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Stein-Architektur > Tal der Könige > WV 23

West Valley 23



  • Königsgrab von Pharao Eje
  • Nummer und Lage des Grabes: WV 23 im Westtal; Wadi el-Gurud
  • Entdeckt: von Giovanni Belzoni im Jahre 1816
  • Königsmumie: nicht identifiziert

König Eje (Aja) trat als betagter Mann die Nachfolge des jung verstorbenen Königs Tutanchamun an.

Abb. links. Pharao Eje mit seinen beiden Kartuschen. Ganz links der Eigenname: It netjer Ai, daneben der Thronname: Cheper-cheperu-Re. Zeichnerische Rekonstruktion nach Original im Grab des Tutanchamun, Sargkammer-Malerei.


Eje regierte nur etwa vier Jahre um 1310 v.Chr. über Ägypten und erlebte die Zeit des Aufstiegs und Scheiterns des Aton-Kultes sowie der Stadt Achet-Aton, die König Echnaton schuf. Bereits zu Herrscherzeiten von König Amenophis III. war Eje am Hofe präsent. Manche vermuten in ihm den Vater von Königin Nofretete.

Somit war Ejes Leben geprägt von jener Zeit, in denen drei Könige herrschten, während der 18. Dynastie im Neuen Reich. Ejes Schicksal ist charakterisiert durch fortwährenden sozialen Aufstieg am königlichen Hofe und seine Karriere erstreckte sich durch die Amarnazeit bis hin zur Restaurationszeit unter Tutanchamun. Man kann wohl sagen, dass Ejes Leben nicht nur lange währte, sondern sicherlich auch recht ereignis- sowie abwechslungsreich gewesen sein muss. Letztlich saß er selbst auf dem Horusthron – und mit ihm endete endgültige die Reihe der Familie, die der monotheistischen Sonnenreligion zugewandt war. Eje gehört zu jenen Pharaonen, die in den Annalen von den Ägyptern ignoriert wurden.

Entdeckt wurde das Grab mit der ägyptologischen Bezeichnung WV 23 (= West Valley 23) im Winter im Jahre 1816 von dem Italiener Giovanni Belzoni.

Das Grab liegt in gerader Achse und hat Ähnlichkeit mit dem Echnaton-Grab in Tell el-Amarna.

Abb. rechts: Beim Eingang zu WV 23
(Bild: Elvira Kronlob)


Ejes Grab im Westtal war offensichtlich zunächst für Tutanchamun als Ruhestätte für's Jenseits gedacht gewesen. Wegen des frühen Todes Ejes Vorgängers Tutanchamun, musste schnell ein Grab her, und es gab jenes Privatgrab des Eje. Das größere Grab im Westtal richteten die Grabbauer dann für Eje selbst her. Tutanchamun wurde im Kleineren bestattet, im "Tal der Könige" im sog. Osttal.
Man geht sogar davon aus, dass dieselben Künstler die beiden Gräber ausmalten, da sie Ähnlichkeiten im Malstil aufweisen. Nur die Grabkammer ist mit Wandmalereien und Inschriften dekoriert; die anderen Räume nicht.

Abb. oben: Wandmalereien in WV 23 – links: Totentexte, rechts: Sonnen-Paviane
(Fotos: Elvira Kronlob)


Ein unterirdischer Korridor mit Treppe führt zur Grabkammer, der eine Brunnenkammer ohne Schacht vorgelegt ist und eine Kanopenkammer befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Grabkammer. Dekoriert ist diese Kammer mit herrlichen Szenen einer Jagd auf Vögel und Nilpferde im Papyrussumpf – die einzigen solcher Darstellungen in einem Königsgrab. Über der Tür zur Kanopenkammer sind die vier Horussöhne abgebildet. Pfeiler oder Säulen gibt es keine im Grab.

Abb. oben: Sarkophag in WV 23 (Bild: Elvira Kronlob)


Der Sarkophag wurde in der Antike stark beschädigt, wahrscheinlich in der Ramessiden-Zeit durch Räubereien. Entfernt wurde der Sarkophag dann Ende des 19. Jh. aus dem Grab, um ihn zu restaurieren. Heute steht samt Deckel dieser wieder in der Grabkammer. Eine Mumie wurde keine in derr Grabkammer gefunden. Vermutlich erfuhr auch König Eje eine Wiederbestattung durch Priester in einem Mumienversteck, um den einbalsamierten Körper vor Grabräubern zu schützen.

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