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Pyramidenbau im Alten Ägypten
Nach einer frühen religiösen Vorstellung der Alten Ägypter ist die Pyramide in ihrer reinsten Form ein steingewordener Sonnenstrahl. Diese Aussage ist die "Sonnenstrahl-Theorie" aus der Ägyptologie. Weltweit kann man nämlich bei bestimmter Wetterlage folgendes Phänomen am Himmel beobachten: Tagsüber, besonders bei mit Wolken bedecktem Himmel, wenn sich aus der Sicht-Position des Beobachters, ein Wolkenloch öffnet, so formen die durchkommenden Sonnenstrahlen oft ein deutliches Dreieck, das einer Pyramidenform gleicht. Diese Naturbeobachtung scheint die Ägypter inspiriert zu haben?!
Dieser steingewordene Sonnenstrahl diente der Seele des verstorbenen Pharaos (Gottkönig) in den Himmel zu seinem wahren Vater, dem Sonnengott Re, zu gelangen.
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Vor dem eigentlichen Pyramidenau ließen sich die Gott-Könige zunächst in Hügelgräbern, dann in sogenannten Mastabas bestatten und wurden unter der Erde in einer Grabkammer beigesetzt. Zur Zeit der Pyramiden wurde die Grabkammer dann oberhalb der Erde angelegt, von wo aus die Seele des Toten in den Himmel gelangen konnte und auch wieder zurück.
Ein Spruch aus den Pyramidentexten sagt (zum König):
»
eine Treppe zum Himmel ist für dich errichtet, zu den unvergänglichen Sternen
«
Über die symbolischen Stufen seiner Pyramide konnte der König beliebig aufsteigen oder auch zur Erde zurückkehren
Zu Snofrus Zeiten, zu Beginn der klassischen Pyramide und des Re-Kultes empfiehlt ein Spruch aus den Pyramidentexten dem König:
»Möge der Himmel die Sonnenstrahlen stark machen für dich, so dass du aufsteigen mögest als das Auge des Re« oder ein anderer Spruch (an den Sonnengott Re): »Ich (der König) habe deine Strahlen für mich bestimmt als eine Treppe unter meinen Füßen, über die ich aufsteigen werde
«
Diese Aussage besagt, dass die frühen Pyramiden womöglich als Treppe in den Himmel bezeichnet werden. Mit den folgenden glatten Pyramiden könnten die Ägypter auch das Ziel verfolgt haben, damit den Pharao in den Himmel gelangen zu lassen.
Es ist auch möglich in der Form der klatten Pyramiden lediglich eine konsequente Weiterentwicklung der ersten Stufenmastabs zu sehen.
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Bau der gigantischen Pyramiden
Wie die Pyramiden im Alten Reich errichtet wurden, weiß man bis heute noch nicht mit Sicherheit, aber man kennt die Bautechniken der Alten Ägypter Methoden mit denen sie wahrscheinlich beim Bau ans Werk gingen.
Der einstige Pyramidenbau war ein so großes Projekt, dass zehntausende Arbeiter Landarbeiter und Bauern, jedes Jahr damit beauftragt wurden. Gebaut wurde das ganze Jahr hindurch! Drei bis vier Monate während der Nilflut hatten diese sowieso wenig oder garkeine Arbeit auf den Feldern. Aber auch ausgebildete Kräfte, die ganzjährig an den Pyramiden arbeiteten gab es zuhauf. Diese lebten in einem errichteten Dorf nahe der Pyramidenbaustelle. In den Steinbrüchen verrichteten schätzungsweise 1500 Männer täglich ihre Arbeit.
Die Vorläufer der Pyramiden waren die sogenannten Mastabas:
Genaue Untersuchungen belegen, dass die Pyramide aus einer Mastaba entstanden ist.
»Mastaba«, ein arabisches Wort, bezeichnet einen 5 bis 10 Meter hohen rechteckigen künstlichen Berg, dessen Seiten mit Steinen geböscht wurden und unter dem sich ein 5 bis 10 Meter tiefer Schacht befindet, der den Sarg aufnahm.
Dieser Schacht wurde nach dem Begräbnis mit Steinen verschlossen. Im Laufe der Entwicklung wurde die Mastaba ausgehöhlt, d.h. es wurden Kammern ausgespart, die immer grösser und vielfältiger angelegt und mit Reliefs geschmückt wurden, die das tägliche Leben des Begrabenen schilderten.
