|
KEMET Ägypten entlang des Nils
|
|
Kemet = "das Schwarze (Fruchtland)" = Ägypten
|
|
Das altägyptische Reich = die »Beiden Länder«
|
|

|
 |
Die »Beiden Länder« meint immer Ober- und Unterägypten. Das im Süden befindliche, langgestreckte, schmale und durch steinige Bergketten begrenzte Niltal Oberägypten.
Und das im Norden befindliche Delta, welches sich hinter dem heutigen Kairo breit fächernd in die Ebene erstreckt Unterägypten. Abb. links: Landschaft in Oberägypten.
|
Abb. rechts: hieroglyphische Schreibweise für Kemet = »Schwarzes Land«
"Ägypten" bezeichnet in Altägyptisch: Kemet
|
 |
|
|
|
Im Nordosten Afrikas gelegen, rund 3000 km von Deutschland entfernt, grenzt Ägypten im Westen an Libyen. Im Süden an den Sudan und im Osten an das Rote Meer und Israel. Ein Großteil des zwischen dem 24. und dem 36. Breitengrad liegenden Landes ist Wüste. Durch die Lage Ägyptens gehört es dem Komplex der Kulturen des Vorderen Orients an. Seine Lebensader ist nach wie vor der Nil, der mit einer Gesamtlänge von 6671 km das Land über 1000 km von Süden nach Norden durchfließt, um in das große fruchtbare Nildelta zu münden. Beiderseits des Nils liegen westlich die Libysche Wüste mit ihren großen Oasen und östlich die Arabische Wüste. Entlang des Nils leben heute rund 60 Millionen Menschen. Vermutlich lebten im Alten Reich etwa 2900 bis 2200 v.Chr. eine bis anderthalb Millionen Menschen.
Kemet (Kemi) nannten die Alten Ägypter das Niltal (also ein riesiges Gebiet), was soviel heißt wie »Das Schwarze Land« (od. das Schwarze Fruchtland) wegen der dunklen Farbe des vom Fluss angeschwemmten Schlammes. Im Gegensatz zur roten Erde der umliegenden Wüste (Chaset).
Die Ägypter selbst bezeichneten sich als remetju kemi, »Menschen der schwarzen (Erde)«. Im Gegensatz zu den chaestiu, den Nomaden der Wüste.
|
 |
 |
|
Gebirgszüge Theben-West im Süden Ägyptens. In dieser unwirtlichen Gegend liegt das Tal der Könige. Oberägypten.
|
Flaches Ufer am Nil, dann Grünland und weit dahinter Gebirgsketten. Oberägypten.
(Fotos: Sabine, Aachen)
|
|
|
Der Name »Ägypten« kommt aus dem Griechischen Aigyptos. Dieser Name ist seit der homerischen Zeit belegt. Das Wort stammt von dem babylonischen Ausdruck Hikuptah, dem Beinamen von Memphis. Der Begriff Hikuptah ist wiederum abgeleitet von der altägyptischen Bezeichnung: hut-ka-ptah = »das Schloss des Ka des Ptah«.
Der Name, der Ägypten von den benachbarten semitischen Volkern gegeben wurde, war »Misr«. Das Misraim der Hebräer, ein Name, den das moderne islamische Ägypten noch heute trägt.
|
|
|
|
Ägypten und seine ägyptischen "Namen"
|
|
Kemet
|
= |
Schwarzes Fruchtland (Niltal)
|
|
Ta-meri
|
= |
Geliebtes Land
|
|
Hut-Ka-Ptah
|
= |
"Schloss"/Tempel des Ka des (Gottes) Ptah
|
|
Aigyptos
|
= |
Ägypten
|
|
Misr
|
= |
Ägypten
|
|
Taui
|
= |
Beide Länder / Zwei Länder
|
|
Anderes:
|
|
chaset
|
= |
Wüste, Fremdland, Hügelland
|
|
deschret
|
= |
rotes/gelbes Land (Gegensatz von Schwarzes Land)
|
|
|
|
Über das Land:
Kemet gliedert sich schon in vorgeschichtlicher Zeit vor 3000 v.Chr. in zwei Landeshälften, die unterschiedlich geartet sind.
Da ist das oberägyptische Niltal, ca. 900 km lang, max. 30 km breit, von der Höhe ab Memphis bis tief runter in den Süden bis Assuan, das in der prädynastischen Zeit überwiegend von nomadisierenden Hirten bewohnt wird.
Landschaftlich auffallend ist das schmale, üppig grünende, lebenstrotzende Fruchtland mit seinen Bergketten im Osten und Westen entlang des Nils, mit der direkt angrenzenden, endlosen, gelben und eher lebensfeindlichen Wüste. Im Gegensatz dazu die unterägyptische Landschaft, das Delta symbolisiert durch die Papyruspflanze, die dort in Mengen wuchs , das von einer weiten Ebene mit zahlreichen Flußläufen und Sümpfen durchzogen, bestimmt wurde. In prädynastischer Zeit überwiegend von seßhaften Bauernstämmen besiedelt.
