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Stein-Architektur > Obelisk

Obelisk

Die Ägypter nannten den Obelisken »techen« (altägyptisch) und machten aus ihm das Symbol des Re, des Sonnengottes von Heliopolis

Obelisk (griechisch): »kleiner Spieß« – vierkantiger Pfeiler aus Granit, der sich nach oben verjüngt und in einer kleinen vergoldeten Pyramide (Pyramidion) endete, die bei Sonnenaufgang aufleuchtete.

Um seine Macht zu demonstrieren ließ der Pharao gigantische Obelisken errichten. Dies half, um seine Macht an der Spitze der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Auf dem Pyramidion aus Gold an der oberen Spitze des Obelisken sollte der Sonnengott sich niederlassen können. Von den unzähligen Obelisken aus dem Alten Ägypten sind leider nur wenige erhalten geblieben. – Hatschepsut ließ vier gigantische Obelisken errichten und stellte zwei im Großen Haus des Amun, Karnak, in Theben auf. Auch Thutmosis I. ließ zwei in Karnak aufstellen.

(Foto: JM / Pixelio.de)


Altägyptische Obelisken konzentrierten sich vor allem auf zwei Haupt-Kultzentren: auf Heliopolis (beim heutigen Kairo) im Norden und Theben (das heutige Karnak und Luxor sowie dessen unmittelbare Umgebung) im Süden. Zwar traten Obelisken auch einzeln auf, die Obelisken aus der Zeit des Mittleren und Neuen Reiches sowie aus späterer Zeit aber standen in der Regel paarweise vor den mächtigen Tempeltoren (Pylonen). Eine Anzahl von ihnen verfrachtete man später nach Alexandrien, um sie dort neu aufzurichten, andere sandte man sogar später bis nach Rom.
Die gedrungenen Obelisken des Alten Reiches waren aus Steinen aufgemauert, ihre wesentlich schlankeren Nachfolger aus der Zeit des Mittleren Reiches sowie aus späteren Epochen aber bezog man als riesige Granit-Monolithe aus den Steinbrüchen bei Assuan und transportierte sie zu Schiff nilabwärts zu ihren Bestimmungsorten, wo man letzte Hand an sie legte. Einzelheiten der Transportschiffe läßt ein Relief im Totentempel der Königin Hatschepsut zu Deir el-Bahari (nach 1479 v.Chr.) erkennen, das den Transport zweier für Karnak bestimmter Obelisken zeigt.

Für die Altägypter symbolisierte der Obelisk Benben den heiligen Stein des Sonnengottes in Heliopolis. Der Obelisk war zu allen Zeiten ein Symbol des Re in seiner Erscheinung bei Tage und somit ein Symbol des Diesseits; sie wurden auch meistens östlich des Nils errichtet. Viele Obelisken wurden eigens für Amun-Re aufgestellt. Inschriften darauf waren entweder Anrufungen an den Gott, oder Siegesinschriften des Königs, der den Obelisken errichtet hatte.

Abb. rechts: Beschrifteter Obelisk von Königin Hatschepsut; Karnak. (Foto: C.Wolfram)


Wie bauten und errichteten die alten Ägypter einen Obelisken?
Wissenschaftliche Theorie: Ein tonnenschwerer Steinblock an einem einzigen Stück, der bis zu 500 Tonnen wiegen konnte, wurde von Hand gemeißelt und mit Hieroglyphen verziert. Transporte der Steinblöcke, bzw. der Obelisken oder auch der Statuen, erfolgten auf einem speziellen Schlitten durchs Land. Einige Steinblöcke und Obelisken wurden zum Teil auf Schiffen auf dem Nil für längere Reisen weitertransportiert.
Durch einfache Kräfte, der Kraft von fließendem Sand – also Naturkräfte – gelang es den alten Ägyptern, dass der fertige, noch liegende, gemeißelte Obelisk durch sein eigenes Gewicht (Schwerkraft) im Sand versinken konnte. Die Methode war einfach und brauchte viel Zeit. Ein Beweis dafür, dass es sich so womöglich so ereignete, ist eine Inschrift eines Papyri, auf dem folgendes in Hieroglyphen verzeichnet ist:

»Entferne den Sand der unter den Mauern des Herrn aufgefüllt wurde,
damit der Obelisk des Herrn seinen Platz finde.«


Abb. rechts: Unfertiger Obelisk bei Assuan.
Er brach einst, als die alten Ägypter ihn aus dem Fels meiselten, und liegt seitdem an diesem Platz. (Foto: Peter Funk)

Abb. links: Obelisk Ramses' II., der seit 1836 in Paris auf dem Place de la Concorde steht; Im Luxor-Tempel, ehemaliges Theben, befanden sich vor dem Pylonen ursprünglich zwei Obelisken von Ramses II. Heute steht dort somit nur noch der Linke. (Foto: Anja Semling)

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