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Die Mastaba ähnelte einem Palast, jedoch haben die Räume keine Türen. Mastabas wurden auch mit Vorrats- und Verehrungsräumen ausgestattet, so dass die Seele des Verstorbenen weiter existieren konnte und die Opfergaben symbolisch entgegen nahm.
Abb. rechts: Mastaba in Meidum. Gut zu erkennen sind die seitlichen Steinaufschüttungen.
(Foto: Stefan Eggers / pyramidenbau.info)
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Noch vor den Mastabas ließen sich die frühzeitlichen Könige in sogenannten Grubengräber(-variationen) in Abydos begraben einige Forscher sehen darin aber bloss Scheingräber (Kenotaphe). Die ausgegrabenen Mastabas in Sakkara konnten diese Wissenschafler frühdynastischen Königen der 1. Dynastie, wie z.B. Hor Aha, und hohen Beamten zuordnen.
(Grafik: AS)
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Stufenmastaba:
König Djoser aus der 3. Dynastie und sein Baumeister Imhotep setzten drei Mastabas übereinander. Doch das Gebäude schien des Königs nicht würdig; eine einseitige Ummantelung wurde vorgenommen und noch zwei Stufen daraufgesetzt. Die Mastaba des Königs Djoser, die als Stufenmastaba bezeichnet wird, besitzt eine rechteckige Grundform von ca. 110 Meter auf 121 Meter. Ihre Stufen steigen bis zu einer Höhe von ca. 60 Meter empor. Unter der Mastaba, im Felsboden, befindet sich ein ganzes System von Kammern und Gängen. Die Stufenmastaba selbst liegt asymmetrisch in einem grossen, von einer wunderbar gehauenen Mauer umsäumten Gelände. In dieser Mauer fassen wir den ersten gehauenen Steinbau der Welt. Die Arbeiter Djosers gruben eine tiefe Grabkammer und erweiterten den Oberbau in mehreren Abschnitten.
In der 4. Dynastie unter Snofru wurden die Meidum-Pyramide, die Knickpyramide und die Rote Pyramide, die erste richtige Pyramide, im Alten Reich erbaut. Es folgte die größte klassische Pyramide in der Geschichte Ägyptens, die Cheops-Pyramide in Giseh.
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Die ersten Schritte beim Pyramidenbau:
Heerscharen von Arbeitern beginnen mit dem Bau der Pyramide für ihren Gottkönig. Bauern schaffen den Sand weg, nachdem der Bauplatz für die Pyramide bestimmt wurde. Die Pyramiden wurden immer auf der westlichen Seite des Nils erbaut, der Westen das Reich der Toten und der Osten das der Lebenden. Steinmetze schlagen Rinnen in das Felsplateau, die als Rinnensystem mit Wasser gefüllt, als Nivellierungsmesser für das Fundament dienen. Die Pyramide wird um einen natürlichen Felsstumpf herum erbaut. Dieser sorgsam terrassierte Felsstumpf (auch »Grabhügel« im religiösen Sinne) bringt eine enorme Arbeitsersparnis für die Ägypter mit sich, da mit dem Felskern(-stumpf) schon ca. 94 % des Volumens des Pyramidenstumpfes eingespart wurden.
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Abb. rechts: Fugen Cheops-Pyramide
(Foto: Stefan Eggers)
Da das Grabmal auf die "ewigen Sterne" die Ägypter nannten diese "die Unzerstörbaren" (Zirkumpolarsterne) und die aufgehende Sonne gerichtet sein muss, werden als nächstes Norden und Osten bestimmt.
Über den Kanal und den Aufweg kommt das Material, tonnenschwere Steinblöcke, die aus den umliegenden Steinbrüchen abgebaut wurden, die Schlepptrupps mit Holzschlitten ziehen. Im Steinbruch arbeiten die Steinmetze mit ihren Kupfermeißeln. Die Steinbrecher meißeln zuerst die Seiten der Quader frei, kriechen dann darüber hinweg und trennen die Rückseite vom Felsen ab. Entlang der jeweiligen Grundlinie hineingetriebene Holzkeile lösen sie die Blöcke heraus. Erst an der Baustelle werden sie mit Kupfersägen form- und paßgerecht zugeschnitten.
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Schlepptrupps ziehen die rohen Quader zu den wartenden Schiffen. Es kam sogar vor, dass um die 200 Mann einen einzigen Felsblock zu den Pyramiden auf Holzschlitten zogen. Um den Holzschlitten besser fahrtüchtig zu machen, mussten einige Männer Wasser auf den Sand sprenkeln, worüber die Schlitten mit dem Steinblock gleiteten. Bildhauer meißeln zwischenzeitlich Statuen für das Königsgrab. Mit den Jahren wächst das Grabmal Schicht um Schicht baut sich die Pyramide auf vermutlich von innen nach aussen.