Abb. rechts: im Süden Ägyptens, Wüste.
|
 |
 |
|
Es besteht also ein erheblicher Gegensatz zwischen den beiden Landeshälften, der auch auf die Menschen einen großen Einfluß ausgeübt hat. Die Landschaft beeinflußte nicht nur ihre Lebensweise sondern beeindruckte auch deren Sinne. Beide so grundverschiedene Lebensformen des Hirten- und Bauerntums sind an bestimmte landschaftliche Verhältnisse gebunden. Man bezeichnet (heute) diese Lebensfomen als die Badari-Kultur (ab 4000. v.Chr.), der die Negade-Kultur folgt. Am Ende der Negade-Zeit (um 3000 v.Chr), die an die geschichtliche Zeit heranführt und aus der die ägyptische Hochkultur hervorgeht, folgt die Zeit, die sich auf ganz Ägypten beschränkt und auch gegen Nubien absetzt die Zeit des Königtums nach der 1. Reichseinigung folgt, und der Pharao blieb für immer der "Herr der beiden Länder" (altägyptisch: neb-taui) bis zum Ende des pharaonischen Ägypten.
|
|
 |
|
Fruchtland
|
|
|
Die wichtigste Vorbedingung zur Entstehung der altägyptischen Kultur ist der Nil. Er ist es, der dem regenlosen Land als Wasserspender auftritt und dafür sorgte, dass ein organisiertes Volk entstehen konnte. Durch die alljährlich mit großer Pünktlichkeit Mitte Juli in Unterägypten (in Assuan einen Monat früher) einsetzende Nilschwelle wird durch den Blauen Nil, kommend aus dem Tana-See und den Zuflüssen aus dem abessinischen Hochland, bewirkt. Der mitgeschwemmte schwarze und überaus fruchtbare Schlamm ermöglichte dem Volk die Bestellung der Felder und schließlich im April/Mai die Ernte. (Mehr zu Ernte siehe Rubrik: Volk; mehr zu Nil, siehe Rubrik: Nil.)
Die Isolation des Niltals/Delta, das vom Rest der Welt durch weite Wüsten getrennt war, sorgte dafür, dass sich die ägyptische Kultur von der präthinitischen Zeit bis zum Ende des Mittleren Reiches in einem geschlossenen System entwickelte und so ihr markantes Profil bekam.
|
|
Symbole der Doppelmonarchie:
|
 |
|
Oberägypten:
|
Unterägypten:
|
 |
Weiße Krone
»hedjet«
|
 |
Rote Krone
»deschret«
|
 |
Binse
|
 |
Biene
|
 |
Lotos
|
 |
Papyrus
|
 |
Landesgöttin
Nechbet
(Geier)
|
 |
Landesgöttin
Uadjet
(Schlange)
|
 |
|
 |
|
|
Weitere Informationen zur über 3000-jährigen Geschichte von »Kemet«: Prädynastische Zeit (Negade-Kulturen), Reichseinigung, Altes ReichNeues Reich, Zwischenzeiten, Amarnazeit, Spätzeit, Griechisch-/Römische Zeit:
|
|
|
|
|
|
Landkarte Kemet (Ägypten)
Eingezeichnet in dieser Kemetkarte sind die wichtigsten und bekanntesten Orte und Stätten, von denen es allerdings noch eine Menge (bsplw. Bubastis, Buhen, Meidum, ...) mehr gibt. Die Karte beschränkt sich auf wesentliche Örtlichkeiten zu Kemet. Viele Orte sind heute zwar unter anderem Namen bekannt als in der pharaonischen Zeit, so z.B. hieß die heilige Stadt Heliopolis (On) einst "Iunu" oder Abydos war der hochverehrte Ort "Abedju". Ähnlich verhält es sich mit der heutigen Gegend bei Luxor, auch bekannt als Theben (griech.) wegen seines riesigen Tempels unter dem Namen Karnak oder als Waset (njwt-rst = "Südliche Stadt", altägyptisch) bekannt; aber früher war dies Luxor bekannt als "Ipet-resut"; Memphis hieß "Inbu-hedj", usw.
Kemet ist eingeteilt in die zwei großen Landesteile: Oberägypten und Unterägypten; für die alten Ägypter waren dies: die "Beiden Länder", was in altägyptisch etwa folgendermaßen benannt wurde: "Taui" (aus der ägyptologischen Transkription: t3.wj).
|
 |
|
Der Teil unterhalb dem 1. Katarakt, ab Assuan, nannten die Ägypter "wawat", was Unternubien meint; danach folgt "Kusch", zwischen dem 2. und 4. Katarakt, was Nubien bezeichnet. Kemet ist beidseitig des Nils umgeben von weiten Wüsten; nur entlang des Nils üppige Flora und vereinzelte Oasen (z.B. Faijum) lassen die Erde dort grünen.
(Copyright & Quelle Landkarte: Anja Semling)
|
|
|
Historische Stätten und Städte in Ägypten
|
|
Ab 3000 v. Chr. entwickelte sich in Ägypten Stadtplanung:
Städte und Siedlungen lagen im weiten Delta und im schmalen Niltal, den historischen Landesteilen Unter- und Oberägypten. Siedlungsstandorte waren sowohl flache Hügelkuppen inmitten des Fruchtlandes als auch Fruchtlandrandbereiche am Übergang zur Wüste. Die Ressourcen dafür waren im Land selber und in den Ländern im Osten vorhanden, zu denen in der letzten Hälfte des 4. Jts. v. Chr. nachweislich Kontakt be-stand.
