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Die Pharaonen > Abriß

Pharaonen – geschichtlicher Abriß

König Neferhotep, Mittleres Reich

König Sesostris I., Mittleres Reich

König(in) Hatschepsut, Neues Reich

Psusennes (mehrfach usurpiert. Nehesi, Ramses II., Merenptah)


Es sind die "wichtigsten" Herrscher genannt und kurz beschrieben. Das Pharaonenreich brachte insgesamt um die 300 Pharaonen hervor.

Der Pharao galt im Alten Ägypten als lebender Gott und er stand an der Spitze des Volkes. Die Pharaonen selbst nannten sich Herr Beider Länder auf altägyptisch Neb-taui. Eine weitere Bezeichnung ist: »nesut-bit« = »Der welcher zur Biene und Binse gehört« (= König von Ober- und Unterägypten). Desweiteren trugen die Pharaonen eine Königstitulatur, bestehend aus fünf einleitenden Titeln.

Abb. links: König Neferhotep (Foto: Stefan Eggers )


Am Beginn der pharaonischen Zeit, um die 3000 v.Chr., stehen die frühzeitlichen Könige, deren Vorgänger das ägyptische Reich einten. Die Wissenschaft ist sich allerdings noch nicht einig, wer der tatsächliche Reichseiniger war. Es könnte Narmer (für seine Reichseinigung spricht die berühmte "Narmer-Palette"), prädynastische Zeit, 0. Dynastie, gewesen sein oder auch Menes (Meni, Aha?), frühdynastische Zeit, 1. Dynastie, welcher die alte Reichsstadt Memphis gründete. Menes und seine Nachfolger der ersten beiden Dynastien, die zusammen etwa 400 Jahre herrschten, haben von Memphis aus das Land regiert, indem sie für die enge Verknüpfung der beiden Landesteile Ober- und Unterägypten sorgten. Diese Zeit wird allgemein als Thinitenzeit (Frühzeit) benannt – es ist die Zeit der Könige der 1. und 2. Dynastie. Diese Könige wurden in den Nekropolen Abydos und Sakkara bestattet.

Auf die Thinitenzeit folgt die 3. Dynastie, um 2700 v.Chr., und damit der Beginn des Alten Reiches. Dies ist auch die Zeit der großen Pyramiden. König Djoser, 2. und bedeutendster König in dieser 3. Dynastie, ließ den ersten Monumentalbau der Menschheit errichten, nämlich die sogenannte Stufenpyramide von Sakkara. Und somit ist Djoser für uns einer der berühmtesten Pharaonen im Alten Ägypten.

Auf die 3. Dynastie folgt die 4. Dynastie mit den berühmten Pharaonen: Snofru, Cheops (Chufu), Chefren (Chafre) und Mykerinos (Menkaure). Der erste Pharao dieser Dynastie hieß Snofru und er wurde zu einem der größten Bauherren Ägyptens – er ließ gleich drei Pyramiden errichten: die Medum-Pyramide, die Knick-Pyramide und die Rote Pyramide (die erste 'echte' Pyramide).

Abb. links: Sitzstatue des Djosers in Sakkara


Cheops, 2. König der 4. Dynastie ließ eine der drei großen Pyramiden bei Giseh errichten. Die Alternativ-Ägyptologie behauptet es wäre nicht Cheops gewesen, der die Pyramide errichten ließ – was aber auf keinerlei fundierten Beweislage steht. Von Cheops sind leider kaum historische Fakten überliefert. Laut des Reiseschriftstellers Herodot soll Cheops der größte Tyrann aller Zeiten gewesen sein; aber man weiß heute, dass unter ihm keine Sklaverei herrschte.
Der zweite Sohn Cheops', Chefren, folgte wenig später diesem auf den Horusthron. Auch Chefren ließ eine großartige Pyramide errichten, die die seines Vaters eigentlich noch übertreffen sollte. Zur Zeit Chefrens entstand wohl auch die berühmte "Sphinx" und es gibt eine lebensgroße Dioritstatue (Ägyptisches Museum Kairo) von Pharao Chefren, die seine Macht und Göttlichkeit ausdrückt. Nach einer etwa 30-jährigen Regierungszeit folgte ihm sein Sohn Mykerinos auf den Thron und auch dieser ließ ein große Pyramide in Giseh errichten. Die Pyramiden dieser Pharaonen sind heutzutage die berühmtesten der ägyptischen Pyramiden.
Die fünfte Dynastie beginnt in Heliopolis. Ihre ersten drei Pharaonen sollen aus der Vereinigung der Frauen eines Priesters Ra's mit dem Gott selbst geboren worden sein. Von dieser Zeit an nennen sich alle Pharaonen »Söhne des Ra«.