Zur Nordseite hin ragen die Wände eines schräg nach unten führenden Schachtes aus den Steinlagen heraus. An seinem Ende, im Kern der Pyramide, nimmt die Sargkammer langsam Gestalt an. Nachdem das Fundament fertig verlegt war, hat man zuerst den großen Sarkophag an seinen Bestimmungsort gebracht. Mit dem Ansteigen der Pyramidenschichten wuchsen auch die Wände der Kammer nach oben. Nun fehlt noch die Abdeckung. Dazu wird die Kammer mit Sand gefüllt. Arbeiter hieven mit hölzernen Stemmbalken die gewaltigen Decksteine in die richtige Position; der Sand stützt den jeweiligen Block ab, bis der gegenüberliegende dagegenlehnt. Abschließend wird der Sand entfernt.
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Abb. oben: Gesteinsmassen der Cheopspyramide (Foto: Peter Funk)
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In den emporwachsenden Pyramiden-Schichten versinkt die Kammer wie in einem steinernen Tuch. Das spitze Dach des Raums fängt nun das Gewicht der darüberliegenden Gesteinsmassen auf und leitet es seitlich ab. Zwischen den einzelnen Blöcken klaffen Spalten, da sie mit den seitlich benachbarten nicht exakt abzuschließen brauchen. An Ober- und Unterseite müssen sie waagrecht sein.
Wahrscheinlich über eine Rampe aus luftgetrockneten Ziegeln und Schutt schleppen Arbeitertrupps die schweren Blöcke zur anwachsenden Pyramide hinauf. (Hinweis: Es gibt Belege für solche Rampen, von denen man die Schuttablagerungen fand; Näheres dazu siehe in Buchtipp "Die Technik des Pyramidenbaus im Alten Ägypten" ganz unten.)
Einige Männer transportieren das Wasser, andere wiederrum tragen Balken, mit denen die hölzernen Schlitten blockiert werden können, wenn die Schlepptrupps eine Pause einlegen. Steinmetze bringen die Blöcke in der Durchgangsstation unten auf das erforderliche Maß. Oben angekommen werden sie von den Bauleuten in die richtige Position verlegt. Diese können an den Außenkanten auf einem schmalen Steg aus Ziegeln stehen, der das gesamte Bauwerk einhüllt und gemeinsam mit der Pyramide und der Rampe nach oben wächst. Ein vergoldeter Pyramidion bildet den krönenden Abschluss der jahrelangen Mühen. Es dauert jedoch noch Monate, bis die Arbeiter die abgeschrägten Verkleidungsblöcke geglättet und poliert haben.
Diese Verkleidungsblöcke sind heute jedoch fast vollkommen verschwunden, nur noch einige wie die Chefren-Pyramide, die Knick-Pyramide (Abb. oben links) sowie die Meidum-Pyramide, tragen noch Reste davon. Im Mittelalter wurden ausgerechnet diese Verkleidungssteine für den Bau einer Moschee in Kairo verwendet.
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Die Pyramiden hatten eine quadratische Basis und eine zu einer Spitze aufsteigende Diagonale. Die Erbauer mussten jede Pyramide mit einem glatten Mantel umschließen. Dies taten sie mit feinen weißen Kalksteinblöcken, die zurechtgemeißelt wurden.
Abb. links: gut zu erkennen sind hier sogenannten Verkleidungsblöcke (auch Ummantelung genannt), der Knick-Pyramide in Dashur.