In allen Städten standen/stehen selbstverständlich auch Tempel, geweiht den Göttern und Pharaonen. Einige Städte sind heute leider sehr zerstört und stark abgetragen und man findet nur noch Bruchstücke vor. Von den Häusern und Palästen fehlt so gut wie alles - da diese ja aus Nilschlammziegel gebaut waren.
|
|
|
|
Übersicht Stätten und Städte:
|
|
Alexandria
|
>>
|
Heliopolis / Iunu (On)
|
>>
|
|
Abydos / Abedju
|
>>
|
Hierakonpolis / Nechen
|
>>
|
|
Busiris / Djedu
|
>>
|
Luxor / Ipet resut
|
>>
|
|
Buto / Pe
|
>>
|
Memphis / Men-nefer
|
>>
|
|
Dendera / Iunet
|
>>
|
Pi Ramesse
|
>>
|
|
Edfu / Behdet
|
>>
|
Tell el-Amarna / Achet-aton
|
>>
|
|
El-Kab / Necheb
|
>>
|
Theben / Waset
|
>>
|
|
Elephantine / Abu
|
>>
|
|
|
|
Esna / Iunit
|
>>
|
Kairo (nicht-pharaonisch)
|
>>
|
|
|
INFO: Wort nach Schrägstrich = altägyptischer Name der Ortschaft
|
|
|
|
|
Alexandria Stadt in Ägypten am Mittelmeer
|
 |
 |
Karte...
Alexandria ist heute eine Stadt in Ägypten am Mittelmeer, benannt nach dem Ägypten-Eroberer Alexander der Große. Mit der Gründung Alexandrias und der griechischen Besetzung wurde Ägypten eine Provinz der hellinistischen Welt.
Abb. links: archäolögische Stätte in Alexandria
(Bild: Pixelio.de)
|
|
|
Alexander der Große beauftragte einst den griechischen Architekten Deinokrates bei seiner Reise nach Ägypten 332331 v. Chr., an diesem Ort eine Stadt zu erbauen; mit breiten Straßen, die sich in rechtem Winkel schnitten. Der Aufstieg der Stadt begann, als Ptolemaios sich dort niederließ und sie dann zur Hauptstadt machte. Er hatte nach dem Tode Alexanders im Jahre 323 v. Chr. die Regierung übernommen. Unter den ersten beiden Ptolemäern in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurde die Stadt mit großartigen Bauwerken ausgestattet. Bekannte Bauten waren: Königspalast am Meer, das Museum und die Bibliothek, das Soma (Grab von Alexander dem Großen), Serapeum (einem dem griechisch-ägyptischen Gott Serapis geweihter Tempel), Tempel der Isis und vor allem der berühmte Leuchtturm.
Während der letzten drei Jahrhunderte v.Chr. war Alexandria die politische Hauptstadt des hellenisierten Ägyptens. Sie blieb noch bis zur arabischen Eroberung im Jahre 641 n.Chr. die intellektuelle und spirituelle Hauptstadt eines Teils der mediterranen Welt.
Desweiteren wurde das Griechische offizielle Landessprache, in den ländlichen Gegenden wurde das Altägyptische in seiner demotischen Form aber noch weiterhin gesprochen. Genauso wie die Priester die alten religiösen Traditionen bewahrten und nach wie vor die Tempel mit Hieroglyphen bedeckten.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Abydos / altägyptisch: Abedju
|
|
|
Ort in Oberägypten, nordwestlich von Theben; in pharaonischer Zeit berühmt für seinen Osiriskult
|
|
Karte...
|
|
Eine lange Besiedlungsgeschichte weist die Gegend um Abydos auf; es liegen hier ein Ort aus der Negade-I-Kultur sowie Nekropolen der Negade-Kultur (prädynastische Zeit). Aus dem Negadeort/-dorf entwickelte sich eine Stadt während der beiden thinitischen Dynastien Frühzeit, 1. und 2. Dynastie, um 30002700 v.Chr.
Vielleicht waren diese Königsgräber in den Nekropolen hier jedoch nur Kenotaphe, und die thinitischen Herrscher ließen sich in Sakkara begraben. Überreste mehrerer Tempel und Totenstellen wurden hier in der Gegend um Abydos gefunden. Als Lokalgottheit trat der Totengott "Chontamentiu" hervor; sein Name bedeutet: "Erster der Westlichen" mit "Westlichen" sind die Verstorbenen gemeint. Nach dem Mythos war es einst Osiris, der als erster ins Reich der Toten (Amenti) als sogenannter "Westlicher" einging und zum Herrscher des Jenseits' wurde; dieser nahm das Wesen des antiken Chontamentiu vollständig in sich auf. Ab der 5. Dynastie (um 2500 v.Chr.) trat eben dieser Osiris in Erscheinung. Von da an begannen auch Pilgerfahrten zu diesem heiligen Ort Abydos.
Zu Beginn der 11. Dynastie machte König Antef II., nachdem er die Herrschaft über Abydos erlangt hatte, die Stadt zur "Stätte des Osiris". Hier wurden später auch die berühmten Mysterien des Gottes gefeiert.
