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Die Stadt Achet-Aton
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Achet-Aton = »Horizont des Aton«, heutiger Name: Tell el-Amarna
An jener Stelle, die Pharao Echnaton für seine künftige Residenz auswählte, wurden zunächst Grenzstelen errichtet; das vorgesehene Gebiet sollte feierlich umgrenzt sein. Echnaton wollte auf noch unberührtem Boden, seine, dem Aton geweihte Stadt bauen.
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Zu Beginn seines sechsten Regierungsjahres gründete Echnaton diese neue Hauptstadt Achetaton in Mittelägypten, gut 380 km nördlich von Theben wo die Königsfamilie zuvor residierte entfernt. Ohne Rücksicht auf andere Götter konnte in der neuen Stadt Aton verehrt werden. An diesem neuen Ort hatten die Gläubigen nicht stets den mächtigen Tempel des Amun vor Augen.
Die Stadt wurde in kürzester Zeit errichtet, man führte sogar eine neue Bauweise ein, um schneller fertig zu werden und verwendete kleine Kalksteinblöcke, die sogennanten »Talatats«.
Abb. links: zeichnerische Rekonstruktion eines königlichen Palastes in Achetaton. (Bild: Anja Semling)
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Achetaton besaß verschiedene Kultbauten für Aton. Es gab Tempelkapellen für die Königin Nofretete und Königinmutter Teje. Eine eigene Priesterschaft hatten sie nicht, denn sie waren für die private Kultausübung bestimmt. Aber nicht nur Tempel für Aton wurden errichtet, sondern auch Palastanlagen für den König und die Königin (Abb. oben). Ebenso ein neuer Reichsfriedhof in den Bergen an der Ostseite der Stadt wurde erschaffen.
Das Stadtzentrum: Königsstraße, großer Aton-Tempel, kleiner Aton-Tempel, großer Pfeilersaal, Palastareal, Brücke, Königsvilla, Archive, Magazine, Polizei, Militär, Büros und Werkstätten. Der König zeigte sich auf der Verbindungsbrücke zwischen Regierungspalast und Königsvilla in einem Erscheinungsfenster bei festlichen Anlässen dem Volke.
Die Stadt Achet-Aton sollte eine Ewigkeit bestehen, doch kaum zwei Jahrzehnte nach der Gründung, wenige Jahre nach Echnatons Tod, wurde sie für immer aufgegeben. Der Aufbruch kam plötzlich und unerwartet, denn nachweislich wurde bis zum letzten Tag an Achetaton gebaut. Wüstensand deckte die Ruinen der Stadt für Jahrhunderte zu und Echnatons Residenz fiel dem Vergessen anheim.
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Abb. oben: »Talatats«. Museum Luxor. (Copyright Foto: Jon Bodsworth)
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Von den Bauten aus Amarna ist so gut wie fast nichts erhalten geblieben. Die Mauern des Tempels wurden ebenso geschleift wie die des Königpalastes, und von ihrer Existenz weiß man heute nur durch ihre Ausgräber. »Talatats« sind die wenigen Überreste, die erhalten sind in Form von Bruchstücken von Mauern der einstigen Stadt. Sowie wenige Überreste des Palastes in Tell el Amarna in Mittelägypten.
Aufsichtsbild (Luftperspektive) der Ruinen von Achet-Aton heutzutage:
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Abb. oben: Interaktives Bild: zur Anzeige der Beschriftungen der einzelnen Gebäuderuinen bitte mit der PC-Maus darüberfahren (mouse-over).
Die einstige Stadt Achetaton heutzutage, Luftperspektive (Ausschnitt). Zu erkennen sind nur noch die Grundmauern, hier: Kleiner Aton-Tempel, Haus des Königs, Großer Palast, Staatsarchiv und Haus des Lebens, altägyptisch: Per-anch.
(© Foto: Google-Earth, Quelle: http://earth.google.com)
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Worte des Echnaton auf einer Grenz-Stele zur Stadt Achet-Aton
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Schaut Achetaton, von dem Aton wollte,
dass es ihm geschaffen werde als Denkmal für seinen Namen für alle Zeit!
Aton aber, mein Vater, war es, der auf Achetaton wies,
nicht zeigte darauf ein Beamter,
noch irgendeiner im ganzen Land zeigte darauf mit Worten,
dass er Achetaton an dieser Stelle erbaue,
sondern Aton, mein Vater, zeigte darauf,
dass man es ihm als Achetaton [da] errichtete!
Schaut, Pharao spürte es auf!
Nicht gehört es einem Gott,
nicht gehört es einer Göttin,
nicht gehört es einem Herrscher,
nicht gehört es einer Herrscherin,
nicht gehört es irgendeinem Beamten oder irgendeinem
Menschen,
um Anspruch darauf geltend zu machen!
Ich errichte Achetaton für Aton,
meinen Vater an diesem Platz!
Ich will ihm Achetaton nicht im Süden,
im Norden, im Westen oder im Osten davon errichten!
ich überschreite nicht die südliche Stele von Achetaton
nach Süden,
nicht werde ich die nördliche Stele von Achetaton
nach Norden überschreiten,
um dort Achetaton zu bauen.
Auch errichtete ich es ihm nicht auf der Westseite
von Achetaton,
sondern ich baue Achetaton für meinen Vater Aton
auf der Seite des Sonnenaufgangs von Achetaton,
auf einer Stelle, welche er sich selbst bereitet hat
und die für ihn durch ein Gebirge umrahmt ist.
Er ist zufrieden mit ihr, und ich opfere ihm in ihr.
Das ist sie [die richtige Stelle]!
Nicht sage die Königin mir:
»Schau es existiert ein schönerer Platz an einer
anderen Stelle«
und ich sollte auf sie hören!
Nicht sage mir irgendein Beamter von den Beamten,
die in [meiner] Gunst stehen, oder ein Höfling
oder irgendein Mensch im ganzen Land:
»Schau, es existiert ein schöner Platz für Achetaton
an einer anderen Stelle«
und ich sollte auf sie hören!
Sei sie nördlich, sei sie südlich,
sei sie westlich
oder sei sie, wo die Sonne aufgeht!
Ich sage nie: Ich gebe Achetaton auf, indem ich Order gebe
und Achetaton an dieser anderen,
schöneren Stelle erbaue!
(Echnaton, um 1330 v.Chr.)
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Das Alte Ägypten
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