(Copyright Foto: Jon Bodsworth)
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Das Grabmal ist vollendet und der König wird zur letzten Ruhe gebettet. Die Arbeit der Totenpriester beginnt
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»In der modernen Ägyptologie geht man heute davon aus, dass die grundlegende Orientierung der Pyramidenkanten nach Norden erfolgte. Da die Nordausrichtung der Pyramiden primär eine himmelsorientierte Einprägung ist, beziehen sich die meisten der bisher diskutierten Messmethoden auf astronomische Aspekte, insbesondere auf die Einbeziehung gewisser nie unter dem Horizont verschwindender Zirkumpolarsterne, die man im alten Ägypten aufgrund ihrer ganzjährigen Sichtbarkeit am nächtlichen Himmel im Sinne von "Beständigkeit" oder "Unsterblichkeit" interpretierte und als Ziel der göttlichen Himmelfahrt der Könige ansah.« (zitiert: Dr. Rolf Krauss)
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HERODOT Geschichtsschreiber aus der Antike, über den Pyramidenbau
Herodot erzählt: »... Der Bau dieser Pyramide [Cheopspyramide] ging so vor sich: abgestuft wie Treppen oder wie Absätze oder Altarstufen, wie man's auch nennen kann. Nachdem sie das Unterste gelegt hatten, hoben sie die weiteren Steine mit Hebewerken, die aus kurzen Balken gebaut waren, und so hoben sie die vom Boden auf den ersten Absatz der Stufenfolge. Und wenn ein Stein dann auf ihm war, wurde er auf ein weiteres Hebewerk gelegt, das auf der ersten Stufe stand, und von dieser Stufe wurde der Stein, mit dem weiteren Hebewerk, auf die zweite Stufe gehoben. Denn soviel Stufen es waren, soviel Hebewerke waren es auch; oder es war auch dasselbe Hebewerk, ein einziges nur und leicht zu transportieren, und das schafften sie von Stufe zu Stufe, nachdem sie den Stein von ihm weggenommen hatten. Denn ich wil beide Arten angeben, so wie man es mir auch erzählt hat. Fertig gemacht wurde nun zuerst das Oberste, dann machten sie das jeweils Anschließende fertig, und erst zuletzt machten sie's endgültig fertig, mit dem Untersten, dem auf dem Boden.«
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B U C H T I P P
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Der Bau der Pyramiden im Alten Ägypten
- von Frank Müller-Römer
(Ägyptologe und Ingenieur)
- Verlag: Herbert Utz Verlag GmbH
- Umfang: 448 Seiten
- Buchformat: 24 x 17 cm
- Hardcover
- Mit Fotos und Illustrationen
- Erscheinungsdatum: September 2011
- ISBN: 978-3-8316-4069-0
- 39, Euro
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Bestellmöglichkeit :
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Ägyptenfans, die sich insbesondere für die Pyramiden interessieren, sei dieses Buch "Der Bau der Pyramiden im Alten Ägypten" sehr zu empfehlen.
Vorliegendes Buch, erschienen 2011 im Utz-Verlag, ist von dem Ägyptologen und berufserfahrenen Ingenieur Frank Müller-Römer geschrieben worden. Reich illustriert mit vielen anschaulichen Begleitabbildungen und Schwarzweiß-Fotografien, steigt der Leser damit tief ein in die Welt des Pyramidenbaus, aus der Sicht der Wissenschaft. Der zentralen Frage, der das Buch nachgeht nämlich wie die Pyramiden damals von den Ägyptern im Alten Reich erbaut worden sind, ist Kernthema. Viele Theorien gibt es bislang, doch keine davon ist in-sich hundertprozentig stimmig; dies verdeutlicht der Autor plausibel mit vorliegender Veröffentlichung.
Mit diesem Buch liegt ein fundiertes Werk vor, das sämtliche historische Umstände berücksichtigt sowie mit bewiesenen Bautechniken argumentiert, mit denen die Baumeister der Pharaonen einst große Gräber errichtet haben. Ausschließlich archäologische Befunde auf dem Stand der damaligen Bautechnik werden herangezogen.
Diesem Werk ging bereits im Jahre 2008 eine Dissertation unter dem Titel "Die Technik des Pyramidenbaus im Alten Ägypten" von demselben Autoren voraus. Mit dessen zweitem Buch zum Thema, liegt der gleiche Lösungsvorschlag vor, dessen Ansatz in der Kombination zweier archäologisch nachgewiesener Bautechniken, mittels Rampen und Seilwinden, ist. Der Autor führte für seine wissenschaftliche Arbeit auch eigene Feldforschungen vor Ort durch.
Müller-Römer stellt in seinem Buch dem Leser ausführlich die bekanntesten Theorien über die Errichtung der Pyramiden vor. Doch keine dieser Theorien zum Bau der Pyramiden sind für den Experten schlüssig. In dieser neu vorgelegten Arbeit im Jahre 2011, mit der nunmehr von ihm bekannten Hypothese in der Fachwelt, ließ Müller-Römer verschiedene Anregungen und kritische Anmerkungen seitens der Leserschaft zur Dissertation aus 2008, nicht unberücksichtigt. Seinen Bauvorschlag ergänzte er in mehreren wesentlichen Punkten; dieser Vorschlag betrifft einzig den Bau der Stufenpyramiden im Alten Reich.