Unter der 19. Dynastie erlebte Abydos seine Blütezeit: König Sethos I. errichtete hier seinem Vater Ramses I. einen großartigen Tempel. Er ließ für sich selbst einen Totentempel bauen, von dem noch bedeutende, teils restaurierte Ruinen sowie ein Kenotaph erhalten geblieben sind. Sein Sohn, Ramses II., errichtete sich dort ebenfalls einen kleinen Totentempel. Der Sinn und Zweck bestand für diese Könige auch darin, der Tradition zu folgen sich an diesem geheiligten Ort Abydos ein sogenannter Kenotaph (= Scheingrab, leeres Grab) zu errichten. Für weniger bedeutende als der Pharao Menschen im alten Ägypten galt es und war es erstrebenswert zumindest für sich eine Stele in der Nähe des Grabes des Osiris, aufzustellen. So konnte der spätere Besitzer dieser Stele an den Auferstehungsriten des Osiris teilhaben, welche eine sich stets wiederholende Neugeburt im Jenseits ermöglichten. Die Stadt Abydos behauptete auch den Kopf des zerstückelten Osiris (Osiris-Mythos!) zu besitzen.
|
|
Dieser bedeutende unterirdische Kenotaph, der als "Osireion" bezeichnet wird, da er als Kenotaph des Osiris galt, war von Sethos begonnen, aber erst unter Merenptah vollendet worden. Durch eine unterirdische gewölbte Galerie von gut 32 Metern Länge kann man den Kenotaph betreten. Die Wände sind mit Auszügen aus dem Totenbuch und dem Pfortenbuch bedeckt.
Abb. rechts: Osireion in Abydos.
(Foto: S. Eggers)
|
 |
 |
|
|
Einst scheint an jener unterirdischen Stelle eine heilige Kultstätte gelegen zu haben, an der die Reliquie (der Kopf) des Osiris aufbewahrt wurde und seine Mysterien gefeiert wurden.
Abydos hatte in der griechischen Zeit (33230 v.Chr.) seine Bedeutung verloren.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Busiris / altägyptisch: Djedu
|
|
|
Hauptstadt des 9. unterägyptischen Gaues und »Haus des Osiris« (Per-Usir)
|
|
Karte...
|
|
Der große Totengott Osiris fand hier kultische Verehrung, er stammte aber offensichtlich ursprünglich nicht aus Busiris. Diese Stadt Busiris blieb durch die ganze ägyptische Historie die heilige Stadt des Osiris im Delta. Hier stellten die Osiris-Anhänger sein Symbol, den sogenannten Djed-Pfeiler, auf. Und Osiris war in Busiris der "Herr des Djed" Djed bedeutet "Dauer, Beständigkeit". Nach der prädynastischen Zeit (bis ca. 3000 v.Chr.) verlor diese Stadt aber mehr und mehr an politische Relevanz zu Gunsten von Buto. Diese Stadt wurde dann Hauptstadt des Deltas; In der historischen Zeit blieb Busiris Gauhauptstadt.
Bevor Osiris dort kultisch verehrt wurde, war es der Stadtgott Anedjti, ein Hirtengott, welcher dort in prädynastischer Zeit Verehrung zuteil wurde. Osiris wurde sein Nachfolger.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Buto / altägyptisch: Pe
|
|
|
Ort im 6. unterägyptischen Gau, im Delta
|
|
Karte...
|
|
Buto hieß auf altägyptisch "Per-Uadjet" = Haus der [Göttin] Uadjet ("Grüne Schlange"); dieser Name stammt aber aus einer späteren Epoche. Es gab in der prähistorischen Zeit in diesem Gebiet zwei Orte auf beiden Seiten des Nils: Dep, die heilige Stadt der Uadjet, und Pe, die Stadt des Osiris. "Pe" als Bezeichnung für eine königliche Anlage: Thron des harpunierenden Horus, die dort gelegen haben soll. Mit Pe erscheint häufig in den religiösen Texten, Pyramidentexten, der Ort Dep und später ist er wohl mit Pe zusammen gewachsen.
Aus Buto stammt ursprünglich auch der Gott Upuaut. In Buto wurde desweiteren die Rote Krone des Nordens aufbewahrt, die von dem Uräus, d.h. Uadjet bewohnt wurde. Wirklich viel weiß man nicht von Buto, die Stadt steht aber eng in Zusammenhang mit der Osirislegende. Von ihr sollen die Horusdiener losgezogen sein, um gegen die Leute des Südens zu kämpfen, die Anhänger des Seth. Infolgedessen fanden in Buto einst Feste statt, die als Erinnerung dessen viele Pilger anzogen, die extra nach Unterägypten kamen, wegen jener mythisch-historischen Kriege.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Dendera / altägyptisch: Iunet
|
|
|
Hauptstadt des 6. oberägyptischen Gaues
|
|
Karte...
|
|
Dieser Ort wurde von den Griechen Tentyris genannt und die alten Ägyptern sagten "Iunet en Netjeret" (= Iunet der Göttin). Dieser Ort auf dem westlichen Nilufer spielte in der Geschichte Ägyptens eine eher unbedeutende Rolle und verdankt ihren Ruhm der Göttin Hathor, die dort gleichwohl Verehrung fand. In der 11. Dynastie galt die Hathor von Dendera als besondere Schutzgöttin. Bezeugt ist der Ort seit dem Alten Reich. Die noch stehenden Bauwerke sind aber in die Ptolemäerzeit und die Römische Zeit zu datieren. Der Tempel der Hathor gilt als eines der schönsten Bauwerke. Der Bau wurde unter der Regierung von Ptolemäus IX. begonnen und unter Nero beendet. Berühmt auch durch einen Zodiak (Tierkreis) im Tempel, der die Decke der Kapelle zierte, das Original befindet sich heute im Museum.