Aus der letzten Dynastie des Alten Reiches erscheint uns Pepi II. als die wichtigste Persönlichkeit. Er besteigt mit sechs Jahren den Thron und regiert wohl 94 Jahre (? nicht gesichert), die längste Regierungszeit in Ägypten. Das Ende der sechsten Dynastie bringt auch das Ende der Zentralmacht mit sich.

Damit beginnt die erste Zwischenperiode (7.–11. Dynastie), eine bewegte und dunkle Epoche, während der Ägypten über einen langen Zeitraum hinweg von Anarchismus und sozialen Umwälzungen erschüttert wird. Sie umfasst eine Zeitspanne, die ungefähr im Jahre 2160 v. Chr. mit der 7. Dynastie beginnt und bis ca. 2060 v. Chr. mit Beginn der 12. Dynastie endet.

Darauf folgt das Mittlere Reich mit der vorausgegangenen (erneuten) Reichseinigung durch Mentuhotep II. einem Prinz aus einer thebanischen Familie.

Abb. rechts: Sitzstatue Mentuhoteps II. (Foto: Peter Funk)


Weitere nennenswerte Pharaonen im Mittleren Reich sind: Amenemhet I.–IV. und Sesostris I.–III. Zu ihrem Beginn steht Amenemhet I., der den Kult um Amun fördert und ihn zu der hauptsächlichsten Gottheit deklariert. Ägypten erfährt unter diesem großartigen Verwalter eine Zeit höchsten Reichtums.
Sesostris III. war einer der größten Herrscher, die Ägypten je hatte. Mit vier Feldzügen besetzte er nun endgültig Nubien, stößt bis nach Palästina vor und erbaut zahlreiche Festungen an der Grenze zum Sudan.

Mit dem Einfall der Hyksos (Herrscher der Fremdländer) in der sogenannten Zweiten Zwischenzeit nimmt die Pharaonenherrschaft erst einmal ein jähes Ende. Die Hyksos blieben ungefähr ein Jahrhundert lang auf dem Boden Ägyptens, bis einige Prinzen wiederum aus Theben andere Dynastien um sich sammelten und zusammen mit ihnen das Besatzungsheer schlugen. Die Zurückeroberung und Befreiung wurde um 1540 v. Chr. von Ahmose (17./18. Dynastie) beendet. Er ist somit auch Gründer der 18. Dynastie und vereinigt unter sich ganz Ägypten. Mit König Ahmoses Herrschaft wird auch gleichzeitig das Neue Reich eingeleitet – die glanzvollste Epoche im Alten Ägypten.
Seine Nachfolger eroberten von da an mit ausgedehnten Feldzügen und gewaltigen Schlachten weitere Nachbarländer, wie: Palästina, Syrien, Nubien.
Amenophis I. ist der Nachfolger von Ahmose und unter dessen Herrschaft erlebte Ägypten eine glückliche Zeit; so dann auch unter Thutmosis I. der das Werk seines Vaters fortsetzte. Thutmosis I. brachte eine bemerkenswerte Tochter hervor, die später über ganz Ägypten herrschen sollte, Hatschepsut. Thronnachfolger von Thutmosis I. ist zunächst sein Sohn Thutmosis II. welcher aber recht früh verstirbt.
Thutmosis II. hatte seine Schwester Hatschepsut zur Großen Königsgemahlin gemacht und da der leibliche Sohn von Thutmosis II. zu jung war, um den Horusthron Ägyptens zu besteigen, übernahm dessen Stiefmutter Hatschepsut dieses königliche Amt.

