Chons. Quelle: Anja Semling

Chons – Mond- und Kindgott


Hieroglyphen-Kombination
für den Namen: »Chons«
= Chnsw


Ikonographie und Verkörperung

Mitglied der Triade von Theben.

Chons trägt auf seinem Haupt Mondscheibe und Mondsichel als seine Attribute.

Hauptkultort: Karnak / Luxor.

Chons wird früh schon in Karnak verehrt und auch in den Pyramidentexten (5. Dynastie) ist er zu finden. Allerdings trägt er in frühester Zeit gegenteilige Eigenschaften als später im Neuen Reich. Er tritt zu Anfang beispielsweise auch als blutrünstige Gottheit in Erscheinung. Und Chons steht in direkter Verbindung zum Mond und ist nach Thot der wichtigste Mondgott im alten Ägypten. Zunächst scheinbar nur Lokalgott, nimmt sein Kult im Neuen Reich größere Ausmaße an, denn als sich Amun in Theben niederließ, wurde Chons mit ihm als sein Sohn verbunden. Mut, die Gattin des Amun, wird seine Mutter und somit ist die mächtige Triade von Theben geschaffen. Einige Jahrhunderte dominieren von da an, die drei Gottheiten das religiöse Ägypten.

Einige Beinamen und Erscheinungen des Chons:

  • Chons pa-chered = »Chons, das Kind«
  • Chons pa-ir-secher = »Chons, der Ernährer«
  • Chons heseb-ahau = Chons, Entscheider über die Lebensspanne«
  • Chons em-waset-nefer-hetep = »Chons in Theben«

Dargestellt wird Chons normalerweise in anthropomorpher Gestalt als männlicher junger Mann, der in Mumienbinden eingewickelt ist oder in ein eng anliegendes Kleidungsstück gehüllt (wie auch Osiris und Ptah). Im Gegensatz zu Ptah sind seine Arme teilweise oder ganz unbehindert beweglich.

Häufig trägt er auf seinem Kopf die Mondscheibe und Mondsichel. Häufig sieht man ihn auch, in seiner Rolle als Kind von Amun und Mut, mit einer Jugendlocke (Abb. links). Diese charakteristische, oft geflochtene Locke war die traditionelle Haartracht der Kinder, ob göttlicher oder menschlicher Herkunft, und diente in der Ikonografie als Hinweis auf das jugendliche Alter. Ab und an trägt Chons auch einen Götterbart. Mit Krummstab und Fliegenwedel sowie dem Djed-Stab wurde Chons oft dargestellt, welches auch die Attribute von Osiris und Horus waren, Symbole königlicher Würde. Auch trägt Chons auf der Brust ein unverwechselbares Symbol in Form einer Halskette, nämlich ein monsichelförmiges Pektoral-Element.

Als Himmelsgott wurde Chons mit dem Kopf eines Falken dargestellt und ist durch die Mondscheibe und -sichel von Horus und Re gewöhnlich unterscheidbar.


Abb. links: Chons mit seinen göttlichen Attributen und Jugendlocke.
Statue. Kairo, Ägyptisches Museum.
(Bildquelle: Stefan Eggers)


Das wichtigste Kultzentrum von Chons war Theben. Er hatte aber in ganz Ägypten zahlreiche Heiligtümer. Beim Neujahrsfest im Luxor-Tempel (ehemaliges Theben) wurde die Kultstatue des Chons auf einer heiligen Barke aus seinem Bezirk in Karnak auf "Reise" geschickt. Chons passierte in einer Prozession eine von Statuen gesäumte Allee, die von seinem Tempel nach Luxor führte. Solche Feste im alten Ägypten hatten immer große Bedeutung und waren beim Volk sehr beliebt.

Weitere bedeutende Götter:

Amun
Anubis
Anuket
Apis
Aton
Atum
Bastet
Bes
Chnum
Chons

Geb
Hapi
Hathor
Horus
Imhotep
Isis
Maat
Min
Month
Mut

Nechbet
Nefertem
Neith
Nephthys
Nun
Nut
Osiris
Ptah
Re
Serapis

Schu
Sachmet
Serqet
Seschat
Seth
Sobek
Tefnut
Thot
Upuaut
Wadjet

Apophis