Auf der gleichen Decke war ein Naos dargestellt, der Osiris geweiht war und als sein Grab galt, da Dendera einer der Orte war, die ein Körperteil des Gottes besaßen.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Edfu / altägyptisch: Behdet
|
|
|
Hauptort des 2. oberägyptischen Gaues, auf dem Westufer
|
|
Karte...
|
|
Die Griechen nannten den Ort Apollonopolis Megale. Hauptgott von Edfu war Horus, der hier "thronte". In religiösem Kontext wurde Edfu auch als des Horus' Thron bezeichnet. Der Tempel von Edfu ist sehr gut erhalten und dieser wurde in der Ptolemäerzeit zum letzten Male neu erbaut. Seit der 3. Dynastie ist belegt, dass der über die Stadt herrschende Falkengott Horus von Behedet (ein anderer Name von Edfu) ursprünglich aus Oberägypten kam.Die Bedeutung Edfus ist schon für die früheste Zeit belegt.
|
|
TOP
|
|
|
 |
El-Kab / altägyptisch: Necheb
|
|
|
Stadt südlich von Theben in Oberägypten
|
|
Karte...
|
|
Die Stadt wurde von den Griechen Eileithyiapolis genannt. In der prädynastischen Zeit (vor 3000 v.Chr.) die Hauptstadt des Königreiches des Südens unter dem Namen Necheb. Stadt der Geiergöttin Nechbet und lag am rechten Nilufer gegenüber von Hierakonpolis. In der dynastischen Zeit dann nur noch Hauptstadt des 3. oberägyptischen Gaues.
Grabungen haben einige Objekte aus der prädynastischen Zeit hervorgebracht; die erhaltenen Bauwerke stammen aus dem Neuen Reich oder aus der Spätzeit. Die ältesten Spuren von Gebäuden datieren aus der 11. Dynastie (Mittleres Reich). Der ursprüngliche Tempel der Nechbet geht auf die 18. Dynastie zurück.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Elephantine / altägyptisch: Abu
|
|
|
Ort auf einer kleinen Nilinsel; Hauptstadt des 1. oberägyptischen Gaues
|
|
Karte...
|
 |
 |
Der Ort stand unter dem Schutz des Gottes des Katarakts Chnum und der Göttinnen Anukis und Satis. Sein ägyptischer Name lautet Abu. Die Festung von Elephantine verteidigte die Südgrenze von Ägypten gegen die Nomaden aus Nubien. Eine wichtige Rolle spielte in der Historie Ägyptens seit dem Alten Reich das »Tor von Elephantine«, von wo die Militärexpedition nach Kusch und die Steinbrecher auf der Suche nach Granit in die östlichen Felsgebirge aufbrachen.
Abb. links: Elephantine (Bild: Elvria Kronlob)
|
|
|
Von der Stadt selbst sind nur noch die Grundmauern des Chnum-Tempels und ein steinbedecktes Nilometer erhalten, das über 90 Stufen hinab bis zum Nil führt. Es gab dort eine Handelsniederlassung, "Sunu", gegenüber der Insel am rechten Nilufer wo die Karawanen aus Nubien ankamen. In der griechischen Zeit unter dem Namen Syene (heutiges Assuan) bekannt, holten von dort Pharaos Schiffe den Rosengranit aus benachbarten Steinbrüchen; dieses wertvolle Gestein wurde für Tempelbauten, Obelisken und Sarkophage verwendet.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Esna / altägyptisch: Iunit
|
|
|
Oberägyptische Stadt südlich von Luxor; Eine Zeitlang war Esna Hauptstadt des 3. oberägyptischen Gaues
|
|
 |
|
Karte...
|
 |
|
Die Griechen nannten die Stadt Latopolis, die Ägypter nannten sie Iunit. Eine Zeitlang war sie die Hauptstadt des 3. oberägyptischen Gaues. Von dieser antiken Stadt ist nur noch ein Teil des Tempels übrig, der unter den letzten Ptolemäern errichtet wurde. Aber noch nach Christus wurde daran gebaut. Hier in diesem Tempel wurden einst der Gott Chnum und die Göttin Neith verehrt sowie kleinere Gottheiten wie Heka, Menhit und Nebetu. Die Decke im Tempel weist Elemente der Astronomie und Astrologie auf.
