnhäuser, die Paläste und Villen aus getrocknetem Nilschlamm-Ziegeln. Erst in der 12. Dynastie wurden der Ziegelbau fast ganz durch den Steinbau verdrängt.

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