Im Laufe der Jahre erhob sie sich von der Regentin zum weiblichen Pharao. Die Herrschaft der Hatschepsut-Maatkare dauerte gut 20 Jahre an und unter ihrer Regierung blühte das Land sowie das Volk auch in Frieden lebte. Hatschepsuts Zeit ist reich an schöpferischer Tätigkeit.

Abb. links: Osiris-Hatschepsut; der Kopf einer Statue bei Deir el Bahari. (Foto: Elvira Kronlob)


Nach dem Tod von Hatschepsut besteigt Thutmosis III. (endlich) den Thron. Dieser Herrscher ging als größter Feldherr in die Gechichte Ägyptens ein. Thutmosis III. war ein ausgesprochen kriegerischer, diplomatischer und geistreicher Herrscher. Sein Reich nahm enorme Ausmaße an, von Nubien im Süden bis an den Euphrat im Norden. Nach einer überaus erfolgreichen Regierungszeit, die um die 34 Jahre währte verlor Ägypten einer seiner bedeutendsten Herrscher.
Thutmosis III. hinterließ seinem Nachfolger Amenophis II. ein stabiles Königreich. Amenophis II. regierte etwa 30 Jahre und führte einige Feldzüge durch. Nach ihm folgte Thutmosis IV. auf den Horusthron, das war etwa im Jahre 1397 v.Chr. Dieser Herrscher regiert nur kurz und seine Regierungszeit verlief relativ friedlich. Dieser König heiratete eine ausländische Prinzessin (aus Mitanni) und mit jener zeugte er Amenophis III., seinen Nachfolger. Das Land Ägypten immer noch stabil und groß sowie reich an Gütern sollte mit diesem Herrscher bald auf dem Höhepunkt seiner Macht angelangt sein. Amenophis gelang eine einmalige Regierungszeit in einer einzigartigen Epoche. Amenophis III. herrschte 38 Jahre über Ägypten. Seine Regierung profitierte von der Eroberungspolitik seiner Vorgänger. Unter ihm flossen alle Reichtümer Afrikas und des Orients nach Ägypten, dessen Kultur seine höchste Blüte erlebte. Dieser große Fürst und Bauherr war eigentlich kein Krieger. Doch die Pracht seiner Regierung konnte den beginnenden Verfall nicht verdecken. Amenophis III. war auch der heimliche Begründer des Sonnenkultes im damaligen Ägypten, welcher noch große Folgen für das ganze Land nach sich ziehen sollte. Verheiratet war Amenophis III. mit Teje und somit seine »Große Königsgemahlin«, die aktiv am politischen Geschehen teilnahm.

Etwa im Jahre 1353 v. Chr. besteigt der Ägypter Amenophis IV., den Thron, leiblicher Sohn von Amenophis III. und Teje. Er ging als "Ketzerkönig" (womöglich zu Unrecht) in die Geschichte ein. Aus Angst (?) vor dem Amun-Klerus, der praktisch einen Staat im Staate geschaffen hatte, ersetzt der Pharao die Amun-Religion durch die von Aton, der Sonnenscheibe.

Echnaton läß Tempel schließen und vertreibt die Priester. Er verläßt Theben und gründet binnen kurzer Zeit eine neue Hauptstadt: Achet-Aton, das heutige Tell el-Amarna. Amenophis wechselt seinen Eigennamen von Amenhotep (Amenophis) in Achen-Aton (Echnaton). Nach dem Scheitern seiner Aton-Religion geht die Krone zunächst an Semenchkare (eine noch immer nicht eindeutig identifizierte Person in der Wissenschaft), welcher nur für 2 bis 4 Jahre vermutlich regierte.

Abb. rechts: Pharao Haremhab
(Foto: Musil Hasani)


Danach ging die Krone der "Beiden Länder" um 1333 v.Ch., an den ganz jungen Tutanchaton – ein naher Verwandter Echnatons; vielleicht sogar der Sohn Echnatons. Tutanchaton kehrte bald nach Theben zurück, gibt dem Amun-Kult wieder seine volle Bedeutung und wandelt den eigenen Namen in Tutanchamun um. Memphis wird Hauptstadt und Theben wird das religiöse Zentrum Ägyptens. Dieser König, der auf geheimnisvolle Weise mit etwa 18 Jahren starb, geht durch die Entdeckung seines Grabes im Tal der Könige im Jahre 1922 durch Howard Carter, in die Geschichte ein. Mit dem Tod Tutanchamuns geht auch die 18. Dynastie endgültig zu Ende. Sein Nachfolger wurde Eje, ein betagter naher Verwandte der Familie, der nach Tutanchamuns Ableben noch für vier Jahre das Zepter übernahm.