Abb. rechts: Esna-Tempel, Ausschnitt (Bild: Elvira Kronlob)
|
|
|
|
TOP
|
|
|
 |
Heliopolis / altägyptisch: Iunu
|
|
|
Die "Stadt des Pfeilers", auch On genannt; Hauptstadt des 13. unterägyptischen Gaues
|
|
Karte...
|
|
Im pharaonischen Ägypten eine der bedeutendsten Städte; in dieser einstigen Stadt in Unterägypten wurde der Sonnenkult vollzogen und damit der große Sonnengott Re verehrt. Heliopolis blieb während der gesamten ägyptischen Historie bis hinein in die griechisch-römische Epoche (3000 v.Chr. bis ins 4. Jh n.Chr.), das Hauptkultzentrum der Sonnenverehrung. Vor allem zu Beginn der ägyptischen Geschichte spiele Heliopolis eine bedeutende Rolle.
Vieles läßt darauf schließen, dass Heliopolis »Stadt der Sonne«, wie es die Griechen nannten, bereits in der 3. Dynastie Kultort des Re war. Der rasante Aufstieg des Sonnengottes begann allerdings erst in der 4. Dynastie; von da an kam dann die Bezeichnung "Sohn des Re" (altägyptisch: Sa-Ra) in den einleitenden Titeln der Königstitulatur der Pharaonen vor. Dieser Titel wurde zum essentiellen Teil der Titulatur. Besondere Ehre erwiesen die Könige der 5. Dynastie dem heliopolitanischen Sonnengott, zahlreiche Sonnenheiligtümer zeugen noch heute davon.
Der Sonnengott Re, der mit Atum gleichgesetzt wurde, war der Schutzgott dieser solaren Stadt. Res Erscheinungsformen dort waren der Phönix und der Mnevis-Stier. Die Re-Priesterschaft schufen die große Neunheit und eine Kosmogonie, die Heliopolis eine Vorrangstellung in der Religionsgeschichte Ägyptens einräumte. Während die theologischen Ansichten der heliopolitanischen Priesterschaft auch in den Pyramidentexten (Altes Reich) zum Ausdruck kam. Heute ist von dieser religiösen Stadt nur noch ein monolithischer Obelisk von ca. zwanzig Meter Höhe übrig, der von Sesostris I. anläßlich eines Sedfestes aufgerichtet worden war. Dieser Obelisk ist heute im neuen Stadtteil Heliopolis in der Nähe des Flugplatzes von Kairo aufgestellt.
|
|
TOP
|
|
|
 |
Hierakonpolis / altägyptisch: Nechen
|
|
|
Die Stadt des Falken in Oberägypten
|
|
Karte...
|
|
Stadt in Oberägypten südlich von Theben, die auf ägyptisch Nechen hieß. Während des letzten Abschnitts der prädynastischen Zeit war die Stadt Hauptstadt von Oberägypten (Süden des Landes Ägypten). Nechen wurde die Hauptstadt der frühzeitlichen Könige Skoprpion und Narmer. Schutzgott dieser Stadt war ein Falke, daher auch der Name in Girechisch: Hierakonpolis "Stadt des Falken". Der Falke wurde mit Horus gleichgesetzt, der später jedoch von der Göttin Nechbet verdrängt wurde, der Geiergöttin von El-Kab, der heiligen Stadt gegenüber von Hierakonpolis.
Die Bedeutung der Stadt schwand seit der Thinitenzeit (Frühzeit, um 30002700 v.Chr.). Von der einst ruhmreichen Stadt ist nur noch wenig erhalten. Hier fanden Forscher aber wichtige Zeitzeugen wie Objekte, die auf frühe große Ereignisse hinweisen, so die berühmte "Palette des Narmer", worauf die Reichseinigung dokumentiert ist. Grabungen erbrachten auch Teile eines prädynastischen Palastes, prädynastische Malereien, Fundamente des Haupttempels, Elfenbeinschnitzereien und zahlreiche Objekte, die auf die Thinitenzeit sowie auf das Alte Reich zurückgehen.
|
|
TOP
|
|
|
|
Kairo, el-Kahira
Kairo ist mit Abstand die größte Stadt des afrikanischen Kontinents und hat um die 15 Millionen Einwohner
|
 |
 |
Karte...
Möglicherweise leben in der Nil-Metropole heutzutage mehr Menschen als in London oder Tokio. Wieviele Einwohner Kairo wirklich hat, ist eine Frage, die niemand ganz genau beantworten kann. Auf jeden Quadratkilometer kommen in Kairo schätzungsweise 50.000 Menschen. Die Stadt quillt über vor Menschen, und ein Ende dieses unerwünschten Wachstums ist noch nicht abzusehen. (Foto: C. Wolfram)
|
|
|
Täglich treffen mehrere tausend Zuwanderer aus dem Nildelta oder Oberägypten ein. Doch die Stadt ist nicht mehr aufnahmefähig. Ihr sind durch die Wüste natürliche Grenzen gesetzt.
