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3000 Jahre Historie > Ursprung

Ursprung Ägyptens

Vor 20.000 Jahren, in etwa der Mitte der letzten Eiszeit, war die afrikanische Sahara eine blühende Landschaft, belebt von zahlreichen Nomadenstämmen und Tieren. Um Nahrung brauchte sich der steinzeitliche Mensch nicht zu sorgen. In Senken bildeten sich große Seen – später die Oasen.
Um ca. 8.000 v.Chr. ging die letzte Eiszeit dann zu Ende, überall auf der nördlichen Erdhälfte wurde es wärmer und die Eiskappen in Europa zogen sich nach Norden zurück. Auch in Nordafrika wurde es wärmer und die einst blühende Sahara verwandelte sich in lebensfeindliche Wüste. Diese zunehmende Dürre zwang die Nomadenstämme am Nil Zuflucht zu suchen – sie wanderten aus den afrikanischen Gebieten Richtung Osten gen Nil und jene von der arabischen Halbinsel wanderten Richtung Westen zum Nil. Der gewaltige Nil führte noch als einziges Flusstal genügend Wasser und sein Tal dehnte sich aus zu Schilfsümpfen mit vielen großen Tümpeln.

Die ägyptische Urbevölkerung setzt sich aus Einwanderen aus Ost und West zusammen. Ihr Aussehen soll den heutigen Bewohnern des Nordsudan geglichen haben: mittelgroß, längliches Gesicht, braune Haut sowie schwarzes, welliges Haar. – An den Wassern des Niltals fanden diese Ägypter alles was sie zum Leben brauchten und ihr Nomadentum blieb vorerst noch bestehen. Weitere Einwanderer folgten aus dem Norden in das fruchtbare Niltal:

Menschen aus dem Gebiet des heutigen Syrien und Palästina sickerten in kleinen Gruppen ein. Diese waren schon Ackerbauern, aber auch als Nomaden unterwegs.

Abb. rechts: Bemaltes Mergeltongefäß. Ovoides Gefäß mit charakteristischen Merkmalen der Negade-II-Kultur, 3500–3300 v.Chr.
© British Museum, London.
(Foto: Anja Semling)

Um 3.500 v.Chr. änderten die Nomaden ihre Lebensweise und wurden sesshaft. Bis 3.000 v.Chr. bilden sich die heute bekannten Klimazonen aus: Der Kulturraum Ägypten entsteht. Aus den einzelnen Einwanderergruppen bilden sich sesshafte Kulturgemeinschaften und die ersten "Dörfer" entstehen.

Die ältesten Bauernansiedlungen lagen wohl im Norden des Landes, lassen sich aber auch durch Funde von kleineren Friedhöfen im Süden des Landes nachweisen. Ackerbau und Viehzucht entwickeln sich. Diese ersten Bauern bauen Weizen und Gerste an und zähmen Schafe sowie eine langgehörnte Rinderart.

Abb. links: Holzfigürchen mit eingelegten Lapislazuli für die Augen. Zwischen 4–3.Jtsd. vor Chr., Negade I.-Kultur. © British Museum, London. (Foto: Anja Semling)


Parallel dazu entstehen in ganz Ägypten eigenständige Kultur-Gemeinschaften. Anfangs hatte jeder Bezirk seinen eigenen Gott – vorwiegend Gottheiten in Gestalt von Totemtieren, wie etwa Löwe, Krokodil, Pavian, Ibis u.a. Später wurden die betreffenden Göttergestalten Zeichen der einzelnen »Gaue« des ägyptischen Reichs. In historischer Zeit gab es 42 solcher »Gaue«: 20 davon im Niltal und weitere 22 im Delta.
Im Laufe der Zeit schlossen sich einige Stämme zusammen, und vor etwa 5.000 Jahren, also um 3.000 v.Chr., hatten sich allmählich zwei Königreiche herausgebildet:

Oberägypten (im Niltal) und Unterägypten (im Delta). Dieser Einteilung lagen Unterschiede der Landesnatur und Wirtschaftsstruktur zugrunde, die auch im späteren Verlauf der Geschichte Altägyptens etwa 3.000 Jahre lang spürbar blieben.

Abb. rechts: Frühzeitkönig im Sedfest-Gewand. Frühzeit, 0. bis 2. Dynastie, zwischen ca. 3200 v.Chr. und 2600 v.Chr. © British Museum, London. (Foto: Anja Semling)


Oberägyptens Könige trugen eine weiße Krone mit dem zugehörigen Totemtier, einem Geier, die Göttin Nechbet. Die Krone Unterägyptens war dagegen rot und mit dem Kopf einer Kobra – eine Uräus-Schlange – die Göttin Wadjet, geschmückt. Diese beiden Göttinnen blieben die ganze pharaonische Zeit über die Landesgöttinnen von Ober- bzw. Unterägypten.

Als schließlich nach langen und zahlreichen Kämpfen, beide Reiche geeint waren (= 1. Reichseinigung), kombinierte man die beiden Kronen zur Doppelkrone, Geier und Kobra Seite an Seite. Bis zum endgültigen Zusammenbruch der Macht Ägyptens fand diese Reichseinigung auf unzähligen Königsdenkmälern Ausdruck:

Man erblickt auf ihnen Darstellungen der beiden Reichsgötter Seth und Horus oder auch zwei personifizierte Nilgötter, die in eindrucksvoller Pose Oberägyptens Lotospflanze mit der Papyruspflanze des Deltagebiets verknüpfen – Abbildung links, nach einer Darstellung auf einem der kolossalen Throne der Sitzstatuen des Ramses' II. in Luxor.

Abb. links: Symbolische Vereinigung der »Beiden Länder« Ober- und Unterägypten: Sema-Taui
"Sema-Taui" ist ein altägyptischer Ausdruck und heißt soviel wie "Vereinigung der Beiden Länder"
Sema = Vereinigung; Taui = Beide Länder
(© Zeichnung: Anja Semling)

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