Sethos II. Quelle: Anja Semling

Während Ägypten nun immer mehr von politischen Unruhen heimgesucht wird, womöglich auch aufgrund der einst vernachlässigenden Außenpolitik Echnatons, geht die Macht in die Hände des Militärs über: Haremhab, Ramses I. (ein Berufssoldat), Sethos I., der die Eroberungspolitik im Orient wieder aufnimmt und dann Ramses II., der seine ganzen Kräfte dazu aufbringt, das Hethiterheer zu besiegen.
Die Schlacht bei Kadesch zählt zu seiner berühmtesten. In den 67 Jahren seiner Regierungszeit beliebt es dem Pharao, seine Macht in Kolossalbauten zu zeigen (Abu-Simbel, Karnak, Luxor).

Abb. links: Stabträger-Statue, Sethos II.
Museum Louvre. (Foto: Anja Semling)


Ramses II. ist zwar ein bedeutender Pharao gewesen, wird aber heutzutage zu Unrecht als der "Größte" aller Pharaonen bezeichnet. Vorwiegend durch die Gigantonomie seiner Bauten, Tempel und Riesenstandbilder drängte er sich ins Gedächtnis späterer Generationen vor. Nach seinem Tode folgt ihm sein Sohn, Merenptah, auf den Thron und mit ihm beginnt die langsame, aber unaufhörliche Dekadenz (Zusammenbruch, Ruin) des Ägyptischen Reiches.

Unter Ramses III. ist der unaufhaltsame Abstieg des einst größten Reiches in der Antike nicht mehr aufzuhalten. Die innere Anarchie und der Einfall indoeuropäischer Völkerschaften Ende des 2. Jahrtausends in Lybien, Asien und dem ganzen Mittelmeerraum zerbrechen das schon prekäre Gleichgewicht in seinem Inneren.


Ab ca. 1075 v.Chr. beginnt die sogenannte Spätzeit (inkl. dritte Zwischenzeit). Ägypten war keine Großmacht mehr und fremde Mächte wechselten sich auf dem Pharaonenthron ab. In dieser Epoche eroberte Alexander der Große, ein Makedonier, im Jahre 332 v.Chr. Ägypten. Nach seinem Tod übernahmen die Herrschaft von da an die Ptolemäer für einige Jahrzehnte. Die letzte bedeutende herrschende Persönlichkeit in Ägypten war die Ptolemäerin Kleopatra VII. Für uns bekannt durch die ungewöhnlichen Verbindungen zu den römischen Herrschern Cäsar und Antonius. Ihre Herrschaft über Ägypten sollte nur von kurzer Dauer sein, schon um 31. v.Chr., scheitert sie an den Römern, die mit Octavian ihr Land in Besitz nahmen. Ägypten wurde zur Kornkammer Roms. Nach der Teilung des Römischen Reichs, 395 n.Chr., fällt Ägypten an Ost-Rom.

Die Zeit der Kopten (früheste Christen in Ägypten) dauerte von 2. Jh. n.Chr. bis 7. Jh. n.Chr.
Im Jahre 646 n.Chr. wird Ägypten den Arabern unterworfen und ist bis heute Islamisch-Arabisch geblieben. Da Ägypten auch einmal christlich war, bilden die Kopten in Ägypten noch eine kleine Minderheit, die ihre christliche Religion weiterhin praktizieren. Vom einstigen pharaonischen Glauben ist, bis auf die Denkmäler und religiösen Hinterlassenschaften, so gut wie nichts mehr übrig geblieben.


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Der Pharao im alten Ägypten war der König von Ober- und Unterägypten. Er war ein Gottkönig dem die höchste Gottheit innewohnte. Weiter ...

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