Die Schattenseiten: Der Niedergang Kairos von der Weltstadt zum Slum scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Die Stadt deren Kunsschätze Millionen Touristen aus aller Welt anlocken, ist dem Verfall preisgegeben. Häuser stürzen ein, Neubauten werden und werden nicht fertig aus Mangel an Beton und sonstigem Baumaterial. Kairo weiß nicht, wohin mit seinen Bürgern. Die Infrastruktur reicht nach Ansicht von Fachleuten im besten Fall für eine Bevölkerung von drei Millionen. Weder mit dem Auto noch zu Fuss kommt man in den Straßen so recht voran. Millimeterweise schieben sich die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange über die fünf Nilbrücken. Die öffentlichen Verkehrsmittel, das Telefonnetz, die Elektrizitäts- und Wasserleitungen alle technischen Einrichtungen sind hoffnungslos überaltert und überlastet.
|
|
Kairo ist eine Stadt der Extreme: Armut und Reichtum, weit verbreitetes Analphabetentum und Internetcafés, Lehmziegelhäuser und Wolkenkratzer. An jeder Ecke stößt man auf Überraschungen. Auf den ersten Blick mag der Betrachter eher an eine Chaos als ein Paradies denken, denn der Straßenverkehr ist dicht, die Luftverschmutzung hinterlässt einen bräunlichen Dunst am Horizont und laut ist es auch. (Foto: Isabella / Pixelio.de)
|
 |
 |
|
Das weltberühmte Ägyptische Museum in Kairo ist einer der attraktivsten Anziehungspunkte der Stadt (für Touristen) mit einer Sammlung von Exponaten aus 4500 Jahren altägyptischer Geschichte, die sich vom Alten Reich bis in die Römische Zeit erstreckt.
|
|
|
TOP
|
|
|
 |
Luxor / altägyptisch: Ipet resut
|
|
|
Der heutige touristische Ort Luxor hieß im Altertum Ipet-resut
|
|
Karte...
|
|
Luxor war einst mit dem großen Tempel von Karnak verbunden. Der Tempel von Luxor (Abbildung unten) wurde größtenteils von Amenophis III. errichtet und von Ramses II. beendet. Der Tempel ist noch sehr gut erhalten und ein beliebtes touristisches Reiseziel. Zwei Obelisken standen einst vor seinem Eingangstor (Pylon), einer davon befindet sich heute in Paris auf dem "Place de la Concorde". Zahlreiche Pfeilerreihen (Portiken) und Säulen(-hallen) sind Bestandteile des eindrucksvollen Tempels, welcher einst von Amun während des sogenannten Opetfestes zur Überschwemmungszeit, besucht wurde. Das Heiligtum enthält einen Naos, dieser ist von etlichen Räumen umgeben. Vor dem Einganspylon Richtung Karnak-Tempel, liegt eine lange Widdersphingen-Allee.
Luxor ist heutzutage ein gut besuchter Touristenort, gegenüber vom Tal der Könige (Westtheben).
|
|
TOP
|
|
 |
|
Abb. oben: Luxor-Tempel (Foto: Stefan Eggers)
|
|
 |
Memphis / altägyptisch: Men-nefer
|
|
|
Gehört zu den frühesten Städten; die Stadt nennt sich auch Ineb-hedj
|
|
Karte...
|
|
An der Grenze zwischen Unter- und Oberägypten ließen die ersten thinitischen Könige eine Festung errichten, die »Weiße Mauer« (Ineb hedj), die bis in die Spätzeit existierte. Die Pyramide von Pepi I. aber, namens Men-Nefer (»es bleibt die Schönheit«), gab dem gesamten Komplex seinen Namen, aus dem die Griechen später Memphis machten.
In der Umgebung befanden sich die Heiligtümer des Ptah und des Sokar. Zum Herrn der Nekropole von Memphis, wurde Sokar. Man errichtete einst auf dem Gebiet seiner Gerichtsbarkeit die Nekropole der 3. Dynastie. Die Nekropole trägt seinen Namen bis in unsere Zeit: Sakkara.
Die Vereiniger Ägyptens erkannten die strategische Bedeutung dieses Ortes Ineb-hedj, an dem die beiden rivalisierenden Länder aneinanderstießen. Die Gräber der ersten thinitischen Könige wurden auf dem benachbarten Plateau vermutet. Gefunden hat man jedenfalls die Gräber der drei ersten Könige der 2. Dynastie. Die Hauptstadt dieser Könige lag offenbar in der Nähe. Seit König Djoser (3. Dynastie) wurde dies dann zur Regel, jedenfalls bis ins Alte Reich. Die Könige der 6. Dynastie errichteten ihre Pyramiden am nächsten bei der Weißen Mauer.
Als Theben die offizielle Hauptstadt des Reiches geworden war, wuchs Memphis trotzdem immer weiter und blieb die wichtigste Stadt von Ägypten, in der die Könige immer einen Palast und einen Harem besaßen.
Im Neuen Reich, als Residenz des Wesirs von Unterägypten, blieb sie die Waffenkammer Ägyptens hier wurde Kriegsmaterial hergestellt und Kriegsschiffe wurden ausgerüstet. Memphis war die Drehscheibe Ägyptens und das wichtigste Handelszentrum. Unter den Ptolemäern (32530 v.Chr.) hatte die Stadt noch nichts von ihrem Reichtum verloren, obwohl ihr Niedergang als Folge der Konkurrenz von Alexandria begann.
|
|
TOP
|
|
|
|
Pi-Ramesse (Per-Ramesse; Pi-Ramses)
Pi-Ramesse war als größte Residenz des Pharaos Ramses' II. im Delta bekannt.
|
|
Karte...
