Min. Quelle: Anja Semling

Min – Schöpfergott, Fruchtbarkeitsgott


min

min

Hieroglyphen-Kombination
für den Namen: »Min«
= Mnw


Ikonographie und Verkörperung

Anthropomorpher (menschengestaltiger) Gott.

Auch Schutzherr der östlichen Wüstenstraßen.

Hauptkultort: Achmim und Coptos.

Während der gesamten pharaonischen Zeit in der ägyptischen Geschichte fungierte Min als der höchste Gott männlicher sexueller Zeugungsfähigkeit. Min war eine der langlebigsten und ältesten Gottheiten sowie eine Gottheit der östlichen Wüstenregionen. Min ist eine Fruchtbarkeitsgottheit und verkörpert damit das schöpferische Prinzip.
Dargestellt wird Min menschengestaltig als Mann in Mumienbinden mit erhobenem Geschlecht und eine Kappe oder Krone tragend, die von zwei hohen Federn bekrönt wird. Seine Federkrone ist identisch mit der des Reichsgottes Amun. Min hält mit seiner linken Hand seinen erigierenden Penis und mit der rechten Hand und angewinkeltem Arm hält er das Flagellum (königliche Geißel). Die Haut des Min ist auf farbigen Darstellungen immer schwarz.
Ausserdem ist anzumerken, dass Gottheiten die mit der Unterwelt sowie den Prinzipien der Schöpfung und Fruchtbarkeit in Zusammenhang stehen, so auch Osiris oder Ptah, die traditionelle Mumienumhüllung tragen.
Oft wurde die Lattich-Pflanze, ab der 6. Dynastie, zusammen mit dem Gott Min abgebildet, die ein weiterer Verweis auf seine Sexualität ist, da die Ägypter anscheinend in dem milchigen Saft dieser Lattich-Pflanze ein Symbol für Sperma sahen.

Das Fest des Min – »Der Auszug des Min« – zählt zu den wichtigsten religiös-landwirtschaftlichen Festen, an welchem Min mit einer Paste aus Holzkohle und Bitumen schwarz angestrichen wurde, zur Stärkung und Stimulierung seiner Fruchtbarkeit womöglich. Das Fest leitete offiziell die Ernte zu Beginn der Jahreszeit »Schomu« (Sommer = Erntezeit) ein. Eine Vielzahl von Opfergaben an Min wurde dargebracht.

Verehrt wurde Min in ganz Ägypten, vorzugsweise aber in den Städten Coptos und Achmim, nördlich gelegen von Theben. Hier wurde Min als Schutzherr der Karawanen der östlichen Wüstenstraßen verehrt. In dieser Region von Ägypten lässt sich sein Kult auch bis in die älteste Zeit zurückverfolgen.

Beinamen des Min:

  • »der an Düften Reiche«
  • »der Meister des Lapislazuli und des Malachit«
  • »der Herr der fremden Länder des Orients«


Minfest:
Eines der wichtigsten landesweit begangenen religiösen Feste war das seit der Frühzeit inschriftlich und vor allem im Neuen Reich bildlich an vielen Tempelwänden bezeugte Fest des Fruchtbarkeits- und Urgottes Min. Das mit Opferdarreichungen und vielfältigen Kulthandlungen verbundene Fest verlief als ein feierlicher Auszug der Kultstatue des Gottes aus seinem Tempel. In Begleitung von Götterstandarten und den Statuen früherer Könige zog das von Priestern getragene Kultbild zu vorübergehendem Aufenthalt in andere Kultbauten. Dieser »Auszug des MIn« war eng verbunden mit den Erntedankriten und zielte auf die Wiederbefruchtung der durch die Ernte »verletzten« Natur ab. Gleichzeitig war damit eine Herrschaftserneuerung für den König verbunden.

Weitere bedeutende Götter:

Amun
Anubis
Anuket
Apis
Aton
Atum
Bastet
Bes
Chnum
Chons

Geb
Hapi
Hathor
Horus
Imhotep
Isis
Maat
Min
Month
Mut

Nechbet
Nefertem
Neith
Nephthys
Nun
Nut
Osiris
Ptah
Re
Serapis

Schu
Sachmet
Serqet
Seschat
Seth
Sobek
Tefnut
Thot
Upuaut
Wadjet

Apophis