Am Beispiel der sogenannten Mykerinos-Pyramide. Da die archäologisch nachgewiesenen Befunde zu den baulichen Techniken im Alten Reich sowie die Befunde an den noch stehenden Pyramiden für den Bauvorschlag des Autors hohe Priorität haben, hat er mitunter die Pyramide des Mykerinos für seine Arbeit ausgewählt, weil bei dieser die Stufenbauweise, das Verkleidungsmauerwerk und Außenverkleidung stellenweise deutlich zu sehen sind. Der Autor betont aber, dass seine Hypothese auch auf andere Pyramiden aus dem Alten Reich mit Stufenbauweise übertragbar ist.
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Steinblöcke der Cheops-Pyramide
(Foto: Stefan Eggers / Pyramidenbau.info)
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Chefren-Pyramide von Osten her gesehen
(Foto: Stefan Eggers / Pyramidenbau.info)
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Der Ägyptologe und Ingenieur Müller-Römer ist der Meinung, dass bislang noch kein in sich geschlossener Lösungsvorschlag zur Diskussion gestellt werden kann. Somit auch nicht die Thesen, in unlängst auf den Buchmarkt gekommenen Titeln: Houdin "Cheops" oder von Stadelmann "Große Pyramiden". In seinem eigenen Werk setzte sich der Autor zum Ziel die bisher bekanntesten Lösungsvorschläge genau zu analysieren und zu überprüfen. Mit entsprechender Kritik an den verschiedenen Bauvorschlägen wird nicht gespart.
Um des Autors eigene Bauhypothese gut zu verstehen, ist es für den Leser ohne ägyptologische Kenntnisse zu den Pyramiden, sehr sinnvoll folgende Kapitel zu lesen: Definitionen und Festlegungen / Zeitliche Entwicklung des Pyramidenbaus im Alten und Mittlern Reich / Bautechnik im Alten Reich / Archäologische Befunde an Pyramiden / Bauzeiten und Personalbedarf / Analyse und Bewertung der bisherigen Bauhypothesen.
Im Großen und Ganzen ist dieser Titel mit fast 450 Seiten für das breite Lesepublikum inhaltlich ganz ähnlich wie die vorhergegangene Dissertation. Allerdings ist das Seitenlayout schöner und übersichtlicher. Alles luftiger und optisch ansprechender. Im achten Kapitel wo der Autor seine Bauhypothese vorstellt sind deutlich mehr erklärende und anschauliche Grafiken eingestreut. Und zwar zu den relevanten Themen: Errichtung des Kernmauerwerks, Anbringung des Verkleidungsmauerwerks, Aufsetzen des Pyramidions und Rückbau der Arbeitsplattformen und Glätten der Außenfläche. Diese Darstellungen sind ein echter Pluspunkt für den Leser. Neben vielen Tabellen mit detaillierten Zahlenangaben zu verschiedenen Aspekten zum Pyramidenbau, sind noch mit einbezogen: Transport- und Bauverfahren, Werkzeuge und Vermessungstechniken. Akribisch genau und verständlich ausgeführt, stellt der Autor seine Hypothese der Fachwelt und breiten Öffentlichkeit vor. Mit diesem Buch gewinnt die Frage nach dem Wie des Pyramidenbaus, einen überzeugenden Lösungsvorschlag.
Interessierte Leser gewinnen beim Durchackern des gesamten Lesestoffes, einen sehr guten Überblick über die bekanntesten Bauthesen und insgesamt auch ein prima Tiefblick zu wissenschaftlichen Untersuchungen und Erkenntnissen hinsichtlich der Pyramiden im Alten Reich. Im fünften Kapitel zum Beispiel, werden sämtliche noch stehende Pyramiden, chronologisch geordnet, auf ihre archäologischen Befunde hin, vorgestellt.
Eine prägnante Zusammenfassung über des Autors eigener Hypothese erfolgt im Anhang des Buches sowie ein Quellenverzeichnis mit vielen Buchtiteln.
Dieses Buch dürfte hinsichtlich der Aktualität in keinem Ägypten-Bücherregal derzeit fehlen, wenn man sich explizit für die ägyptischen Pyramiden, insbesondere für deren Errichtung interessiert.
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(Anja Semling, im Dezember 2011)
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Dissertation
Die Technik des Pyramidenbaus
im Alten Ägypten
- von Frank Müller-Römer
- Verlag: Herbert Utz Verlag GmbH
- Erscheinungsdatum: April 2008
- ISBN: 978-3-8316-0784-6
- 59, Euro
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Das Alte Ägypten
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