|
|
Die Stadt wurde in der 19. Dynastie gegründet und ist im Alten Testament erwähnt. Richtig prominent wurde die Stadt erst unter Ramses II., der der Stadt den Namen Per-Ramses-Aa-nacht = »Haus des Ramses, groß an Siegen«, gab. Pi-Ramesse (heute Kurzform des Namens) war in vielerlei Hinsicht ein Ort des Neuanfangs, ohne die "erdrückende" Religiosität, das Theben bestimmte sowie auch ohne das rege Treiben, das in Memphis herrschte. Die Stadt diente nicht nur als Refugium für den König sondern war auch ein Ort der Ruhe, des Friedens und den Wohlstand.
|
|
TOP
|
|
|
|
Tell el-Amarna, Achet-Aton
Einst Stadt in Mittelägypten erbaut von Echnaton (Sonnenkönig) heute nur noch Ruinen
|
|
Karte...
|
|
Achet-Aton (= "Horizont des Aton") hieß die Hauptstadt zu Zeiten Echnatons, deren Gründer. Es war seine eigens errichtete Stadt in Mittelägypten und hier sollte der Gott Aton seine höchste Verehrung finden. Aber nur etwa 15 Jahre beherrschte Achet-Aton das Reich Ägyptens, denn die religiösen Umwälzungen Echnatons, derzeit König von Ägypten, sollten nicht Fuß fassen.
Zu Beginn seines sechsten Regierungsjahres gründete Echnaton die neue Hauptstadt in Mittelägypten, gut 380 km nördlich von Theben. Die Stadt wurde eilig aus ungebrannten Lehmziegeln hochgezogen, vier Jahre später war sie schon bewohnt. Ohne Rücksicht auf andere Götter konnte hier Aton verehrt werden. Achet-Aton besaß verschiedene Kultbauten für Aton. Aber nicht nur Tempel für Aton wurden errichtet, sondern auch Palastanlagen für den König und die Königin. Ebenso einer neuer Reichsfriedhof in den Bergen an der Ostseite der Stadt wurde erschaffen.
Das Stadtzentrum: Königsstraße, großer Aton-Tempel, kleiner Aton-Tempel, großer Pfeilersaal, Palastareal, Brücke, Königsvilla, Archive, Magazine, Polizei, Militär, Büros und Werkstätten. Die Stadt Achet-Aton sollte eine Ewigkeit bestehen, doch kaum zwei Jahrzehnte nach der Gründung, wenige Jahre nach Echnatons Tod, wurde sie für immer aufgegeben. Der Aufbruch kam plötzlich und unerwartet, denn nachweislich wurde bis zum letzten Tag an Achetaton gebaut. Wüstensand deckte die Ruinen der Stadt für Jahrhunderte zu und Echnatons Residenz fiel dem Vergessen anheim.
Von den Bauten aus Amarna ist so gut wie fast nichts erhalten geblieben. Die Mauern des Tempels wurden ebenso geschleift wie die des Königpalastes, und von ihrer Existenz weiß man heute nur durch ihre Ausgräber. »Talatats« sind die wenigen Überreste, die erhalten sind in Form von Bruchstücken von Mauern der einstigen Stadt. Sowie wenige Überreste des Palastes
|
|
TOP
|
|
|
 |
Theben / altägyptisch: Waset
|
|
|
Zur Glanzzeit (Neues Reich) lebten in Theben etwa 1 Million Menschen
|
|
Karte...
|
|
Der ägyptische Name dieser Stadt, Waset (Stadt des Was-Zepters). Diese große Stadt Theben in Oberägypten hatte sich durch die Vereinigung mehrerer Dörfer gebildet: Karnak, Luxor und Waset. Das Westufer, das die thebanische Nekropole bildet (Deir el-Bahari, Deir el-Medineh, Medinet Habu, Memnon-Kolosse, Ramesseum, Tal der Könige), wurde das westliche Waset genannt. Mit den sogenannten Antefs (Könige des Mittleren Reiches) begann der Aufstieg von Theben, das nach der Wiedervereinigung von Ägypten durch Mentuhotep die Hauptstadt des neuen Staates des Mittleren Reiches wurde. Den Königen der folgenden 12. Dynastie verdankte Amun seinen Aufstieg von der Gottheit von Theben zum Reichsgott.
Zur Invasionszeit der Hyksos (Fremdherrscher) während der 2. Zwischenzeit, also vor Beginn des Neuen Reiches, wurde Theben wieder auf den Rang einer Gau-Hauptstadt zurückgestuft. Dies sollte sich ändern als die fähigen Fürsten von Theben, allen voran Ahmose, das ägyptische Reich zurück eroberten und somit die Einheit wieder herstellten. Der Einfluß der Stadt Theben vergrößerte sich von da an ab der 18. Dynastie enorm. Wenn die Ramessiden dann auch aus strategischen Gründen ihre Residenzen später im Delta einrichteten, so blieb Theben die Hauptstadt des Reiches, die die Herrscher weiter schmückten und ausbauten.
Der Niedergang der Stadt Theben begann nach einem Jahrtausend der Herrschaft, als die lybischen Könige auf die tanitischen Herrscher folgten. Von dem vergangenen Glanz der einst glorreichen Stadt zeugen heute die zwei großen Tempel von Luxor und Karnak.
|
|
TOP
|
|
|
Das Alte Ägypten war in sogenannte Gaue eingeteilt:
|
|
42 Gaue >>
|
|
TOP
|
 |
Das Alte Ägypten
|
|
|