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"Der archäologische Tutanchamun", "Der historische Tutanchamun", "Der wirkliche Tutanchamun" so teilt die Autorin C. Mahdy ihr Buch in drei große Kapitel ein. Man erfährt aber nicht nur Vieles und Wissenswertes über diesen längst verstorbenen König Tutanchamun, welcher für uns durch sein Grab (KV 62) so berühmt wurde, sondern der Leser erfährt viele Details, Geschehnisse und Ereignisse, mögliche geneaologische Verbindungen, Fakten rund um die Zeit Tutanchamuns, vorzugsweise die Amarnazeit sowie die Zeit von Amenophis III.
Der Leser lernt fast die ganze Familie näher kennen und nicht nur das, sondern aufgrund der Untersuchungen und Forschungen der Autorin erfährt man neue Zusammenhänge, die selten so konzentriert in einem Buch zu finden sind. Manchmal kommt es einem so vor, mir jedenfalls, als ob man selbst mitforscht und analysiert, so haarklein beschreibt die Autorin ihre Untersuchungen. Vor allem die Kiste der Scherben, die eigentlich in die USA nach Boston sollten, doch dann versehentlich in England in Bolton landeten, hatten es ihr angetan. Was für ein Zufall und Glücksfall für die Ägyptologin. Es kam mir auch so vor als ob sie aus dem Nähkästchen plaudert, denn sehr persönlich und trotzdem fachlich objektiv beschrieben von Mahdy erfährt man Dinge die sich hinter den Kulissen in der Welt der Ärchäologie abspielen.
Die vielen von ihr belegten Ergebnisse, die die Autorin offenlegt sind, wenn man schon Vorkenntnisse hat, bezgl. Pharaonenzeit, relativ leicht nachzuvollziehen. Ob sie nun den Tatsachen und der "Wahrheit" entsprechen sei dahingestellt. Einzig die Aussage, Semenchkare ist mit Königin Nofretete gleichzusetzen, hat mich persönlich noch nicht restlos überzeugt. Mir hat das Buch jedenfalls sehr viel gebracht hinsichtlich "neuer" Theorien und auch die Gegenüberstellung, bzw. die Vergleiche (Dreiteilung der Kapitel), der unterschiedlichen Tutanchamun-Lebensläufe.
Auch ganz hilfreich und nett sind die Hieroglyphen-Schreibweisen einiger Namen und Begriffe, die sich immer wieder in den Seiten finden. Die Ägyptologin selbst meint auch ziemlich am Anfang, dass es unverzichtbar ist, um die Ägyptologie zu verstehen, auch Hieroglyphen lesen zu können. Man ist nicht auf anderer ihre Interpretationen angewiesen und ist unabhängiger.
Fazit: ein klasse Buch, wenn man tiefer in die Materie eindringen will und auch vor vermeintlich geschichtlich-komplizierten Zusammenhängen nicht zurückschreckt. Der Auslöser für dieses Buch, war für mich die Ausstellung "Tutanchamun Das Goldene Jenseits" in Basel. Tutanchamun ist für mich inzwischen eine Art Schlüsselfigur geworden, erhoffte sich doch damals die Fachwelt, durch sein Grab, mehr über die Geschehnisse und Geheimnisse während der Amarnazeit herauszufinden.
(© Mein-Altaegypten.de, im September 2005, Anja Semling)
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