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Sport und Spiel

Sportliches

Es gab im alten Ägypten eine Art sportliches Jagen, was aber nichts mit dem beruflichen Jagen zu tun hatte, dem der Nahrungs-Beschaffung. Sportlliches Jagen blieb den Privilegierten vorbehalten, allen voran dem Pharao.

Es war eine Hetzjagd die er dabei bevorzugte und zwar von seinem Wagen aus mit Pfeil und Bogen. Im Neuen Reich war dies ein beliebter "Sport" der Reichen. Einge Pharaonen aus jener Epoche mit ihren Jagderlebnissen zeugen davon. Tutanchamun liebte schnelle Wagen und trieb offensichtlich mit Leidenschaft Sport. Seine Vorliebe galt dem Schwimmen, Fischen und Jagen. Er machte Jagd auf wilde Wasservögel, Hasen, Gazellen, Steinböcke, Antilopen, Strauße, und anderes Getier.

Als Kind besaß er einen kleinen Bogen von nur 30 cm Länge, mit dem er sich auf die Jagd und die Kunst des Kampfes vorbereitete. Als er starb, verfügte er über 46 Bogen, von denen der größte ungefähr 1,80 Meter maß. Fast 400 Pfeile und eine Vielzahl an Keulen, Wurfhölzern und Messern fand man bei ihm im Grab. Auch sechs Wagen hatte man ihm mitgegeben.

Abb. rechts: Wurfhölzer (Foto: Stefan Eggers)

Abb. oben links: der Adlige Nebamun beim Jagen im Dickicht mit Wurfholz. Ausschnitt Grabmalerei.
The British Museum, London (Foto: A. Semling)

Bild: Stefan Eggers

Weitere Sportarten:
Bogenschießen, Boxkämpfe, Ringkämpfe, Ruderwettbewerbe, Jonglieren mit Bällen, Gymnastik, Schifferstechen wobei man sich mit langen Stangen aus dem Boot zu stoßen hatte.

Buch-Tipp

  • Sport am Nil – Texte aus drei Jahrtausenden ägyptischer Geschichte
  • Verlag: Arete Verlag
  • Umfang: 221 Seiten
  • Buchformat: 23,8 x 17 x 1,4 cm
  • Broschierte Ausgabe
  • Erscheinungsdatum: Januar 2012
  • ISBN: 978-3942468039
  • Bestellen bei Amazon


"Sport am Nil" ist eine gründliche Zusammenstellung von historischen Texten, die Sportliches belegen, zur Zeit der Pharaonen, Ptolemäer und Römer am Nil in Ägypten. Das Buch behandelt insofern ausschließlich den Sport in der ägyptischen Geschichte, und zwar aus einem Zeitraum von 3000 Jahren. Das Werk ist als eine Quellensammlung zu verstehen. Aus diesen Quellen schöpft der Autor Wolfgang Decker (Ägyptologe und Sportwissenschaftler), um einen authentischen Einblick in die Welt des Sports am Nil zu gewinnen.
Der Autor gilt als einer der besten Kenner des Sports im alten Ägypten sowie in der Antike. Er hat sämtliche vorgestellte Textquellen untersucht und nun in seinem Quellenwerk versammelt, um dem breiten Publikum seine Ergebnisse und Erkenntnisse vorzustellen.


Spielen und Spiele

Es gab verschiedene Geschicklichkeits- und Kraftspiele, z.B. das Werfen auf eine Zielscheibe oder das Schleudern spitzer Objekte auf einen Holzsockel. Sportliche und Kampfspiele gab es auch, oft ging es nur darum, sich fallen zu lassen, oder Spiele wie eine Art "Blinde Kuh". Geschicklichkeits-Sprünge und Wettläufe wurden vor allem von Kindern auf der Straße gespielt. Spiel im eigentlichen Sinne spielten aber wohl nur die Kinder. Mit Puppen, Klappern, Kreiseln, Klötzen, Lederbällen, Waffen aus Holz und Tierspielzeug, das sogar mit dem Schwanze wedeln, das Maul aufklappen konnte (Abbildung unten), vergnügten sie sich. Die älteren Kinder spielten mit Bällen oder übten sich in Geschicklichkeit, Wettläufen und im Springen.

Abb. links: Spielzeugfigur aus Holz (ein Löwe),
das Maul ist aufklappbar.
The British Museum, London
(Foto: Anja Semling)


Die Königskinder verfügten über handwerklich hervorragendes Spielzeug, z.B. kleine Elfenbeinfiguren, die tanzen und Pirouetten drehen konnten, wenn man an deren Fäden zog. Zum Spielzeug das man auf Rädern hinterher ziehen konnte, gehörten Pferde, ein Wagen und ein Modellschiff. Offensichtlich malten sie, jedenfalls die königlichen Kinder, auch ganz gerne.

Auch Brettspiele fanden großen Zuspruch. Schon seit früher Zeit hat es Brettspiele in Ägypten gegeben, zur Unterhaltung und zum angenehmen Zeitvertreib. Bilder auf Papyrusrollen und auf den Grabwänden zeigen dies , und einige Stücke sind noch original erhalten. Anstelle von Würfeln verwendete man Knochenstäbchen, mit je einer gerundeten und einer flachen Seite.

Abb. links: Ausschnitt aus einem Grab-Papyri (des Ani) aus dem Neuen Reich. Das vornehme Ehepaar spielt ein Brettspiel.
The British Museum, London
(Foto: Anja Semling)


Schon eine der ältesten Darstellungen im Grab des Hesire in Sakkara zeigt die drei bekanntesten Spiele, die Menet, Mechit und Senet heißen. Das sogenannte Senet-Spiel, das wohl das beliebteste gewesen ist, hat ein Spielbrett mit quadratischen Feldern, von denen einige durch verschiedene Hieroglyphen besonders gekennzeichnet sind.

Aus Holz gefertigte Brettspiele mit Spielfigürchen. Rechts: das beliebte Senet-Spiel.
The British Museum, London. (Fotos: Anja Semling)


Die Bretter waren entweder aus Holz wie niedrige Tische oder als Kästen, zuweilen auch aus Fayence, gearbeitet, in denen die Spielsteine und "Würfel" aufbewahrt werden konnten. Jeder der Spieler hatte fünf Steine, die sich durch ihre Größe unterschieden, manchmal aber auch figürlich gearbeitet waren. Sechsflächige Würfel, so wie sie heutzutage benutzt werden, sind erst aus späterer Zeit bekannt. Vorher verwendete man vier halbrunde Stäbchen, um damit die Spielsteine auszulosen. Die Spielbretter waren aus Holz, Ton, Elfenbein oder Alabaster.
Zum Menet-Spiel gehörten je fünf helle und fünf dunkle Spielsteine, während zum Schlangenspiel Mechit, aus einer flachen Kalksteinscheibe herausgearbeitet, je drei Löwen und Löwinnen, oder auch Löwen und Hunde, aus Elfenbein geschnitzt, benötigt wurden.

Das Spiel der Schlange war eine Art Gansspiel: Auf einem runden Tisch, der durch eine zusammengerollte Schlange gebildet wurde, deren Kopf die Mitte war, bewegte man sechs Spielsteine, drei liegende Löwen und drei liegende Löwinnen sowie rote und weiße Kugeln.

Diese Spiel ist auch sehr alt, denn man fand eines im Grab des Hesire in einer Mastaba.

Abb. links: Spiel der Schlange (Aufsicht)
(Bild: Anja Semling)


Die alten Ägypter, die es sich leisten konnten nahmen ihre Spiele mit ins Grab um im Jenseits damit weiter spielen zu können.

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