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Seschats Wirkungskreis umfasste auch die Schreibkunst, die Kunst des Berechnens und damit verbunden des Bauens. Bei der Einweihung von Bauwerken spielte sie eine bedeutende Rolle, und das Ritual bei der Gründung eines Tempels im alten Ägypten war sehr komplex und nur möglich unter der Mitwirkung des Pharaos und einer Reihe von Gottheiten. Seschat beriet den Herrscher während der Planung des Heiligtums. Auch überwachte sie die Grundrisslegung, welche in der Nacht stattfand um die richtige geografische Orientierung des Bauwerks zu gewährleisten. Bei einer Zeremonie spricht Seschat dann Folgendes:
»Dein Bauwerk wird so sicher auf seinen Fundamenten stehen, wie der Himmel auf den seinen, und dein Werk bei seinem Meister ruhen wie die Erde bei den Göttern
es wird auf Erden der Zerstörung widerstehen in Ewigkeit
«
Ab der 5. Dynastie führte Seschat auch die Arbeit des Registrierens von Abrechnungen der Kriegsbeute durch (im Alten Reich registrierte sie beschlagnahmte Herden als Beutegut) und erlangte als »die vom Archiv der Gottesbücher« Bedeutung als Beschützerin des königlichen Verwaltungsarchivs. In diesen "Büros" hielten die Königsbeamten die verwaltungstechnischen Vorgänge fest. Seit dem Mittleren Reich hält sie auch die Namen fremdländischer Gefangener fest.
Im Jenseits, zusammen mit Nephthys, setzte sie angeblich die Gliedmaßen des Verstorbenen instand. Seschat scheint keinen eigenen Tempel gehabt zu haben.
Beinamen der Göttin Seschat:
- »die dem Bücherhaus (oder auch dem Lebenshaus) vorsteht«
- »die zuerst geschrieben hat«
- »die Herrin der Grundpläne und Schriften«
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